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Living Legends: Die Rache des Biests


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: 4Friends Games

Download (Sammler): Deutschland spielt
Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 05.02.2015
Deutsch (Normal): 15.05.2015

Viel zu kurz, mit deutlichem Absacker kurz nach der Demostunde
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Bären attackieren deine Stadt und du als Anführer der Jäger wirst benötigt. Schnell wird klar, dass hinter den Angriffen mehr steckt. Spätestens dann, als dir deine schon längst tote Mutter als Geist erscheint, die einst die Stadt gerettet hat. Und als sich dann ein alter, verletzter Mann als undankbarer Flegel erweist, der von dir erst gerettet wird, dann aber deinen Vater entführt, ist entgültig sicher: Hier geht es um mehr, als es den Anschein hat.

Nach ca. 3-5 Minuten ist aber noch etwas sicher. Unser Held hat ein schweres Leben. Wer jeden Morgen zuerst ein Fenster reparieren oder ein Bild auseinander nehmen muss, bevor er Licht oder eine offene Haustür hat, der hat es wahrlich nicht leicht. Und nach weiteren fünf Minuten ist klar, dass 4Friends Games zwar grafisch einen sehr guten Job macht, Nachvollziehbarkeit des Spielverlaufes oder Logik aber ebenso wenig zu ihren Stärken gehört, wie ruckel- und ladezeitfreie übergänge von einer Szene in die Nächste.

Bei den vier zur Verfügung stehenden Modi entsprechen drei den üblichen Kategorien, der vierte bietet eine kleine Auswahl von Spieleinstellungen zur persönlichen Justierung. Als Hilfe gibt es eine Karte, die je nach Modus oder auf Wunsch die Orte mit einem Ausrufezeichen versieht, die aktuell sich zu bespielen lohnt. Dies und die Teleport-Funktion sind recht hilfreich, denn ein übervolles Inventar, viele verschiedene Aufgaben und eine für die Schusterprüfung gedachte Laufstrecke laden einfach dazu ein, sich zumindest ab und an mal dieser Vereinfachung zu bedienen.

In der ersten Hälfte der Spielzeit (also ca. den ersten 1,5 Stunden) wird der Spieler in Living Legends: Die Rache des Biests abwechselungsreiche Wimmelbilder vorfinden, in der Hauptsache Umriss-Suchlisten, die durch Interaktion gefunden oder im Puzzle-Modus verwendet werden müssen. Dies aber bricht dann ab, es gibt nur noch Wortsuchlisten, die anfänglich noch mit einigen Interaktionen daher kommen, die sich dann aber auf ein bis zwei reduzieren. Und da hat man dann Glück, wenn man z.B. eine Kerze selbst anzünden darf und diese sich nicht durch anklicken eines Feuerzeuges gleich selbst entzündet. Oder anders gesagt: Nachdem man auch ungeübte Spieler ganz sicher in der Demozeit von den tollen Ideen zum Kauf überzeugt hat, setzt man sich im Wimmelbildbereich zur Ruhe. Ziemlich genau zu diesem Zeitpunkt beginnt es auch, dass man Wimmelbilder 2x spielt, oft auch unmittelbar hintereinander.

Trotzdem: Die Puzzleszenen in zwei Buchseiten zum Beispiel sind sehr schön gemacht, gleiches gilt für die Wimmelbilder im ersten Teil. Hier wird viel Unterhaltung geboten.

Ein Buch, das Codes festhält, gibt es nicht. Zwar verfügt die Karte auch über einen Reiter für Notizen und Aufgaben, doch keine dieser beiden Angebote verweist auf die Dokumente, die man mit wichtigen Informationen gefunden hat. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten - jeden Zettel aufmerksam begutachten und eventuelle Hilfen selbst aufschreiben oder eben die diversen Reihenfolgen selbst herausfinden, die es in vielen Puzzlen zu entschlüsseln gibt. Das ist einfach nicht unterhaltsam, zumal es im Puzzle-Bereich für 4Friends Games zwei Hauptkomponenten gibt. Paare finden und Klicksequenzen herausfinden. Der Rest ist größtenteils ebenfalls altbekannt und selten benötigt man mehr als zwei bis drei Klicks, um sie zu lösen.

Dass es auch anders geht, zeigt uns der Entwickler im gleichen Spiel aber auch. Denn kleine Puzzles, die in Nahansichtfenstern erscheinen, werden nicht erklärt. Sie können auch nicht übersprungen werden - wer nicht versteht, was er tun soll, muss den Tipp verwenden, der dann zumindest im Ansatz zeigt, worum es geht. Auch das zeigt wenig Einfühlungsvermögen und wenig Balanceverständnis für Spieler aller Stärken.

In der Sammleredition gibt es Runen zu finden, die als veränderliche Objekte daher kommen. Sie dienen dazu, später die Geschichte Morgana's und des Alchemisten zu erzählen, und zwar in kleinen Puzzle-Wimmelbildern. Ausserdem gibt es eine Bonusgeschichte, die fünf Jahre nach dem Ende der Hauptgeschichte angesiedelt ist. Meine Uhr blieb bei 48 Minuten stehen. 9 Wimmelbilder und 14 Puzzles können beliebig oft wiederholt werden. Dazu gibt es Hintergründe, Screen Savers, Musik, Konzeptkunt und Einspieler.

Geschichtlicher und spielerischer Höhepunkt ist der Wechsel zwischen Bär und Mann. Im Bärmodus stehen dir (angeblich) nur Nase, Tatzen und Gebiss zur Verfügung. Doch auch hier kann der Bär mal einen zarten Schlüssel drehen, andererseits aber nichts aufheben. Es ist schade (und symptomatisch für das Spiel), dass diese änderung nicht wirklich ausgebaut wurde - die Nase zum Beispiel benutzt du nur einmal.

Die Geschichte ist eigentlich nicht nur eine, sondern gleich mehrere. Anfänglich geht es darum, die Bären zu verjagen, dann den Mörder der Mutter zu finden, den Vater zu retten und einiges mehr, das an dieser Stelle nicht verraten werden soll. Leider ist auch hier das Problem, dass nichts wirklich zu Ende gedacht wurde, dass alles nur halb angerissen wird und so der Spieler nie mit einem Geschichtsteil wirklich vertraut wird. Da das Spiel zum Ende hin immer "rasanter" wird (nicht wirklich, sondern nur, was die Abfolge angeht), bleibt das, was eigentlich erzählt werden soll, sehr auf der Strecke. Zumal die geschichtlichen Einspieler langatmig und nicht sonderlich gut erzählt werden.

Die im Buch zu ersehene Spielzeit (bei mir 2:57) lässt, wie bei so vielen Spielen, einen faden Geschmack aufkommen. Der deutlich spürbare Unterschied kurz nach Ablauf der Demostunde verstärkt diesen noch. Dazu kommen Nicht-Erklärungen bei einigen Puzzles, dafür 3-Klicklösungen bei vielen anderen. Geschichtlich und auch spielerisch nicht zu Ende gedacht, ist Living Legends: Die Rache des Biests ein Spiel, das viel verspricht, aber geschürte Erwartungen in keinem Punkt erfüllen kann. Besonders unschön: Das hätte etwas werden können, 4friends Games. Was sehr gutes. So aber ist von der Sammleredition sowieso und leider auch von der Normalversion zum Normalpreis nur abzuraten.


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