League of Light: Der Trophäensammler


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: MariaGlorum

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 23.09.2016


Ordentliche Länge, kein vollständiges Ende, gute Wimmelbilder
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Du erhältst einen Brief von Hank Hunter, der sich verfolgt fühlt und deine Hilfe benötigt, weil er seine Familie nicht allein beschützen kann. Doch als du, als Detektiv der League of Ligth dort ankommst, musst du feststellen: Irgendwer gibt sich bereits als Abgesandter der Liga aus. Jemand wirft dich sofort ins Gefängnis und du erfährst, dass Hank in eine Vogelscheuche verwandelt wurde. Was geht in dieser Stadt vor sich?

Zu Beginn erfolgt die übliche Modusauswahl. Es sei dabei erwähnt, dass einen der inviduelle Modus nicht davor bewahren kann, dass Mariaglorum den Spieler mit unerwünschten Schattenhilfen bei divesen Rätseln des Abenteuerteiles belästigt. Karte und Tipp dienen als Reisemöglichkeit und scheinen durchaus zuverlässig zu sein. Von der Laufleistung gesehen, wäre eine Karte nicht nötig, doch die Anzeige, wo es noch etwas zu tun gibt, ist hilfreich. Nicht immer erschließen sich die eventuellen Möglichkeiten anhand des Inventarinhaltes. Als Helfer dient dir außerdem eine Vogelscheuche. Für einige der geforderten Dienstleistungen benötigt diese zusätzliche Gegenstände, um den Auftrag ausführen zu können. Nett gemacht, ohne übertrieben süßlich zu sein.

Kommen wir dann gleich zum Besten teil des Spieles; die Wimmelbilder. Hier gibt es Wortsuchlisten mit Interaktionen, ebenfalls mit Interaktionen versehene "Suche X-von Y"-Suchen, einige Bilderbuchszenen, die mit Interaktion versehen sind, eine "Lege-Zurück"-Suche, eine wunderbare Kombinations-Suche (z.B. ergeben Schneeflocke und Wasser Eis) und sie alle sind gut gemacht. Zwar herrscht das übliche Chaos, doch die Bilder an sich sind schön und die Abwechslung der unterschiedlichen Varianten wohltuend.

Nicht ganz so positiv sind die Puzzles. Grafisch in Ordnung gibt es nur wenige, die einen Puzzlefreund erfreuen könnten, Kniffelfreunde werden maximal 2x einen wirklichen Grund zum Kopfzerbrechen finden. Mariaglorum hat sich bei League of Light: Der Trophäensammler an die Spieler gewandt, die diesem Teil eines Wimmelbild-Puzzle-Abenteuers nicht wirklich viel abgewinnen können.

Der Abenteuerteil gestaltet sich eher vorhersehbar und langweilig. Es warten keine Überraschungen, eher die Frage, warum grundsätzliche unwichtige Dinge versteckt sind, als handle es sich dabei um den englichen Kronschatz. Gleichzeitig finden wir dann wichtige Dinge gern auch mal ohne weitere Anstrengung.
Es ist wie üblich nicht einsehbar, warum der Böse uns als Detektiv immer wieder überleben lässt. Das klassische Reuemuster? Der Täter möchte gefasst werden? Wir wissen es nicht; die vielen Schläge auf den Kopf scheinen aber zu erklären, warum ein Detektiv, an dessen Erfolg das Leben vieler hängt, es nicht über sich bringt, in schmutziges Wasser zu greifen. Von anderen Unzulänglichkeiten mal abgesehen. Auch grafische Fehler säumen unseren Weg. So ist eine Kiste schon längst im Inventar, aber in kurzen Einspielern noch immer dort, ausgegossenes Wasser hatte keinen Bock auf dem Boden rumzudümpeln und geht zurück, wo es hergekommen ist. Im Grunde nur Kleinigkeiten, aber die Nachlässigkeiten insgesamt sind es, die ein Spiel in der Gesamtheit ausmachen.

Und wenn wir schon dabei sind; auch dieser Detektiv ist unfähig, das zu tun, was vermutlich Millionen Menschen täglich tun: Einen Reißverschluss an seinem Pinüppel aufzuziehen, weil der eigentliche Zieher sich verflüchtigt hat. Dass wir dann x-mal Nägel ziehen und das dazu benötigte Werkzeug ebenso wegwerfen wie jegwede Art von Schneidwerkzeug, nur um ein solches kurze Zeit später wieder zu benötigen, ist dann auch nicht mehr weiter erstaunlich.

Wer vesehentlich die Sammleredition gekauft hat, kann während des Spieles noch 24 Eulen und 6 Statuen der Protagonisten finden. Das Bonuskapitel ist kurz und erzählt eine Geschichte, die zwar an das Hauptspiel anschließt, aber dennoch für sich allein steht. Auszeichnungen, Musik, Hintergründe und Konzeptentwürfe sind daneben die einzigen Extras. Das grenzt dann schon an Unverschämtheit.

Auffällig ist in der letzten Zeit, ohne dass dafür natürlich der Entwickler selbst verantwortlich zu machen ist: Übersetzungen werden wieder schlechter - von falschen Begriffen bis hin zu hölzernen Beschreibungen und grammatikalischen Fehlern. Scheinbar wird wieder gespart und wer nicht in englisch spielt, bezahlt zwar den gleichen Preis, bekommt aber bedingt schlechtere Qualität.

Geschichtlich ist League of Light: Der Trophäensammler im Mittelfeld. Es ist beiweitem nicht die schlechteste Geschichte, aber brilliante Erzähler sind die Texter vom Mariaglorum auch nicht. Von Logikfehlern oder einfach nur falsch platzierten Textstellen mal ganz abgesehen. League of Light: Der Trophäensammler kann anfänglich noch als "ordentlich" bezeichnet werden, doch im letzten Drittel lässt das Spiel nach.

Und auch wenn das Böse besiegt wird; ein wirklich befriedigendes Ende gibt nicht. Auch die Tatsache, dass man am Ende scheinbar eine Entscheidung treffen kann, ändert nichts an der eigentlichen Entscheidung des Spieles, das Ergebnis wird immer gleich ausfallen. Und so kann man den Entwicklern nur noch zu Gute halten, dass das Ende eine Fortsetzung ankündigt und nicht im Bonusspiel erfolgt.

League of Light: Der Trophäensammler beginnt zufriedenstellend, lässt dann aber nach. Durchweg sind Nachlässigkeiten zu erkennen, das Gesamtpaket ist zwar zeitlich im guten Bereich anzusiedeln, aber was hilft es, wenn es ansonsten nur wenig punkten kann? Als Normalversion ist es sicherlich kein kompletter Fehlkauf, die Sammleredition ist frech und in der der Gesamtheit bekommen wir einfach das, was wir verdient haben.