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Lost Civilization


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Icarus Games

Download: Deutschland-Spielt
Download: BigFish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 08.11.2013
Deutsch (28.02.2014)

Düsteres Wimmelbildabenteuer mit kleinen graphischen Schwächen
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Als Archäologin Suzanne Kheer langweilen wir uns in einem Londoner Institut zu Tode. Ein Anruf unseres Onkel Edwards erlöst uns davon, da er uns bittet nach Prag zu reisen, um dort unseren Freund Michael zu treffen, der ebenfalls für Onkel Edward tätig ist. Beide sind dabei, ein Geheimnis aus dem zweiten Weltkrieg zu lüften und die spannende Frage zu klären: Wer sind wir und wo kommen wir her?

Doch zu allererst haben wir ein anderes Problem. Michael ist verschwunden und wir müssen in Prag seinen Spuren folgen, die uns an die deutsch-tschechische Grenze, nach England und zu den Mayas führen werden.

Ein Dialog jagt den nächsten. Ständig treffen wir auf Personen, die uns zwar weiterhelfen können, allerdings nicht ohne Gegenleistung. Die einzige Stimme, die wir im Spielverlauf zu hören bekommen, ist unsere eigene. Alle anderen Zwiegespräche verlaufen stumm und nur als Text lesbar, was eine merkwürdige Stille mit sich führt. Die Grafik ist passend zur Stimmung, teilweise leicht verwaschen, trotzdem sehr übersichtlich und schnörkellos. Nur bei den Wimmelbildern werden wir ein ums andere Mal Probleme haben, alle Gegenstände mühelos zu finden, da sie teilweise schwer zu erkennen sind.

Doch zuerst müssen wir uns auf eine der drei Schwierigkeitsstufen festlegen, die Unterschiede bestehen aber nur in der Aufladezeit des Hinweisbuttons und ob aktive Bereiche glitzern oder nicht. Da uns allerdings keine Karte zur Verfügung steht und wir doch das ein oder andere Tunnelsystem durchqueren müssen, ist das Glitzern in diesem Fall relativ hilfreich. Aber einmal eine Wahl getroffen, ist diese nicht mehr änderbar. Außerdem steht uns ein Tagebuch zur Verfügung, dass alles Wichtige notiert, und in dem wir einzelne Geschichtsabschnitte noch einmal nachlesen können. Aktuelle Aufgaben werden uns immer wieder eingeblendet.  Der Tipp zeigt uns zu keiner Zeit die Richtung an, sondern hilft uns lediglich mit einem Texthinweis weiter, der aber zuverlässig ist und uns stets zum passenden Ort führt.

Abwechslung und viele Ideen stecken in den Wimmelbildern, die zahlreich vorhanden sind. Gleich das erste, dem wir begegnen, sticht sofort heraus. Dort sammeln wir beginnend alle Utensilien einer Wortsuchliste ein, diese verwenden wir dann, um ein Gemälde zu erstellen. Das muss auch noch verkauft werden und mit dem verdienten Geld, das wir in eine Box stecken, erhalten wir am Ende einen Brieföffner für unsere Inventarleiste. Ein netter Einfall ist auch der, dass man ein Fischernetz voll mit Gegenständen aus dem Wasser holen kann, dort Begriffe anhand einer Liste einsammelt und bei erneutem Tauchgang des Netzes andere Objekte darin zum Vorschein kommen. Dann gibt es noch eine Kommode, deren Schubladen wir mit vier Schlüsseln aufschließen müssen. Alle zu suchenden Gegenstände sind gelb eingefärbt. öffnen wir eine richtige Schublade, wird das Wort in Weiß angezeigt und so wissen wir, dass wir richtig sind. Zwischendurch spielen wir noch die Variante, bei der wir Dinge wieder zurück in die Szene legen müssen und ganz klassische Wortsuchlisten mit kleinen Interaktionen. Einige der Wimmelbilder suchen wir auch ein zweites Mal auf, wobei die Abstände dazwischen sehr kurz gehalten sind.

Ziemlich vernachlässigt werden bei „Lost Civilization“ die Rätsel. Insgesamt zählen wir acht Vertreter gängiger Minispiele. Wir balancieren zwei Regale mit Hilfe von Büchern aus, Wiederholen Farbsequenzen oder puzzeln aus kleinen Fragmenten ein Dreieck zusammen. Keines dieser Rätsel ist unlösbar, alle sind mit einer überspringen-Funktion ausgestattet, die aber selbst ungeübte Spieler nicht benötigen werden. Allerdings wurden sie passend ins Spielgeschehen eingefügt und machen an jeder Stelle Sinn.

Eher enttäuschend ist nach ca. 3 Stunden das Finale. Es verläuft wie erwartet, allerdings ist der Inhalt der Geschichte nicht bis zum Ende stimmig und verliert sich irgendwann in einen Kriminalfall ohne auf die historischen Details weiter einzugehen. Trotzdem ist der Verlauf des Spiels selbst logisch, man kann jederzeit den Geschehnissen folgen und sofort nachvollziehen, wozu man die Inventargegenstände benötigt, was dem Spielfluss durchaus zu Gute kommt.

Wichtig für die "alten Adventurehasen": Das Spiel erschien um 2005 schon einmal unter dem Namen "Ni.Bi.Ru - Bote der Götter". Es gibt zwei Unterschiede: Die Figuren der beiden Protagonisten wurden vertauscht und es wurden Wimmelbilder eingebaut (Danke an Andreas für diese Info).

„Lost Civilization“ ist ein düsteres Spiel. Vor allen Dingen dann, wenn man alleine durch die Kanalisation schreitet und lediglich ein paar dumpfe Wassertropfen zu Boden fallen hört. Da erwischt man sich mitunter selbst dabei, wie man die Luft anhält, um keine eigenen Geräusche zu erzeugen. Und diese Stimmung wird durchgehend aufrecht erhalten, gepaart mit einem Sammelsurium an interessanten Wimmelbildern. Es ist kein großes Spiel, aber für eine Standardversion durchaus eines mit Unterhaltungswert.


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