Labyrinths of the World: Die Geheimnisse der Osterinsel


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Domini Games

Download (Normal): BigfishGames.de
Download (Sammler): BigfishGames.de

Autor: Claudia K.
Datum: 26.05.2017


Lang, aber größtenteils 0815
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Dein Urlaub führt dich auf die Osterinseln. Fest überzeugt, hier könne nichts Ungewöhnliches geschehen, doch du hast den Gedanken noch nicht einmal zu Ende gebracht, als scheinbar eine Hölle losbricht. Ein steinernes Feuermonster bringt Chaos und aktiviert die berühmten Skulpturen. Deinen Urlaub kannst du erst mal vergessen. Du musst herausfinden, was hinter dem allen steckt und vor allem: Überleben!

Das Spiel ist wie üblich aufgebaut: vier Modi, einer davon mit individuellen Einstellungsmöglichkeiten. Die Karte verfügt über eine Transportmöglichkeit und je nach gewähltem Modus auch über eine Anzeige von aktuell relevanten Orten, Kombi-Objekte werden auf Wunsch im Inventar erkennbar angezeigt. In der Sammleredition zeigen Münzen oberhalb des Inventars an, ob noch Sammelobjekte in der jeweiligen Szene zu finden sind.

Die titelgebende Osterinsel hat grafisch eigentlich nur etwas mit den Anfangsszenen zu tun. Da du ständig durch Portale in andere Welten hüpfst, wirst du davon nicht viel sehen. Die Szenerie hätte viel Potenzial gehabt, aber Domini Games hat es bei einer oberflächlichen Betrachtung belassen und die meisten Welten könnten überall sein. Diese Welten lassen aber Erstaunliches vermuten: es macht den Anschein, dass mindestens zwei Teams an diesem Spiel gearbeitet haben. Es ist sehr deutlich, dass Bilder und Spielverlauf insbesondere in Flaui erheblich besser sind als im Rest des Spieles. Schade, dass die Besseren nicht mehr machen durften, dann wären auch Spieler, die mehr möchten als das Alltägliche, mit Labyrinths of the World: Die Geheimnisse der Osterinseln glücklicher geworden. Die verworrene und unsinnige Geschichte der "Sucher" gibt ebenfalls nicht allzu viel Anlass zur Freude.

Die Wimmelbilder sind durchaus abwechslungsreich, gereichen aber nicht unbedingt zur Freude. Suchwort- oder Umrissszenen mit Interaktionen zeigen wenig Kreativität, Textsuchbilder drohen mit Verletzungsgefahr, weil dir die Suchbegriffe ohne Pfiff fast ins Auge springen; ein Wimmelbild, in dem Bildausschnitte gesucht werden müssen, hat einen so hohen Klickradius, dass die korrekten Stellen gar nicht verfehlt werden können, wenn man klickend auch nur in die Nähe kommt. Dazu gibt es diverse "kleine" Suchszenen in Nahansicht, die so gestaltet sind, dass nur ein Blinder mit Krückstock der mit dem Rücken zum Suchbild steht, ein Objekt verfehlen könnte. Falls er Kreislaufprobleme hat und mit dem Krückstock neben den Bereich trifft.

Puzzles sind wahlweise in "leicht" und "schwer" spielbar, wobei "schwer" nicht zwangsläufig schwierig bedeutet, sondern meist eher langwieriger. Bei einem Minispiel mit Seilen gilt nur die für die Entwickler richtige Lösung, keine der anderen, ebenfalls korrekten Ausführungen. Vom Schwierigkeitsgrad sind sie größtenteils eher im unteren Bereich anzusiedeln, haben aber im Gegensatz zu den Wimmelbildern trotz aller Bekanntheit den ein oder anderen innovativen Ansatz.

Selbstverständlich wirfst du, was immer du dir mühsam zusammengesucht hast, gleich wieder weg. So wirfst du z. B. ein Feuerzeug weg, dass du gerade erst gefüllt hast, nur um zwei Minuten später eine brennende Zigarette finden zu müssen, die dann ein Weilchen vor sich hinqualmt, bevor du eine Lunte anzündest. Und ebenso selbstverständlich ist der Spieler mal wieder ein Weichei-Abenteurer, der Retter der Welt, der nicht mal in der Lage ist, Blätter ohne Besen beiseite zu fegen. Aber hey, ein Tröpfchen Öl entfernt jede Menge Rost im Handumdrehen, auch wenn das völlig unmöglich ist. Aber vielleicht belügt uns ja nur die Autoindustrie, die einen "zwingt" verrostete Autos zu entsorgen, statt einfach sie nur mit einem Tröpfchen Öl wie nagelneu zu machen. Und was immer man tut, bis auf wenige Ausnahmen hat man es schon Hunderte Male getan. Die Anweisungstexte für die Minispiele sind (in der deutschen Version) manchmal falsch. Nichts davon ist gravierend, nichts davon ist neu, alles ist gähnender Durchschnitt.

Durchschnittlich ist allerdings nicht die Länge des Spieles, hier hat Domini Games tatsächlich ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis geliefert. Grafisch ist das Spiel selbst größtenteils ok, in kleinen Bereichen toll und in den Zwischensequenzen eine Frechheit.

In der Sammleredition sammelst du Kristallblumen, Statuen, Chamäleonobjekte und Artefakte als Sammlerobjekte. Auszeichnungen sind nicht vertraubar. Mit den Blumen kannst du ein Zimmer dekorieren, wobei das auch nicht viel schöner davon wird. Das Bonusspiel erzählt eine unabhängige Geschichte und ist qualitativ wie das Hauptspiel. Die "großen" Wimmelbilder und Puzzles können erneut gespielt, eventuell übersehene Sammlerobjekte nachträglich gesucht werden.

Labyrinths of the World: Die Geheimnisse der Osterinsel punktet in der Länge und damit, dass einige, wenige Bereiche besser sind als der überwiegende Rest. Und dieser Rest ist derartig 0815, dass man zeitweise vergessen kann, welches Spiel man spielt. Die Sammleredition wird an dieser Stelle nicht empfohlen, kann aber zumindest auch nicht in Grund und Boden verdammt werden.