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Lost Lands: Tilgung (Redemption)


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Five-BN Games

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.com
Download (normal): BigFish Games.com

Autor: Andreas
Datum: 17.07.2020


Anspruchsvolles Wimmelbild-Abenteuer mittlerer Länge mit verheerender deutscher Fassung
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In der 7. Auflage der Lost Lands-Serie spielen wir wieder wie gewohnt als Susan, diesmal nicht unbedingt freiwillig unterstützt von ihrem mittlerweile erwachsenen Sohn Jim. Die gesamte Aufmachung reiht sich nahtlos in die Reihe der Vorgänger ein, angefangen vom Bildschirmaufbau über die Organisationd er Karte bis hin zum alten Freund und Weggefährten Maaron.

Schicken wir gleich voraus, dass eine Wertung diesmal sehr schwer fällt. Wie bei so vielen anderen Serien auch scheint den Entwicklern langsam aber sicher die Luft, sprich: die Ideen, auszugehen. Es dürfte sich wohl um die schwächste Folge handeln, was angesichts der bislang überwiegend hochklassigen Spiele aus dem Lost Lands-Universum normalerweise locker für einen Platz im guten Mittelfeld reichen sollte. Wenn da nicht einige Abers wären...

Die Geschichte ist denn doch reichlich verworren, nicht annähernd so gut durchdacht wie es wünschenswert gewesen wäre. Durch elend lange Einspieler mit schier endlosen Dialogen wird der Spielfluss gehemmt. Das Ende des Hauptspiels ist nicht recht befriedigend,da Susan und Jim vorläufig in den Lost Lands gestrandet sind. Erst im Bonus-Spiel wird dies aufgelöst. Und auch die Länge ist nicht im entferntesten vom gewohnten Ausmaß, sondern eher im durchschnittlichen Bereich angesiedelt.Wir messen dies wie gewöhnlich an der Länge der Lösung, wobei die Videosequenzen naturgemäß nicht berücksichtigt werden.

Über die Grafik können wir nicht klagen. Insbesondere die Zeichnung der Personen samt ihrer Animationen ist hervorragend geworden.

Ein ausgesprochenes Highlight stellen die Wimmelbilder dar. Sie sind anspruchsvoll, ohne unfair zu sein, dabei sehr abwechslungsreich. Viele enthalten ein Rätsel in Form eines Minispiels.

Die Minispiele werden von unterschiedlichen Spielertypen unterschiedlich aufgenommen: Anders als es zuletzt die Regel eher als die Ausnahme war sind sie fast durchgehend anspruchsvoll. All diejenigen, die gern leichte Minispiele wie Code eingeben und dergleichen bevorzugen, werden gehäuften Gebrauch von der Möglichkeit des Überspringens machen. Diejenigen andererseits (zu denen meine Wenigkeit gehört), die gern mal die letzten verbliebenen grauen Zellen verwenden, kommen auf ihre Kosten. Alle lassen sich zurück setzen.

Auch im Abenteuerteil finden wir neben den üblichen Aufgaben rund um Schlüssel und dergleichen immer wieder solche, die eher ungewöhnliche Maßnahmen erfordern. Auffällig hier ist die Tatsache, dass häufig Nahansichten erst dann aktiv bzw. bearbeitbar werden, wenn zuvor an anderer Stelle etwas untersucht wurde, so dass benötigte Informationen darüber erlangt werden, dass irgend etwas benötigt wird. Dieses Feature hat besonders gefallen.

Und damit kommen wir zu den Mankos. Die Person von Jim ist ausgesprochen nervtötend geraten. Pausenlos schimpft er und beschwert sich, teilweise dabei weinerlich wirkend. Das aber ist gar nichts im Vergleich zur deutschen Fassung des Spiels. Wir beobachten ja immer wieder schlampige deutsche Ausgaben, hervorgerufen vermutlich durch die schlechte Bezahlung der Übersetzer. Hier aber ist es vollends verheerend geworden. Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass ein automatischer Übersetzer am Werk war. Anders kann es beim besten Willen nicht erklärt werden,dass so unglaublich viele vollkommen lächerliche und sinnlose Bezeichner für Objekte und Orte vorkommen. Beispiele gefällig? Das englische Wort staff wird mit Personal (an einer Stelle auch Mtarbeiter) übersetzt, obwohl ein Stab gemeint ist. Descent wird mit Abstammung übersetzt, es handelt sich um ein unterirdisches Verlies. In dieser Art könnte reichlich mehr aufgezählt werden. Hinzu kommt, dass sich Susan und Jim ebenso wie Maaron siezen, was geradezu abartig ist.

Die Sammlerausgabe ist recht reichhaltig bestückt. Neben dem üblichen sind in jeder Szene Sammelobjekte und/oder Chamäleonobjekte versteckt (und versteckt ist hier mit Bedacht formuliert). Hat man alle gefunden, kann unter den Extras eine Reihe von Legepuzzles gespielt werden. Nicht gefundenes kann später noch gesucht werden über den Eintrag Kollektion in den Extras. Einige Minispiele können nach gespielt werden, Wimmelbilder leider nicht.

Fazit:
Wir haben hier ein Wimmelbild-Abenteuer eher durchschnittlicher Länge, mit sehr guten Wimmelbildern, überwiegend anspruchsvollen Minispielen und auch sonst einigen Schwierigkeiten. Empfohlen werden kann die englische Version, speziell für erfahrenere Spieler. Anfänger und Spieler, die es lieben, leicht und locker voran zu kommen, werden weniger Freude daran haben. Katastrophal ist die deutsche Version.
Die beiden Anzahlen von Tassen beziehen sich auf die englische bzw.die deutsche Fassung.