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Memoirs of Murder - Willkommen in Hidden Pines


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 24.10.2018


Durchschnittliches Wimmelbild-Abenteuer geringer Länge mit ordentlichen Wimmelbildern
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Wir spielen als Aaron und Mary Fletcher, die neu nach Pine Hills gezogen sind und umgehend zu einer Party bei den Nachbarn eingeladen sind. Die Party verläuft alles andere als ideal, wird doch die Frau der Bürgermeisters ermordet, und zu allem Überfluss sind wir (zumindest eine/r von uns) der Verdächtige. Also haben wir unsere Unschuld nachzuweisen und den wahren Täter zu entlarven.

Zu Anfang können wir wählen, als welcher der beiden Ehepartner wir zu spielen gedenken. Leider ist das so etwas wie eine Mogelpackung, da wir während des Spiels mehrfach automatisch ohnehin die Rollen wechseln.

Beginnen wir mit einigen grundsätzlichen Schwächen des Spiels: Zunächst wäre da die Grafik zu nennen. Die Bilder sind überwiegend ein wenig gelbstichig und flach geraten, teilweise ins Unscharfe lappend. Details sind Mangelware. Die Personen sind hölzern gezeichnet, keine Lippenbewegungen.
Die Karte ist in nun schon typischer Eipix-Manier nicht spielerfreundlich. Sie ermöglicht zwar Teleportation, ist aber nicht eben übersichtlich. Die Markierungen für Orte mit aktuellen Aufgaben sind sehr klein und leicht zu übersehen. Und natürlich erleben wir wieder den Unsinn, dass wir beim Versuch, die Karte um aktuellen Ort zu verlassen, mit dem Hinweis beleidigt werden, dass wir bereits dort sind. Wir müssen also die Karte schließen.
Das Inventar ist nicht nur recht klein geraten, wir müssen auch, um zu außerhalb des Sichtbereichs liegenden Objekten zu wandern, Stück für Stück scrollen, was unnötig viele Klicks erfordert.
Einige Nahansichten sind als Fenster ausgearbeitet. Eine auch wieder unfreundliche Entscheidung der Entwickler ist es, dass ein paar davon nur über den Schließknopf verlassen werden können und nicht, was viel einfacher wäre und übrigens auch Standard, durch Klicken außerhalb des Fensters.

Die Geschichte ist zwar nicht neu, sondern vielmehr ein Aufguss etwa von Spielen der Dead Reckoning-Reihe desselben Entwicklers, aber wenigstens nicht uninteressant vom Ansatz her. Es fällt aber sehr schnell auf, dass man sich damit wenig Mühe gegeben hat. Es treten etliche Ungereimtheiten auf, einiges passt nicht zusammen bzw. ist unverständlich. Und es darf bezweifelt werden, dass zur Zeit, in der das Spiel stattfindet, also vor 30 bis 40 Jahren, bereits Bankautomaten und Laserdrucker gebräuchlich waren. Der Auftritt einer Diskette andererseits passt da schon eher.

Die Beweislage für unsere Verhaftung ist ebenso dünn wie die der Entlastung. Jeder Freund von Krimis dürfte da die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

Die Wimmelbilder stellen die Stärke des Spiels dar. Sie sind sehr abwechslungsreich, so ziemlich jede Variante ist vertreten. Interaktionen andererseits sind selten, und die Grafik-Schwächen spielen auch hier hinein. Einige enthalten ein Minispiel.

Die Minispiele sind überwiegend recht gut gemacht. Die meisten sind eher einfach, einige erfordern wenigstens ein bisschen Einsatz der grauen Zellen. Wünschenswert wären an der einen oder anderen Stelle bessere Instruktionen.

Der Abenteuerteil entspricht dem, was heutzutage üblich ist. Mit anderen Worten: Wir haben zum wer weiß wievielten Male sattsam bekannte Aufgaben zu erledigen. Und ja: Auch der Reißverschluss hat seinen Auftritt. Ansonsten erleben wir vollkommen sinnfreie Fundorte für ebenso sinnfreie Objekte, namentlich Schlüssel aller Art, wozu Embleme sonder Zahl und Anverwandte zählen.

Bei der deutschen Übersetzung fällt auf, wie leider auch bei diversen anderen Spielen, dass die Bezeichner nicht immer überzeugen. Besonders irritierend ist es, wenn z.B. ein Haken gefunden wird und nach einigen Manipulationen immer noch Haken heißt.

Bei aller Kritik lässt sich das ganze dennoch ganz unterhaltsam spielen. Sehr lange wird man allerdings wohl eher nicht damit zu tun haben, die Länge ist durchschnittlich für aktuelle Verhältnisse, also gering.

Die Sammlerausgabe bietet in jeder Szene ein Sammelobjekt, das man nur übersehen kann, wenn man sich Mühe gibt, dazu in den Wimmelbildern Chamäleonobjekte. Einige Wimmelbilder und Minispiele können nach gespielt werden. Dazu gibt es noch Spielchen, ein Mahjong und Suchbilder. Mit dem üblichen entbehrlichen Material und einem Bonuskapitel alles in allem nicht zu schäbig.

Fazit:
Wir haben hier ein Wimmelbild-Abenteuer ohne große Stärken, aber mehreren Schwächen, das sich aber immerhin ansprechend spielen lässt. Zumindest die Wimmelbilder können gefallen, alles andere ist Durchschnitt.