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Legends of the East: Das Auge der Kobra


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Chayowa Games

Download (Normal): Bigfish Games.com
Download (Sammler): Bigfish Games.de

Wenn Du Legends of the East: Das Auge der Kobra auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K.
Datum: 29.07.2013
Deutsch (Sammler): 27.10.2013

Als du die Nachricht erhältst, dass dein Mann Daniel verschwunden ist, hast du ihn seit sechs Monaten nicht mehr gesehen. Scheinbar besessen von etwas, was seine Vorfahren getan haben, hat er dich fortgeschickt. Doch als Antonio, ein Freund deines Mannes, dir vor seinem Verschwinden berichtet, reist du sofort zurück nach Britisch-Indien. In was ist Daniel hinein geraten? Wem kannst du trauen? Und was sind das für Gestalten, die dir und anderen ganz offensichtlich nicht wohl gesonnen sind?

Nach zehn Minuten Spielzeit hat man zwar einiges erfahren (wenngleich es eher Bruchstücke sind), diverse Einspieler erlebt, ein oder zwei Gegenstände gefunden, aber wirkliche Fortschritte konnten nicht erzielt werden. 4 von 5 anzuklickenden Orten benötigen noch Objekte, um anderer Dinge habhaft oder geöffnet zu werden. Und hat man erst einmal die erste Stunde hinter sich gebracht, dann gibt es gefühlt hundert Baustellen, aber nur wenig, was wirklich erledigt wurde. Dafür aber des öfteren ein mit Dingen gefülltes Inventar, die man nicht gebrauchen kann, egal was man für eine neue Baustelle öffnet. Und hat man das dann erledigt, geht es an einen weiteren Hauptort und alles beginnt von vorn.

Grafisch auf den ersten Blick wirklich gut, verflüchtigt sich dieses Wohlwollen schnell in den Suchbildern. Zwei unspektakuläre Interaktionen pro Wimmelbild werden von zehn "normalen" Gegenständen eskortiert. Diese sind, zwar nicht immer aber auffallend häufig, klein, unscharf, nicht als das was es sein soll erkennbar, während der Rest der Szene sich durchaus hübsch präsentiert. Positiv sei hier nur zu vermerken, dass bei Start des Spieles mit einem zweiten Profil einige Gegenstände in den Suchlisten ausgetauscht werden. Viele der Suchszenen spielst du 2-3 Mal, gern auch mal flott hintereinander oder genau das Gegenteil, wenn die Szene schon lang in Vergessenheit geraten ist. Die Karte allerdings wird Auskunft geben, wo es etwas zu tun gibt und dich auf Wunsch auch dort hin bringen.

Herr, wirf Hirn vom Himmel. In Legends of the East: Das Auge der Kobra überkommt einen dieser fromme Wunsch des öfteren. Und zwar stets mit der Richtungsangabe Chawoyo versehen. Als Beispiel sollen die folgenden Ungereimtheiten dienen: Ein flacher Blätterhaufen - doch wir suchen uns einen Wolf, um eine Harke zu finden; diese enthüllt dann unerschrocken eine dicke ölkanne, die unter den Blättern niemals hätte versteckt sein können (später dann legen wir mit den Händen, denen einige winzige Blätter ein unüberwindliches Hindernis erschienen, mutig und ohne Zögern eine tief im Sand vergrabene Kiste frei). Als Frau von Welt benutzen wir einen Diamanten selbstverständlich nur als Glasschneider und entsorgen ihn anschließend klaglos (und jetzt komme mir niemand mit Diebstahl. Wir alle, die wir Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer spielen, klauen und zerstören ständig alles, was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Und selbst da holen wir es runter ;)). Von hochgradigem Realitätsverlust spricht auch die folgende Ungereimtheit: Man wird in einem Haus eingesperrt, befreit sich anschließend mit einer selbstgebastelten Seilbahn. So weit, so gut. Warum man aber nun über die Karte das noch immer verschlossene Haus barriere- und "kletterfrei" frei betreten kann, obwohl die Protagonistin über keinerlei Verwandtschaft mit besenfliegenden Hexen oder anderen magischen Vorfahren aufwarten kann, weiß wohl nur Chayowo. Denn auch der "Fußweg" ist völlig abwegig, das wäre nämlich dann die "Seilbahn".

Je nach Spielvorliebe werden dich entweder Schuster oder Flügelmacher zum Kunden des Jahres ausrufen. Denn du wirst häufig von einem Ort zum anderen laufen oder kartentechnisch fliegen, um dort etwas zu erledigen, was dir etwas bringt, was du benötigst, um am nächsten Ort etwas zu erledigen, was dir etwas bringt, was dir am nächsten Ort weiterhilft. Mit immer nur der einen Option, wo es etwas zu tun gibt. Dieser lineare Spielverlauf birgt dann zwei Möglichkeiten: Frust, weil man ständig durch die verschiedenen Orte tappert (es sei denn man hat ein Gedächtnis wie ein Elefant und weiß genau, wo man denn diesen Gegenstand eventuell als fehlend hat angezeigt bekommen) oder Langeweile, weil die Karte halt eine Option ist, aber nur wenig eigenes Spiel zulässt.

Die Puzzles sind zum Teil gut gemacht, haben zwar keinen echten Schwierigkeitsgrad, erledigen sich aber auch nicht im Handumdrehen. Die meisten aber sind langweilig, alle sind bekannt. Die Geschichte ist vielschichtig, verworren und nur annähernd verständlich, wenn du zum einen die geheimen Notizen mit einer besonderen Scheibe findest (wovon es so wenig gibt, dass man sich fragt, was das Ganze überhaupt soll), zum anderen jedes Fitzelchen Papier aufmerksam liest. Nett allerdings, dass die Bemerkungen der Heldin ab und an einen gewissen Humor nicht vermissen lassen.

Das Spiel kommt erst sehr spät mit besseren Puzzlen und "fühlbaren" Spielfortschritten tatsächlich in die Gänge. Doch der Spielfluss wird immer wieder von Wimmelbildern oder anderen "Pausenfüllern" unterbrochen. Sich einfühlen fällt schwer, auch durch die Fragen, die scheinbare Antworten aufwerfen. Und vielleicht der größte Minuspunkt: Atmosphäre, speziell östliche Atmosphäre, wie man es vom Titel, vom Entwickler und vom Ort des Geschehens erwarten dürfte, gibt es nicht. Legends of the East: Das Auge der Kobra hat keine Seele. Es ist wie viele Dinge heutzutage. Ausgerichtet nach ausschließlich kommerziellen Gesichtspunkten lässt es alles vermissen, was es braucht, um dem Spieler ein Gefühl für das Spiel, die Protagonisten, die Geschichte zu geben.
Das Hauptspiel dauert ca. 3,5 bis 4 Stunden (plus etwa 45 - 60 Minuten für das Bonus-Spiel, eine Verlängerung der Hauptgeschichte, diesmal gerät Catherine in tödliche Gefahr), fühlt sich aber wie 10 unwillkommene Stunden an. Andere Extras der Sammleredition sind dürftig. Neben Hintergründen und Skizzen gibt es 4 mp3-Dateien und du kannst dir 2 kurze Extra-Videos ansehen, sowie den BFG-Trailer.

Chawoyo hat in den vergangen drei Monaten drei Spiele (Untold History: Descendant of the Sun, Legends of the East: Das Auge der Kobra und Zodiac Prophecies: Der Schlangenträger) herausgebracht. Und damit etwas Erstaunliches gezeigt. Nämlich dass beide Sammlereditionen langweilige, schlecht gemachte Spiele sind, ihr Geld kaum wert. Bei dem Standardspiel Zodiac Prophecies: Der Schlangenträger allerdings habe sie solide Arbeit abgeliefert. Und zwar nicht nur grafisch.

Legends of the East: Das Auge der Kobra jedenfalls bietet schöne Bilder. Und in der Normalversion ein unterdurchschnittliches, aber noch erträgliches Spiel. Die Sammleredition allerdings sollte man unter allen Umständen dort lassen, wo sie ist. In den virtuellen Regalen von BFG.


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