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Lost Lands: Der Reisende zwischen den Welten


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Five-BN

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 14.03.2017


Komplexes Wimmelbild-Abenteuer ordentlicher Länge mit anspruchsvollen Wimmelbildern
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Im nunmehr vierten Spiel der Serie Lost Lands sind wir erneut Susan, die zum Einsatz gerufen wird. Diesmal tritt der Geist eines Kapitäns an uns heran, dessen Körper offenbar magisch eingesperrt ist, während der Geist mit seinem Schiff (nicht real auch dieses) planlos durch die Welten reisen muss und überall Katastrophen auslöst, wo er auftaucht.

Während der erste Teil Lost Lands: Der dunkle Meister noch guter Durchschnitt war, gab es bei den beiden folgenden Teilen Lost Lands: Die vier Reiter und Lost Lands: Der goldene Fluch eine Steigerung hin zur Spitzenklasse. Um den vierten Teil zu spielen, sind Kenntnisse der Vorgänger nicht notwendig. Du triffst zwar alte Bekannte, insbesondere den Magier Maaron, und es gibt auch Anspielungen auf die vorangegangenen Exemplare, sie sind aber für das Spiel nicht zwingend erforderlich. Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar. Wie schon im Goldenen Fluch kann auch diesmal lobenswerter Weise auf die dröge Anzeige von Zielen verzichtet werden.

Bild und Ton
Wir können die Bemerkungen zum Goldenen Fluch praktisch unverändert übernehmen: Wir haben hier fantasievoll gestaltete Szenen, gelungen gestaltete Charaktere mit überzeugenden Stimmen während Dialogen. Selbst die Lippenbewegungen sind ziemlich synchron.

Hilfen
Der Tipp ist zuverlässig und beinhaltet eine Transportfunktion, sofern auf eine entfernte Szene verwiesen wird.
Die Karte ist sehr übersichtlich, weil über Karteireiter in mehrere Bereiche eingeteilt. Auch sie stellt Teleportation zur Verfügung.
Daneben haben wir ein Notizbuch, in dem für das Fortkommen wesentliche Informationen festgehalten werden.

Wimmelbilder
Es gibt davon recht wenige, sofern kein Fehler bei der Zählung vorliegt, sind es neun. Sie werden nur einmal besucht.
Alle sind von gleicher Art: Die Suchliste enthält stets Silhouetten, alle Suchobjekte müssen in der Szene verwendet werden (bis auf das letzte natürlich, das ins Inventar geht). Die Entwickler haben hier keine Mühe gescheut, einen gesunden Schwierigkeitsgrad einzubauen, denn jedes Wimmelbild ist ein kleines Abenteuer für sich. Die meisten beinhalten auch ein oder mehrere Minispiele.

Minispiele
Abgesehen von den Wimmelbildern gibt es mit rund 25 Minispielen recht viele. Einige davon sind sehr einfach, aber die anderen bewegen sich im mittleren Schwierigkeitsgrad, wobei auch ein paar Kopfnüsse auftauchen. Auch diesmal wieder muss bemängelt werden, dass sich nicht alle zurück setzen lassen. Während das bei einigen auch nicht unbedingt nötig ist, wird diese Möglichkeit bei anderen schmerzlich vermisst. Immerhin kann ein Reset erzwungen werden durch Verlassen des Minispiels mit anschließendem Neustart.

Geschichte
Wiederum zeigen die Entwickler, dass eine vernünftig aufgebaute und erzählte Geschichte möglich ist. Ohne nennenswerte logische Schwächen wird sie voran getrieben. Wir werden mit sehr wenigen Emblemen oder dergleichen belästigt, nur eine Unzahl von Schlüsseln nervt gegen Ende dann doch.
Das Spiel ist nicht linear aufgebaut, es gibt fast immer mehrere Baustellen, deren Bearbeitung in verschiedener Reihenfolge möglich ist. Dabei sind erhebliche Laufwege zurück zu legen, ohne Verwendung der Karte ist das schwerlich zu schaffen.
Das Ende ist zufriedenstellend, es bleiben keine Fragen offen. Lobend sei hier erwähnt, dass diesmal beim finalen Minispiel nicht etwa schwachsinnige Aufgaben zu lösen sind wie Paare von Symbolen anzuklicken. Vielmehr wird ein Gerät installiert und fertig gestellt, das zum letztlichen Erfolg führt.

Abenteuerteil
Wie schon im Vorgänger haben wir Aufgaben zu bearbeiten, die nicht sämtlich sattsam gewohnter Standard sind, obwohl auch dies vorkommt. Insbesondere vermissen wir keineswegs den fehlenden kaputten Reißverschluss.
Positiv hier vor allem, dass einige Inventarobjekte nicht als Einwegartikel verwendet werden, sondern für späteren Gebrauch im Inventar verbleiben. Negativ in diesem Zusammenhang ist eigentlich nur der inflationäre Gebrauch von Schlüsseln aller Art. Zum Glück werden sie gewöhnlich wenigstens zeitnah verwendet, so dass sich nie mehrere gleichzeitig im Inventar befinden.
Lästig sind die vielen Videosequenzen. Sie lassen sich zwar überspringen, aber imer wieder werden wir mit allgemeinen Mitteilungen konfrontiert, bei denen das nicht möglich ist. Da ist Abwarten angesagt: lästig, wie gesagt.

Sammlerausgabe
Wir empfehlen ja nun prinzipiell den Erwerb der Sammlerausgabe höchst selten. Hier aber können wir zumindest nicht sofort davon abraten.
Für Freunde der Sammelobjekte ist gesorgt: Es gibt in jeder Szene eines davon, ebenso ein Chamäleonobjekt. Sie sind nicht ohne weiteres sehr leicht zu erspähen. Allerdings verändert der Mauszeiger seine Form, sobald er auf einem dieser Objekte liegt. Darüber hinaus sind Schriftstücke zu finden.
Neben dem üblichen Sortiment an zweifelhaften Zugaben finden wir ein Bonuskapitel, das nicht wie so oft eher lächerlich ist, sondern einen Teil der Geschichte vom Standpunkt einer im Hauptspiel auftretenden Figur erzählt und dabei den erfreulich hohen Standard bei behält.
Ferner können die Minispiele erneut gespielt werden, die Wimmelbilder leider nicht. Dafür können wir eine Reihe von Puzzles legen, die Szenenbilder erzeugen. Und natürlich fehlen auch die Auszeichnungen nicht.

Fazit
Es liegt hier ein Wimmelbild-Abenteuer knapp überdurchschnittlicher Länge vor, das vor allem bei den anspruchsvollen Wimmelbildern punktet. Hinsichtlich Geschichte und Abenteuerteil kann das Spiel überzeugen mit nur leichten Abstrichen. Die nicht durchgängig angebotene Neustartfunktion bei Minispielen fällt negativ auf. Es kann sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Spieler empfohlen werden. Das Spielen der Probeversion wird empfohlen, sie liefert einen guten Eindruck.