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Mexicana: Das Fest der Toten


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Herausgeber: Alawar
Entwickler: Happy Artist

Download: Deutschland-Spielt
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Autor: Elke M.
Datum: 14.02.2014
Deutsch: 18.04.2014

Witziges, übertriebenes Wimmelbildabenteuer mit einigen Schwächen


Die Liebenden Vitor und Maria fahren nach Mexiko, um dort ausgerechnet am jährlich stattfindenden Tag der Toten zu heiraten. Bevor sie aber die Ehe eingehen, überredet Vitor uns, hier also als Maria, eine Wahrsagerin aufzusuchen. Und obwohl wir eigentlich keine Zeit mehr haben, lassen wir uns auf dieses Experiment ein. Doch wie so oft am Tag der Hochzeit, verschwindet auch unser Bräutigam unter mysteriösen Umständen, und wir erfahren von der Hellseherin, dass er ins Jenseits entführt wurde. Wir krempeln die Ärmel hoch und machen uns daran, einen Eingang in die Unterwelt zu finden und unseren Zukünftigen zu retten.

Wieder mal greift Happy Artist zur Comic-artigen Grafik und dazu noch ganz tief in den Tuschkasten. Allein die mehr als übertriebene maskuline Darstellung von Vitor zaubert schon das erste Grinsen in unser Gesicht. Dazu kommt eine knallbunte Kulisse, wie man sie besser für diesen mexikanischen Feiertag nicht hätte gestalten können. Den Akteuren wurden zwar keine Stimmen verliehen und ihre Gespräche finden ausschließlich über Sprechblasen statt, dafür hat man umso mehr Temperament in die Begleitmusik gelegt, die spätestens nach fünf Minuten gehörig an den Nerven zerrt.

Bei der Auswahl des Spielmodus wird es uns leicht gemacht. Wählen wir den normalen Schwierigkeitsgrad, dann glitzern aktive Bereiche und der Tipp-Button benötigt 30 Sekunden, bis er wieder aufgeladen ist. "Experten" steht kein Glitzern zur Verfügung und auf den Hinweisknopf müssen wir hier sogar drei Minuten warten, bis wir ihn erneut nutzen können.

Im Journal können wir die Geschichte mitlesen und uns alle Zwischensequenzen noch einmal ansehen, allerdings dann ohne Text. Am linken Bildschirmrand ist ein Reiter für uns bereitgestellt, der uns die Aufgaben anzeigt.

Erst im fortschreitenden Spielverlauf erhalten wir eine Karte, deren Bedienung aber nicht ganz einfach ist, und sich mir auch bis zum Ende nicht komplett erschlossen hat. Bevor wir die Karte, die die optische Form einer Schriftrolle besitzt, öffnen können, müssen wir mit Pfeiltasten einen Kreis auswählen. Umso länger wir spielen, umso mehr Kreise gibt es, allerdings sehen alle gleich aus. Diese Kreise stehen für neue Bereiche und haben wir uns per Klick für einen entschieden, rollt sich der Plan aus. Eine Legende erklärt die einzelnen Symbole auf den diversen Schauplätzen darauf. Tauschen wir durch erneuten Klick die verschiedenen Orte, ändern sich auch deren Symbole. Wichtig ist allerdings zu wissen, dass wir uns über sie bewegen können und dass wir den Inhalt der während des Spiels eingesammelten Buchseiten darin wiederfinden. Die einzelnen Zettel setzen sich in der Karte zu einer kurzen, informativen Geschichte zusammen. Wer sich allerdings nicht damit aufhalten möchte, hat auch keine Nachteile, da die Wege nie so lange sind, als dass wir sie nicht auch zu Fuß ablaufen können.

Viel mehr Abwechslung, als z. B. bei "Esoterica: Hollow Earth", das vom gleichen Entwickler stammt, wird uns in den Wimmelbildern geboten. Zwar gibt es auch Wortsuchlisten mit kleinen Interaktionen, aber deren Anteil ist verhältnismäßig klein. Den größten Part nimmt die Umriss-Suche ein, gelegentlich in der Variante, bei der wir die gefundenen Gegenstände wieder in die Szene einzusetzen haben. Zuweilen sehen wir auch ein Fließband, bei dem wir bestimmte Objekte zu entfernen haben. Finden wir alle, müssen sie von uns zu einem Utensil für unser Inventar zusammengesetzt werden. Auf diese Weise bauen wir uns z. B. auch ein Bienenausräucherungs-Gerät zusammen. Leider nimmt die Vielfalt im letzten Drittel des Spiels enorm ab und wir stoßen dann auf mehr Umriss-Suchen als uns lieb ist.

Geklotzt und nicht gekleckert wird zudem bei den Rätseln. Waren sie beispielsweise bei "Esoterica: Hollow Earth" noch alle im Fenstermodus, zeigt Happy Artist bei "Mexicana: Das Fest der Toten", dass sie es auch ganz gut anders können. Viele der 33 Minispiele sind zwar keineswegs neu, aber grafisch doch so gut umgewandelt, dass sie hervorragend zur Thematik passen. Einige der Rätsel sind sogar richtig knifflig und nicht Ruck Zuck zu lösen. Wir verschieben Kacheln, malen ein Tor an, kostümieren und schminken uns selbst, drucken ein Poster und spielen Trommel. Dazu kommt ein auf den ersten Blick aufwendiges Kranspiel, das allerdings nach zwei Sekunden abgeschlossen ist. Aber auch hier ist jemandem im letzten Drittel vermutlich die Puste ausgegangen, weil die Minispiele dann immer einfacher und sinnfreier werden.

Wer durchhält, dem wird nach ca. 4,5 – 5 Stunden ein ordentliches Finale serviert. Aber erst da merken wir, wie verrückt die Handlung eigentlich war. Wir erinnern uns, dass wir am Tag der Toten in Mexiko starteten, zwischendurch in einer knuffigen Phantasiewelt gelandet sind und gegen Ende mehr oder weniger an Orten verweilten, die an die Mayas erinnerten. Trotzdem können wir der Geschichte gut folgen, da sie nicht allzu viele Wendung beinhaltet.

"Mexicana: Das Fest der Toten" ist ein witziges, in allen Belangen vollkommen übertriebenes Spiel. Aber genau das ist eine gelungene Abwechslung im oft so eintönigen Spieleuniversum. Die Grafik ist auf jeden Fall Geschmackssache, die meistens längeren Ladezeiten schon nach einzelnen Klicks ebenso. Dazu gesellen sich ein paar unterhaltsame Wimmelbilder und eine Unmenge an Rätseln in allen Schwierigkeitsstufen, Farben und Formen. Es ist noch nicht alles perfekt, aber es ist eine erhebliche Steigerung zu "Esoterica: Hollow Earth". Für diejenigen, die für alles offen sind, ist es wärmstens zu empfehlen, alle anderen sollten zuerst die Probestunde nutzen.

 

 


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