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Malice: Zwei Schwestern


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Games DEVO

Download: BigFish Games.de

Wenn Du Malice: Zwei Schwestern auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: JL
Datum: 01.07.2012
Deutsch: 06.10.2012

Schulnoten – Spielidee: 2, Spielaufbau: 3-, Steuerung: 2, Grafik: 1-, Musik: 2, Wiederspielbarkeit: 4, Suchtfaktor: 1
Spielprinzip: Wimmelabenteuer
Rahmenhandlung: Emily verschwindet.
Schwierigkeit: durchwachsen, tendenziell unterdurchschnittlich
Optionen: Musik, Effekte und Hintergrundgeräusche/ Vollbild (Breitbild)/Cursor/Helligkeit

Emily bucht unerwartet eine Schiffspassage zu einer Insel, ohne jemandem auch nur ein Sterbenswörtchen zu erklären. Du machst Dich als Victoria auf die Suche nach Deiner jüngeren Schwester. Ein befreundeter Kapitän setzt Dich über nach Umari Island und hilft Dir, Dich an die Geschichte zu erinnern, die Euch mit dem Stückchen Land verbindet.

Mit Untermalung atmosphärisch passender Musik, die sich immer dann ändert, wenn sie gerade eintönig zu werden droht, beginnst Du Deine Suche noch an Bord des Schiffs. Du bewegst Dich in dieser Abenteuerwelt wie üblich, mithilfe von Hand, Lupe, Pfeilen, Tagebuch und Tipp, später erspielst Du Dir noch mehr. In Nahansichten findest Du Inventargegenstände, in den Szenen ebenfalls. Durch Anklicken bekommst Du in Malice: Zwei Schwestern Hinweise darauf, was Du benötigst, um etwas zu reparieren oder Schlösser zu öffnen. Interessante Stellen blinken auffällig genug, um selbst von Einsteigern nicht übersehen zu werden, was Dir das Scannen der Szenen per Maus zumeist erspart. Eine Schwäche des Spiels ist demzufolge, dass es keine wählbaren Schwierigkeitsstufen bietet.

Anfangs ist Dein Bewegungsradius auf das Schiff beschränkt, wo Du jedoch genug Informationen und Errungenschaften findest, um sowohl dem Spiel als auch der Geschichte etwas abzugewinnen. Die Handlung beginnt dünn, aber Du erspielst sie Dir – und das ist wirklich geschickt gemacht, weil Du auf Spielelemente stößt, die Lust auf mehr hervorrufen, wenn Du beispielsweise einen dampfbetriebenen, kommunikativen Roboter zum Leben erweckst.

Um  Inventargegenstände oder Wimmelbilder zu entdecken, sind manchmal einfache Klicks oder Kombinationen im Inventar nötig. Die geduldlastigen Minispiele sind anfangs dermaßen klug ins Spiel eingebunden, dass sie sich zwangsläufig aus dem Geschehen ergeben, später bleiben sie im gewohnten Rahmen. Die stimmig animierten und anfänglich ebenfalls in den Spielablauf integrierten Wimmelbilder erscheinen weder zu zahlreich noch sind sie unfair – sie bieten relativ leicht zu findende Objekte sowie kleine 1-Klick-Aktionen bei doppelt versteckten Gegenständen. Für gewiefte Sucher stellen sie sicherlich keine Herausforderung dar. Allround-Spielern, die Abwechslung und Unterhaltung wünschen, dürften sie jedoch entgegenkommen. Mit der Zeit gleicht sich das Spiel bedauerlicherweise dem von Wimmelabenteuern gewohnten Standard an und unterbietet ihn zum Schluss sogar. Immerhin bist Du aber selten gezwungen, Wimmelbilder doppelt zu absolvieren. Da die Objektlisten willkürlich  sind, besitzt „Malice“ einen gewissen schmalbrüstigen Wiederspielwert.

Etwas Schwierigkeit gewinnt Malice: Zwei Schwestern durch die Ladezeit des Tipps: Eine Minute benötigt er sowohl in Wimmelbildern als auch in den Szenen – lange genug, um auf eigene Faust nach Alternativen zu suchen. In den Wimmelbildern wird Dir übrigens das Bild vernebelt, wenn Du Dich in blinder Mausartistik versuchst. An den Minispielen ist zu kritisieren, dass sie sich nicht zurücksetzen lassen und zunehmend sinnloser werden. Die überspringfunktion benötigt hier ebenfalls eine Minute, spätestens bei den letzten beiden der nicht sonderlich zahlreichen Minispiele ist die kurze Wartezeit ein Grund zur Dankbarkeit.

Künstliche Schwierigkeiten ergeben sich nach etwa einer halben Stunde aufgrund schlecht durchdachten Spielaufbaus, wodurch anfangs geweckte Erwartungen enttäuscht werden: Du suchst mehrfach gleichartige Inventargegenstände, was vor allem dann lästig ist, wenn ein bereits verwendetes Objekt in einer anderen Szene nur wieder eingesammelt werden müsste. Weitere Werkzeuge wären theoretisch brauchbar, um Probleme zu lösen, die zwar klar aus Szenen hervorgehen, jedoch nicht als Aufgaben vorgesehen sind. Beispielsweise findest Du zwischenzeitlich ein Brecheisen, womit Du Bretter vor einem Fenster entfernst. Bretter, die woanders einen Zugang versperren, kannst Du damit aber nicht beseitigen, weil das schlicht nicht vorgesehen ist. Solche Eigentümlichkeiten hinterlassen, in Anbetracht des intelligenten Spielbeginns sowie der Unausweichlichkeit des Einfalls, einen dümmlichen Eindruck.

Schade! Denn die Zunahme von unmotiviert erscheinenden Wimmelbildern – im Sinne von: kann man dort platzieren, falls einem denn sonst nichts einfällt – sowie die erwähnten Unfolgerichtigkeiten des Ablaufs fallen nach dem glänzenden Spielstart, dem Grafik und  Musik vollkommen gerecht werden, sehr auf. Angesichts dessen sind unterhaltsame Spielideen in Malice: Zwei Schwestern umso angenehmer. Wenn etwa der Roboter Dir vorübergehend nicht helfen kann, weil er keine Energie mehr hat, kehren sich die Rollen unversehens um. Du fühlst Dich auf einmal tatsächlich alleine in feindlicher Umgebung und weißt die gesprächige Maschine hinterher erst zu schätzen. Das ist toll inszeniert, Hut ab!

Leider bleibt es nicht dabei, das Spiel lässt kontinuierlich nach. Du arbeitest Dich hindurch, weil Du wissen willst, worum es geht – bis zum Schluss hält sich die erzählerische Spannung. Im Verlauf werden die Wimmelbilder immer häufiger, während die guten Ideen abnehmen. In den späteren Minispielen rätst Du bloß noch, ohne jede Logik. Am letzten Türschloss musst Du nicht einmal mehr ein Alibi-Rätsel knacken. Tja. Und dann ist es vorbei. Du bleibst verwirrt zurück und fragst Dich, was eigentlich passiert ist und wieso Du vier Stunden versucht hast, es herauszufinden.

Malice: Zwei Schwestern ist wie ein Witz, dem unterwegs die Pointe abhandenkommt. Es beginnt großartig, erzählt eine spannende Geschichte, wird spielerisch immer unbeholfener und verpufft am Ende im Nichts. Wenn Du von einem Spiel mehr erwartest, wird Dich „Malice“ enttäuschen, trotz toller künstlerischer Gestaltung und gekonnter Inszenierung. Falls Du aber „einfach nur spielen“ willst, machst Du mit dem Probedownload nichts verkehrt.


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