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Lost Lands - Eisfluch


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Five-bn

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 01.02.2017


Nicht so gut wie frühere Teile der Serie, aber immer noch über dem Durchschnitt
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Wie schon in den ersten Teilen der Serie spielen wir als Susan, die erneut in die Lost Lands gerufen wird. Diesmal droht hier alles unter einem rätselhaften Eisfluch zugrunde zu gehen. Auch beliebte wie bekannte Figuren wie Druide Maaron und Folnur, der Zwerg, sind wieder mit von der Partie.

Verglichen mit einigen der Vorgänger fällt Eisfluch leicht ab, näheres folgt. Deutlich besser sind Lost Lands: Die vier Reiter,Lost Lands: Der goldene Fluch und Lost Lands: Der Reisende zwischen den Welten.

Gleich zu Anfang fällt zweierlei positiv auf: Zum einen hat man auf auf mehrere Vorspiele verzichtet, so dass wir schneller zum Spiel selbst gelangen. Ein Vorspann existiert aber doch, und dieser ist ausnahmsweise empfehlenswert, da er letztlich die Ursache für das ganze Übel zeigt, was wir zu Anfang aber noch nicht ahnen.

Bild und Ton sind sehr gut gelungen, einige Details wie Fußspuren im Schnee und zweimal eine Lupe sind mit Liebe gestrickt.

An Hilfen haben wir eine Karte zur Verfügung, die vorbildlich wie gewohnt bei der Serie gestaltet ist mit verschiedenen Sektionen. Auf Wunsch werden Szenen mit aktuellen Aufgaben markiert, ebenfalls gibt es eine Transportfunktion. Der Tipp arbeitet ebenfalls zuverlässig: Entweder wird auf eine Stelle in der aktuellen Szene verwiesen oder die Karte eingeblendet mit einer zu besuchenden Szene. Außerdem gibt es wieder einmal ein Tagebuch, das gelegentlich zu Rate gezogen werden muss, da wesentliche Informationen festgehalten sind.

Die Wimmelbilder sind verhältnismäßig sparsam, alle von der gleichen Art: Viele Interaktionen mit Zurück einsetzen und eingebauten Rätseln, sie werden nur einmal besucht.

Die Minispiele sind recht zahlreich, mit Schwierigkeiten von leicht bis schwierig, alle mit Neustartfunktion und zu überspringen. Eines wiederholt sich mehrfach, was zu Längen führt. Andere wiederum sehen leichter aus als sie sind. Hier wären mindestens zwei zu nennen, bei denen Skizzen (teils aus dem Tagebuch) verwendet werden müssen, die als Vorlage dienen. Diese sind aber so schlecht zu erkennen, dass wir unsere liebe Mühe und Not haben.

Die Geschichte ist durchdacht, ohne große logischen Schwächen. Nur das Ende ist zwiespältig: Ein nicht überzeugender Auftritt einer der Hauptfiguren, nur motiviert durch den Wunsch (vermutlich im Hinblick auf Fortsetzungen), Susan am Leben zu lassen, kann eigentlich gar nicht stattfinden. Es gibt viel Hin und Her, was ohne Karte so gut wie aussichtslos ist. Durch viele Dialoge und Videosequenzen treten Längen auf, wenigstens können wir sie weiter schalten und großteils sogar überspringen. Zwei weitere Längen sind dem mehrfachen Auftreten desselben Minispiels und dem nervigen Besuch bei einer Händlerin namens Nomianna geschuldet.

Der Abenteuerteil ist schwächer als infrüheren Spielen der Serie: zu viele Schlüssel aller Art und überwiegend Standardaufgaben trüben das eigentlich positive Gesamtbild. Es treten ferner Runen ohne Ende auf und die Sache mit Nomianna wurde schon erwähnt. Ich habe nicht gezählt, aber der Hinweis: "Verschlossen, ich brauche einen Schlüssel" taucht viel zu oft auf.

Es gibt in der deutschen Version ein paar sprachliche Schwächen. Einige Rechtschreibfehler treten auf und ebenfalls teils falsche Aussagen wie: Leiter kann nicht repariert werden, wobei dies dann eben doch gerade die Aufgabe ist.

Die Sammlerausgabe enthält neben dem üblichen in jeder Szene ein Chamäleonobjekt und ein Sammelobjekt. Hat man letztere alle gefunden, kann man in den Extras Puzzle mancher Szenen legen. Etliche Minispiele und Wimmelbilder können nach gespielt werden, das Bonuskapitel ist kurz und fällt im Vergleich zum Hauptspiel deutlich ab.

Fazit:
Wen die erwähnten kleinen Mängel nicht stören (endlose Laufereien, Wiederholungen und Abenteuerteil mit weniger Inspiration als wünschenswert), der wird mit einem komplexen Wimmelbild-Abenteuer, das recht minispiel-lastig ausfällt, belohnt. Von der Sammlerausgabe kann nicht gänzlich abgeraten werden, da die Extras in der Auswahl über dem Durchschnitt liegen. Es wird ein Probedownload empfohlen.