Labyrinths of the World: Zurück in die Vergangenheit


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Domini Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Uschi W.
Datum: 30.05.2016


Durchschnittliches Spiel ohne zufriedenstellendem Ende
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Dein Kollege Peter verschwindet spurlos. Kurz davor hat er sich für sehr gefährliche, aber bereits seit langer Zeit verschollene Artefakte interessiert. Du sollst nun in diesem Fall ermitteln. Also begibst du dich zu seinem Haus in dem du seine Freundin Debby, geschwächt von einer seltsamen, tödlichen Krankheit vorfindest. Allerdings weiß die Haushälterin, Miss Watson, zu berichten, dass Debby sich täglich auf krank schminkt. Deine Ermittlungen ergeben, dass Peter sich in die Vergangenheit aufgemacht hat um die drei Artefakte zu finden um mit ihrer Hilfe Debby heilen zu können. Also bleibt dir nichts anderes übrig als ihm in die Antike, ins Mittelalter und auch in die Renaissance zu folgen.

Bereits an der Grafik erkennst du die feinen Unterschiede der einzelnen Epochen, ist das antike Rom hauptsächlich in rot und dunkel gehalten, so strotzt das Mittelalter nur so vor Grün, während die Renaissance vorwiegend in hellen Pastelltönen erstrahlt. Domini Games bietet also eine abwechslungsreiche, aber auch üppige Grafik; deine kurzen Wegstrecken werden so zu richtigen Entdeckungsreisen. Die Personen mit denen du interagieren wirst, sind echte, aber überarbeitete Schauspieler, leider wirkt das oft hölzern und sie haben teilweise auch unangenehm schrille Stimmen. Dafür ist die Musik angenehm und plätschert gemütlich im Hintergrund vor sich hin.

Zu Beginn darfst du aus drei fertigen Schwierigkeitsgraden auswählen oder einen vierten nach deinen Vorlieben zusammenstellen. Die Karte ist, wie bei Domini Games gewohnt, außergewöhnlich detailliert, sehr  genau und genau so zuverlässig wie der Tipp. Von der Karte aus, kannst du auch auf ein Journal zugreifen, aber nur wenn du eine Sammleredition besitzt und sogar da  werden nicht alle Hinweise eingefügt.  Bereits in Peters Haus findest du ein weiteres wichtiges Artefakt: eine Uhr, die sowohl Zeit verlangsamen als auch beschleunigen kann, diese findest du rechts vom Inventar und sie wird dir aus so mancher Patsche helfen.

Gleich zu Beginn gibt es etwas zu schmunzeln: du kramst aus deinem Aktenkoffer ein Ölkännchen hervor; die Frage, die sich da natürlich stellt, ist, wer trägt denn so etwas mit sich herum? Die Antwort kommt genauso natürlich: Selbstverständlich jemand, der zu viele Wimmelbildspiele gespielt hat! Es gibt auch sonst einiges, das dir unlogisch erscheinen wird: So sitzt der römische Kaiser seelenruhig daneben, während du ihm Schlafmittel unter seinen Wein mischst; auch der grimmige Hüne sieht gelassen zu, wie du den Raum durchsuchst; ein Vögelchen fängst du mit der Hand und 5 Ameisen werden wieder einmal zum unüberbrückbaren Hindernis. Deine zukünftigen Verbündeten verhalten sich eigenartig: zuerst wirst du bedroht, dein Gegenüber hält sodann einen langen Monolog und ist dir schlussendlich gewogen, ganz ohne Beweise, ganz ohne  Überredungskünste.

Wer sich nicht daran stößt, dass der geschichtliche Hintergrund der Story nicht ganz der tatsächlichen Geschichte entspricht (teilweise falsche Namen, falsche Frisuren, falsche Kostüme….) wird mehr Spaß am Spiel haben. Du wirst sehr beschäftigt sein, die Änderungen, die Peter in der Vergangenheit verursacht hat, wieder gut zu machen. So wirst du den Römern das Schießpulver und die dazugehörende Formel wieder abspenstig machen müssen. Auch im Mittelalter und in der Renaissance werden dir derartige Veränderungen nicht erspart bleiben.

Die Wimmelbilder führen uns schön gestaltet und abwechslungsreich durch 4 Zeitalter. Wir finden interaktive Wortlisten, Chamäleonobjekte, Umrisssuchen, X von X Objekten in den unterschiedlichsten Szenen. Auch bei den Minispielen wird Abwechslung groß geschrieben. Du wirst Bilder anordnen; Statuetten nach Kopfbedeckung ordenen; eine Karte zusammensetzen; Spielsteine anordnen; ein Memory spielen; ein kompliziertes Muster zusammensetzen; und vieles mehr. Sowohl bei Wimmelbidern als auch bei Minispielen bewegt sich das Schwierigkeitsniveau zwischen sehr leicht und mittelschwer.
In den Extras der Sammleredition findest du neben den üblichen Verdächtigen (Musik, Wallpapers, Bonuskapitel, Minispiele, Wimmelbilder…) auch 3 verschiedene Sammelobjekte: so suchst du 41 Puzzleteile, 15 Statuetten und 18 Artefakte, leider kann man gar nichts davon, auch nach Beendigung des Hauptspieles und des Bonuskapitels, noch einmal suchen oder gar finden.

Offensichtlich ist es nun groß in Mode gekommen, Standardeditionen zu beschneiden und immer mehr der Sammleredition zuzuführen. Diesmal ist auch das Journal diesen Umverteilungsmaßnahmen zum Opfer gefallen. Gut, wir haben gelernt, auch ganz gut ohne Notizbuch auszukommen, aber warum immer öfter den Standardversionen-Besitzern ein halbwegs vernünftiges Ende geraubt wird, ist und bleibt mir eine Rätsel. Auch diesmal bleibt das Ende des Hauptspieles mehr als offen, wir habe auf ganzer Linie versagt und die Artefakte befinden sich genau in den Händen, vor denen wir sie beschützen sollten. Erst das Bonuskapitel bringt nicht nur einen Ausflug in die Zukunft sondern auch etwas Aufklärung in die ganze Geschichte.

Wieder bekommen wir ein Spiel präsentiert, dessen Hauptteil kein zufriedenstellendes Ende aufweist. Abgesehen von  ein paar unlogischen Aktionen lässt es sich aber angenehm und flüssig spielen. Sowohl Minispiele als auch Wimmelbilder bewegen sich zwischen sehr leicht und mittelschwer, außerdem ist beides sehr schön gemacht und abwechslungsreich. Mit einem passablen Ende hätte Labyrinths of the World: Zurück in die Vergangenheit von Domini Games 3 ½ Tassen verdient, so gibt es nur 2 ½ .