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Lost Realms: Legacy of the Sun Princess
Herausgeber:BigFish Games
Entwickler:Blue Lizard Games

Wenn Du Lost Realms: Legacy of the Sun Princess auch bewerten möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K.

Man kann ganz sicher sagen, dass 2008 ein Jahr der Wimmelbildspiele war. Und nicht nur das, es war auch ein Jahr, in der die Qualität der Spiele deutlich nach oben gegangen ist. Das Highlight, was Grafiken und Spielaufbau angeht, war sicherlich Mystery Case Files: Return to Ravenhearst, aber es gab viele andere, die den Standard von Wimmelbildspielen nach oben gebracht haben. Leider beginnt BigFish Games das neue Jahr damit, ein Spiel zu präsentieren, dass den von ihnen selbst mitentwickelten Standards ganz sicher nicht entspricht.

In Lost Realms: Legacy of the Sun Princess spielst Du als Alexa, einer jungen Frau, die zusammen mit ihrer Freundin Nicole nach Peru reist. Ihre Nächte sind voll mit dunklen Visionen aus der Inkazeit. Und immer scheint es zu brennen. Sie will wissen, was diese Visionen zu bedeuten haben. In Peru angekommen findet sie schliesslich heraus, dass sie eine Prophezeiung zu erfüllen hat. Sie ist die Sonnen Prinzessin, auserwählt, den Inkas ihren lang verborgenen Schatz wieder zu bringen.

Du bereist die verschiedenen Lokalitäten und erhältst eine Suchliste. In dieser kann von Zeit zu Zeit mal ein gelb geschriebenes Objekt vorkommen, dessen Schreibweise keinen Sinn zu ergeben scheint. Es handelt sich dabei um spezielle Worte in Inkasprache. Fährt man mit dem Mauszeiger über das Wort, erhält man eine Erkärung der Bedeutung und muss dann selber errätseln, was genau es denn sein könne. Eine nette Idee, leider beschränkt es sich aber auf vier oder fünf Objekte, die sich später immer wiederholen. In den späteren Leveln musst Du auch "Kronen" - Objekte suchen. Diese sind nicht in der Liste enthalten. Du musst also auf gut Glück nach etwas suchen, was dem Teil einer Krone ähnlich sehen könnte.

Der Bildschirm hat eine Besonderheit. Gehst Du mit Deiner Maustaste an den oberen, unteren, rechten oder linken Rand, verschiebt er sich ein wenig mehr in die entsprechende Richtung. Es gibt nicht viele Objekte, die Du tatsächlich nur siehst, wenn Du das tust, aber ein paar. Die Idee ist schön. Auch die 3D Grafiken, durch die es oft so aussieht, als könnest Du zwischen Säulen hindurch sehen, sind durchaus attraktiv.

Das Spiel hat zwei Modi, beide sind zeitgebunden, im "Relax-Modus" bekommst Du 10 Minuten mehr pro Level. Geht Dir die Zeit aus, beginnst Du die Szene in der Du warst mit einer Liste komplett neuer Objekte.

Ab und an gibt es mal ein Minispiel, ein Verschiebepuzzle, eine 3-Gewinnt Variante oder eine Karte zusammenlegen. Die Minispiele kommen weder regelmässig noch oft, das ändert sich erst zum Ende des Spieles hin, wo Du durchaus interessante Minispiele finden wirst. Alle Minispiele können weggeklickt werden, wobei Du die Hinweise verlierst. Nach Ende des Spieles können alle Minigames über das Hauptmenü noch einmal gespielt werden, auch wenn Du sie im Spiel selber weggeklickt hast.

Drei Minispiele aber wirst Du vermutlich regelmässig spielen. Zu Beginn des Spieles erhältst Du sechs Hinweise - mehr gibt es nicht vom Spiel selber, den Rest musst Du Dir erarbeiten. Dafür klickst Du auf den Button: "Get Hint" und kommst zu einem Bild mit drei Türen. Hinter jeder dieser Türe verbirgt sich ein Minispiel, mit dem Du jeweils 2 Hinweise erarbeiten kannst. Die Türe links bringt Dich in die Töpferei - durch anklicken der sich ausbreitenden Tonmasse auf der linken Seite, zieht diese sich zurück. Ziel ist, dass Ton innerhalb der Linien die Form ergibt, die Dir rechts gezeigt wird. Die mittlere Tür führt ins Atelier - schau dir das Bild gut an, dass Du siehst und merke Dir die Farben. Nach einiger Zeit verlieren einzelne Bereiche die Farbe und werden weiss. Jetzt klicke mit dem Pinsel rechts oben auf die Farbe, die dieser Bereich hatte und male ihn wieder an. Hinter der rechten Tür findest Du eine Puppenwerkstatt. Die Puppe muss angezogen werden mit Kleidung, die Dir in einer Suchliste angezeigt wird.

Allerdings hat das Spiel zum jetztigen Zeitpunkt noch einen dicken Fehler. Denn eigentlich brauchst Du keine Hinweise. Klick einfach das Objekt auf der Liste an und Du siehst einen blinkenden Kreis um den Gegenstand herum. Da hat wohl jemand nicht aufgepasst.

Bis dahin ist es durchaus ein Spiel, dass das anschauen lohnt. Aber kommen wir zurück zu den Grafiken. Und die sind furchtbar. Unschaft, unklar, verschwommen. Es gibt Objekte, die man einfach nicht sehen kann, weil so schlecht gezeichnet sind. Dazu sind sehr viele Szenen in dunkel gehalten - seltsam, ich war immer der Ansicht, die Inkas wären das Volk der Sonne gewesen.... Dazu kommen dann immer wieder mal Übersetzungsfehler. Du wirst aufgefordert einen "Screwdriver" (Schraubenzieher) zu suchen. Was Du aber findest, ist ein "Wrench" - Schraubenschlüssel. Und das nicht nur einmal. Andere Dinge sind, wie gesagt, einfach nicht als das zu erkennen, was sie sind. Von daher ist der unendliche Hinweis schon sehr praktisch. Auch völlig unverständlich sind die Kronen-Teile. Sie haben keine Ähnlichkeit mit einer Krone. Sie haben irgendwie mit nichts eine Ähnlichkeit. Und da es keine Hinweise gibt, wie es aussehen könnte und sie auch nicht alle leuchtend Gold sind, kannst Du nur wild klicken.

Witziger Weise wird das Spiel zum Ende hin etwas besser... mehr Minispiele und die nicht schlecht, die Grafiken sind etwas besser. Und auch die Länge ist mit 4 - 5 Stunden nicht im unteresten Bereich. Aber das ändert nichts daran, dass ich mich das gesamte Spiel über geärgert habe. Darüber, dass die Highlights des Spieles, wie zum Beispiel der sich bewegende Bildschirm oder die Inkabegriffe nur so eingeschränkt genutzt wurden. Und darüber das die Grafiken in den meisten Teilen des Spieles einfach nur mies sind. Besonders ärgerlich, wenn man sieht, dass die Orte durchaus sehr detailliert und schön sind. Es ist über Strecken hindurch langweilig und wird nur durch die durchaus realistischen Dialoge aufgelockert, die zwischen den einzelnen Leveln die Geschichte weiter erzählen (Realistisch im Sinne von... die Geschichte macht Sinn und die Reaktionen der Personen). Trotzdem wechselst Du auch ohne jede Erklärung die Orte und machst "Fortschritte", die Du Dir durch das simple finden von Gegenständen, die nichts mit der Geschichte zu tun haben, ganz sicher nicht erklären kannst.

Es ist ein Spiel, dass seine halbe Tasse für die Länge bekommt und für die netten Ideen, die im Ansatz zu erkennen sind. Aber all die Minuspunkte und der Fehler mit den Hinweisen sind einfach ein Zeichen, dass da jemand schnell ein Wimmelbildspiel auf den Markt werfen wollte, um Geld zu machen. Eines der Beispiele dafür, dass oft eine grosse Nachfrage mit minderwertigen Produkten befriedigt wird.

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