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Lost Legends: Die weinende Frau

tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Gunnar Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 29.07.2014
Deutsch (Normal): 18.11.2014


Sehr kurzes, geradliniges Wimmelbildabenteuer ohne große Herausforderungen
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Maria heiratet ihre große Liebe Domingo, der als Draufgänger verschrien ist. Nachdem sie ihm zwei Kinder geboren hat, verlässt er sie, um mit einer Jüngeren ein neues Leben zu beginnen, seine Sprösslinge nimmt er mit. Vor Trauer und Kummer darüber ertränkt sie sich in einem See. Jahre später verschwinden in dem mexikanischen Städtchen immer wieder Kinder und obwohl der toten Maria sogar ein Fest gewidmet wird, nehmen die Entführungen kein Ende. Die Legende besagt, dass der Geist der Verstorbenen für dieses Unglück verantwortlich ist. Als Journalistin glauben wir nicht daran und machen uns vor Ort auf die Suche nach der Wahrheit.

Die Grafik passt zum mexikanischen Flair und erinnert durch ihre Farbenvielfalt an den „Tag der Toten“, der dort nach allen Regeln der Kunst gefeiert wird. Die Lippen der Protagonisten sind animiert, die Stimmen akzeptabel und die Hintergrundmusik passend. Die Unterhaltungen mit uns gleichen eher Monologen und wirken sehr langatmig, was bei der gut nachvollziehbaren Handlung gar nicht nötig gewesen wäre.

Es stehen vier Modi zur Auswahl, beim letzten handelt es sich um einen, den wir selbst gestalten können. Eine Besonderheit ist hier der Tipp-Button, der so eingestellt werden kann, dass er uns so lange führt, bis wir an der richtigen Stelle angekommen sind, ohne ihn zwischendurch erneut betätigen zu müssen. Ansonsten haben wir die Möglichkeit, das Glitzern abzuwählen, das Aufladetempo von überspringen und dem Tipp zu regulieren und die Legende der Karte(mit Transportfunktion) zu erweitern. Allerdings ist der letzte Punkt in der Umsetzung völlig missraten, da die Anzeigen dort die meiste Zeit nicht stimmen und somit ein Klick auf den Hinweisgeber die bessere Wahl ist. Während des Spielens können wir jederzeit zu einem anderen Schwierigkeitsgrad wechseln.

Ein Tagebuch bzw. Journal bekommen wir nicht an die Hand, dafür ein Heft, in dem unsere Aufgaben hinterlegt werden. Haben wir eine erledigt, wird das durch ein Häkchen gekennzeichnet. Da aber, wie bereits erwähnt, die Geschichte ohne große Schnörkel daher kommt, ist diese Tatsache nicht weiter schlimm. Unser Inventar ist meist großzügig bestückt, Gegenstände, die wir erhalten oder finden, gebrauchen wir normalerweise sehr zeitnah. Gunnar Games sind allerdings noch nicht auf die Idee gekommen, nützliche Objekte uns für länger zu überlassen, so dass wir immer wieder die gleichen Dinge benötigen, diese aber jedes Mal erneut ausfindig machen müssen.

Alle 13 Wimmelbilder bestehen aus klassischen Wortsuchlisten, in die kleine Interaktionen eingebaut wurden. Jede Szene wird nur einmal gespielt, Alternativen dafür werden uns nicht angeboten. Die Gegenstände sind gut zu erkennen, obwohl es sich vorwiegend um sehr volle und bunte örtlichkeiten handelt. Haben wir alle Begriffe entdeckt, erhalten wir immer ein Objekt für unser Inventar.

Die vielen Rätsel, die zwar passend ins Geschehen eingebettet worden sind, sind ausnahmslos alle einfach, um nicht zu sagen, sehr einfach. Oft fallen die Erklärungen dürftig aus, aber auch diese Tatsache ist zu verschmerzen, da es sich ausschließlich um alte Bekannte handelt. Und selbst Neueinsteiger finden das Spielprinzip in kürzester Zeit selbst heraus. Wir drehen Gleise zu einem durchgehenden Schienensystem, verschieben Blöcke, lassen Ringe rotieren (wahlweise auch Steine  oder Symbole), sortieren Bücherrücken, bemalen einen Schädel und suchen gleiche Paare. Eine Neustart-Funktion oder gar die Möglichkeit eine schwierigere Variante zu spielen, gibt es nicht.

Trotz einer großen Anzahl von Dialogen, Wimmelbildern und Minispielen ist das Ende für geübte Spieler in weniger als drei Stunden erreicht, aber immerhin lässt es keine Fragen offen. Im ca. 45-minütigen Bonuskapitel werden wir nochmal in das mexikanische Städtchen gerufen, um ein anderes seltsames Ereignis aufzuklären. Nur so viel sei verraten: Es handelt sich um einen maskierten Gitarrero, der die Herzen einiger Mädchen höher schlagen lässt. In der Sammlerausgabe gibt es im Hauptteil 25 goldene Schädel einzusammeln und dazu 25 Chamäleonobjekte, die sich in Blumen verwandeln. Diese Gewächse werden in einem Blumengarten gesammelt, der mit dem Spiel selbst aber nichts zu tun hat. Dazu können wir 16 Auszeichnungen erhaschen, Konzeptkunst ansehen und Wallpapers herunter laden. Alles in allem aber nichts, was den doppelten Preis rechtfertigen würde, zumal sich auch noch ein schlecht gemachtes Lösungsbuch dazu gesellt.

„Lost Legends: Die weinende Frau“ ist zwar nicht zum Weinen schlecht, aber auch keine große Offenbarung. Die Geschichte ist eingängig und einigermaßen interessant, die Wimmelbilder und Rätsel hingegen durchgehend gleich und simpel. Dazu kommt eine mehr als unterdurchschnittliche Spieldauer, selbst wenn wir uns alle Zwischensequenzen und Dialoge ansehen und keine Puzzles überspringen. Die Probestunde gewährt einen guten Einblick, ich würde bei Gefallen trotzdem erst zum Kauf raten, wenn es im Angebot erhältlich ist.


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