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Lost Lands: Fehler der Vergangenheit


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Five BN

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 12.09.2018

Interessante Geschichte, anspruchsvolle Wimmelbilder (zu) viele Minispiele
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Wie schon in den diversen Vorgängern sind wir wieder als Susan gefragt, einiges in den Lost Lands in Ordnung zu bringen. Magierin Cassandra war ursprünglich eine weiße Hexe, wurde aber durch unglückliche Umstände zur bösen Hexe und hat die Lost Lands unterworfen. Der alte (und altbekannte) Erzmagier Maaron wurde außer Gefecht gesetzt, offenbar ist er unbeabsichtigt verantwortlich für die fatale Fehlentwicklung. Wir müssen nun in der Zeit zurück reisen, um den Fehler von damals zu reparieren.

Eine halbe Extra-Tasse verdienen sich die Entwickler durch die erfreulich umfangreichen Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Modus. Wir können die lästige Einblendung von Zielen nämlich abschalten, alles andere als eine Selbstverständlichkeit heutzutage.

Die Grafik fällt ein wenig ab gegenüber den Vorgängern, Details sind zu häufig zu schlecht zu erkennen. Sie fällt aber realistisch aus und es werden die in letzter Zeit gehäuft zu ertragenden grellen Farben vermieden.

Die Geschichte, die als Fantasy mit einem kleinen Einschlag von Science Fiction (Zeitreise) daher kommt, mag manchen nicht gefallen, stellt aber eine willkommene Abwechslung dar. Sie wird schlüssig erzählt und geradlinig voran getrieben. Im Unterschied zu den Vorgängern gibt es hier deutlich weniger Sprünge zwischen weit auseinander liegenden Bereichen zu tun, jeder Komplex ist in sich abgeschlossen. Das Ende stellt vollkommen zufrieden, kommt aber deutlich eher als bei den Lost Lands gewohnt. Weniger erfreulich und die Netto-Spielzeit weiterhin verkürzend sind die enorm vielen und langen Einspieler. Sie tragen zwar durchaus zur Geschichte bei, verlangsamen aber den Fortgang nicht unerheblich.

Die unterwegs zu lösenden Aufgaben fallen insofern positiv ins Gewicht, als zwar auch hier einige sattsam bekannte Standards vorkommen, aber eher in der Minderzahl sind. Man hat sich stattdessen offenbar bemüht, wenigstens teilweise ausgefahrene Gleise zu verlassen. Bei deutlich weniger Emblemen als es leider heute die Regel ist, kommen lediglich ein paar Schlüssel zu viel vor.

Bei den Wimmelbildern und Minispielen scheiden sich die Geister: Wimmelbilder treten sparsam in Erscheinung, Minispiele dagegen gibt es reichlich. Dieses Ungleichgewicht wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass die Wimmelbilder ihrerseits mit einigem Recht als verkappte Minispiele gesehen werden können. Sie sind alle von der gleichen Art: Suchobjekte werden als Silhouetten vorgegeben, und werden auf teilweise komplexe Weise verwendet, um Aufgaben zu erledigen. Dazu enthalten sie auch noch je mindestens ein eingebettetes Minispiel. Alle Freunde des reinen Suchens kommen hier nicht auf ihre Kosten.

Die Minispiele wiederum hätten besser in die Geschichte eingearbeitet sein können. Ebenfalls hätte es nicht geschadet, ihre Anzahl zu verringern und stattdessen hier und da etwas mehr Mühe zu verwenden, sowohl hinsichtlich Ausarbeitung als auch insbesondere hinsichtlich Anleitungen. Diese taugen viel zu oft herzlich wenig.

Die Karte ist wieder sehr gut mit ihren Karteireitern. Der Tipp hakt an mindestens einer Stelle gewaltig. Zusätzlich haben wir wieder mal ein Tagebuch zur Hand, das auch wirklich eine Funktion erfüllt.

Die Sammlerausgabe ist recht großzügig ausgefallen. In jeder Szene gibt es für die Sucher unter uns je ein Sammelobjekt und ein Chamäleonobjekt zu finden. Diese sind teilweise nur sehr schwer zu erkennen. Neben dem üblichen Material können einige Minispiele nach gespielt werden. Dazu können wir nach Abschluss des Hauptspiels ein paar Lege-Puzzles bearbeiten.

Fazit;
Speziell wegen der eher kurzen Spielzeit fällt das Spiel gegenüber einigen der Vorgänger ab. Hier würden wir vor allem Lost Lands: Die vier Reiter, Lost Lands: Der goldene Fluch und Lost Lands: Der Reisende zwischen den Welten empfehlen. Das soll aber nicht abwertend gemeint sein, die Geschichte ist interessant und wird ansprechend erzählt, die Wimmelbilder sind anspruchsvoll. Bei den Minispielen wäre etwas weniger mehr gewesen.