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Labyrinths of the World: Devil's Tower


tassen tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Domini Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 16.08.2017


Ein Trauerspiel ohne Höhen, nur aneinander gereihte Klischees
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In direkter Fortsetzung zu Labyrinths of the World: Die Geheimnisse der Osterinsel wird deine Schwester als neuer Seeker eingeführt, jedoch entführt und besessen. Wieder einmal ist es an uns, die Welt (sogar gleich zwei durch Portale verbundene) vor einer üblen Gottheit zu retten.

Man ahnt schon, dass es sich um ein Remake handelt. Das Problem ist nur, dass wir vielleicht ganz gern ein gutes Spiel ein weiteres mal spielen, aber warum soll man es noch einmal kaufen? Erst recht, wenn das Original auch schon Marke 08/15 war.

Gehen wir die einzelnen Teile durch: Die Grafik ist wie oft Geschmackssache, für den Geschmack des Rezensenten ist sie zu knallig, geradezu bonbonfarben. Die Charaktere zeigen keinerlei Gesichtsausdruck und ebenfalls keinerlei Emotionen bei der Aussprache. Ein Witz ist die Stimme eines sprechendes Pferdes, das wie ein 12jähriges Mädchen spricht.

Die Wimmelbilder sind auf der lächerlichen Seite angesiedelt. Im Englischen heißen sie abgekürzt HOS (hidden object scene). Wir haben hier einen klaren Fall von Etikettenschwindel, denn sie sind eben nicht hidden, sondern unhidden, alles springt umgehend ins Auge, Spaßfaktor für Suchfreunde gleich Null.

Die Geschichte ist wie schon angedeutet ein lauer Aufguss x-mal vorgesetzter. Sie wird quälend langsam vorgetragen bei eklatanter Einfallslosigkeit mit Wiederholungen ohne Ende. Bei den häufigen Texten wird dieser Buchstabe für Buchstabe gezeigt, als ob man eine Spezialeinheit beauftragt hätte, so gut wie möglich den Spielfluss zu hemmen.

Die zu erledigenden Aufgaben sind allzu häufig weder logisch, noch sachlich überzeugend, am aller wenigsten auch nur ansatzweise originell, dafür voller Wiederholungen. Ohne Ende werden Embleme und ähnliches gesucht und irgendwo sinnlos eingesetzt, um weitere Exemplare davon zu finden. Schlösser treten massenhaft auf, die wahlweise mit Schlüsseln oder Gewalt oder Dietrichen geöffnet werden, auch hier jede Menge Wiederholungen. Es wird schon wieder Rost mit Öl entfernt, schon wieder werden (auch das zweimal) Igel mit Äpfeln abgespeist, obwohl sie Insekten und Gewürm fressen und keineswegs Nahrung auf den Stacheln transportieren. Ein Höhepunkt des Schwachsinns ist das Hacken von veritablem Holz mit einer notdürftig zusammen gebundenen Hilfsaxt. Werkzeuge werden nach Gebrauch umgehend entsorgt, so dass in einer der nächsten Szenen dasselbe erneut gesucht werden muss. Wenn dann noch Objekte falsch benannt werden (zum Beispiel eine offensichtliche Eichel hier Kastanie heißt), rundet das die Sache nur noch ab. Und natürlich taucht der kaputte Reißverschluss auf, man wollte wohl kein Klischee auslassen.

Die Minispiele sind das einzige nicht durchgehend negative. Wie bei Domini in letzter Zeit die Regel, werden fast alle in zweifacher Ausfertigung angeboten: leicht und schwer. Hier gibt es wenigstens einige, die die Mühe wert sind. Aber natürlich hat man sich auch hier bei sich selbst bedient und zwei Minispiele nur leicht verändert aus alten Spielen übernommen, nämlich ein Labyrinth mit Hindernissen überwinden und reitend ebenfalls Hindernissen ausweichen. Zwei Minispiele sind fehlerhaft umgesetzt. Eins konnte dann wenigstens übersprungen werden, beim zweiten – dem letzten überhaupt – war auch das nicht möglich: bei Wechsel zwischen leicht und schwer hing es sich komplett auf und wurde unspielbar.

Die Sammlerausgabe bietet viele Chamäleonobjekte, dazu Artefakte als Suchobjekte und Perlen (unversteckt) in Nahansichten. Minispiele und Wimmelbilder können nachgespielt werden. Dazu kommen die üblichen überwiegend unsinnigen Auszeichnungen, die man gelegentlich auch dann erhält, wenn die Anforderung nicht erfüllt wird.

Fazit:
Die Entwickler haben ein Spiel auf den Markt geworfen, das mit der Ausnahme einiger Minispiele auf allen Ebenen versagt. Hinsichtlich Logik, Glaubwürdigkeit und Spielfluss eine Zumutung, mit Wimmelbildern ohne wirklich versteckte Gegenstände, kann es allenfalls Anfängern bedingt empfohlen werden.