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Jennifer Wolf and the Mayan Relics


tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Microids

Download: BigFish Games.de

Wenn Du Jennifer Wolf and the Mayan Relics auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M
Datum: 31.12.2013

Geschenkt ist noch zu teuer
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Als Jennifer Wolf erhalten wir eine Einladung unseres Vaters, ihn an einer Ausgrabungsstätte in Mexiko zu besuchen. Den einzigen Menschen, den wir dort vorfinden ist Raphael, sein Assistent. Schnell merken wir, dass unser Vater verschwunden ist, nachdem er auf der Suche nach den Einzelteilen des Maya-Kalenders war, der für den 21.12.2012 den Weltuntergang vorhersagt. Wer in seinen Besitz gelangt, wird vermutlich die Vergangenheit ändern können. Eine brutale Mafiaorganisation, die auch vor Mord nicht zurück schreckt, hat ihre Finger im Spiel. Werden wir unseren Vater rechtzeitig finden können, um großes Unheil zu verhindern?

Graphisch gesehen wirkt das Spiel sehr altbacken. Die Farben sind vorwiegend in Ertönen gehalten, die Hauptakteure unterhalten sich in unendlichen Dialogen per Sprechblasen, die wir aber zum Glück schnell durchklicken können und die Musik plätschert in einer Dauerschleife vor sich hin. Wir können lediglich die Geräusche abstellen und in den Fenstermodus wechseln. Dazu gibt es keine Möglichkeit, einen Schwierigkeitsgrad einzustellen, obwohl im Hilfebereich erwähnt wird, dass es einen Modus mit Zeitbegrenzung gibt, für den wir uns Extrasekunden erarbeiten können.

Der Bildschirm ist anders aufgebaut als wie gewohnt. Am unteren Bildschirmrand werden die Begriffe angezeigt, die wir aufzuspüren haben. Das ist vergleichbar mit einer klassischen Wortsuchliste wie sie in Wimmelbildern verwendet wird. Können wir einen Gegenstand für unser Inventar aufnehmen, wird eine Hand darüber angezeigt, so dass wir ihn erst gar nicht suchen müssen. Soll ein Objekt aus dem Inventar, das durch einen Rucksack dargestellt wird, verwendet werden, erscheinen an einer Stelle Zahnräder und die Inventarleiste öffnet sich selbstständig. Da sich dort nie mehr als drei Gegenstände gleichzeitig tummeln, wissen wir sofort, welches Utensil zu verwenden ist. Brauchen wir eine Schaufel, so nehmen wir diese aus dem geöffneten Rucksack und klicken mit ihr auf den Punkt, wo sie verwendet werden soll. Sogleich ist die Arbeit erledigt, ohne dass jemals geschaufelt oder sonst eine Aktion ausgeführt worden wäre.

Auf der linken Bildschirmseite gibt es außer dem Inventar noch mehr Punkte. Wir haben z. B. eine Lupe, mit deren Hilfe wir das aktuelle Bild um eine Stufe vergrößern können. Die Entwickler haben vermutlich selbst gemerkt, dass die meisten zu suchenden Gegenstände so klein und unscharf sind, dass uns Spielern womöglich bald die Lust am Wimmelbildspielen vergeht. Allerdings ändert sich durch die Zoom-Funktion nichts, das Bild wird dadurch nur deutlich unschärfer. Dann wird uns ein Hilfe-Button zur Verfügung gestellt, nach dessen Betätigung uns so informative Nachrichten wie „Auf die Suche meines Vaters gehen“ eingeblendet werden. Wahrscheinlich für all diejenigen unter uns, die nicht so messerscharf kombinieren können, wie die Entwickler. Es ist reine Glückssache, darüber zu erfahren, was bei einem Minispiel eigentlich zu tun ist, um es lösen zu können.

Grundsätzlich ist „Jennifer Wolf and the Mayan Relics“ ein reines Wimmelbildspiel mit einigen Rätseln. Gleich von Anfang an suchen wir in jeder Szene entweder Begriffe, die uns unten eingeblendet werden oder mehrere gleiche Objekte, die aber so stümperhaft und unpassend im Bild verteilt sind, dass es uns zum Fremdschämen für den Entwickler einlädt. Dass mit dem Wort „Obst“ gleichzeitig auch Gemüse gemeint ist verwundert dann auch niemanden mehr. Und beim Wort Überkleber, das ein Stück Leder mit Löchern, darstellt, fällt uns dann gar nichts mehr ein. Gelegentlich finden wir  einen Stern am aktuellen Schauplatz. Wenn wir ihn anklicken, dann erhalten wir einen zusätzlichen Tipp. Freundlicherweise werden wir darauf hingewiesen, dass bei insgesamt 99 gesammelten Tipps Schluss ist. Einige Wimmelbilder können wir im Parallaxe-Modus spielen, was nicht viel mehr bedeutet, als das Bild leicht nach links und rechts zu verschieben. Auch dort können sich dann noch einige Gegenstände befinden. Wann uns dieses Gimmick zur Verfügung steht, markiert ein Symbol unten rechts.

Zu allem Überfluss werden wir zwischendurch noch mit 11 unsagbar primitiven Rätseln schikaniert, an denen das schwierigste die Bedienung ist. Bei den meisten Minispielen sind auf der rechten Seite mehrere Knöpfe eingeblendet. Da gibt es einen für „Steine tauschen“, einen für „Steine drehen“, einen für „Alles neu mischen“, einen für „Überspringen“ und einen, bei dem man sich gelegentlich die Lösung ansehen kann, wenn wieder mal die Erklärung zum Rätsel fehlt. Das wird auf die Dauer richtig mühselig, gerade dann, wenn wir fast alle Steine tauschen und drehen müssen. Hier kann es uns auch passieren, dass wir versehentlich auf „Alles neu mischen“ klicken und wieder von vorne anfangen dürfen. Im Angebot haben wir überflüssige Spiele wie Zahnräder einsetzen, ein Bild puzzeln oder bei 3-Gewinnt Steinchen tauschen. Und wer immer schon mal auf Affen, Mafiosi oder Gangster schießen wollte, der erhält hier die einmalige Möglichkeit. Grandios ist auch die Idee, bei der wir ein bestimmtes Buch, dessen Titel wir bereits kennen, aus einem Bücherregal heraussuchen müssen. Wir sehen es auf den ersten Blick, können es aber nicht aufnehmen, weil wir zuerst nach Liste alle überflüssigen Bücher zu entfernen haben.

Unser großes Glück ist, dass den Entwicklern schnell die Ideen ausgegangen sind. Nach einem kurzen Finale haben wir das Spiel in 1,5 bis 2 Stunden beendet. Wer danach auf sein Profil geht, sieht die exakte Spieldauer, die bei mir 1:51:26 lautete. Allerdings habe ich das Opfer gebracht und tatsächlich alles gelesen und durchgespielt. Zudem wird bei Spielende auch der Extra-Button, der auf der Startseite anfangs nicht wählbar war, aktiviert. Zur Belohnung dürfen wir alle Minispiele so oft wiederholen wie wir möchten.

„Jennifer Wolf and the Mayan Relics“ ist eine Katastrophe, wobei das vermutlich noch ein Kompliment ist. Im Impressum des Spiels erfahren wir zudem, dass es von 2010 ist, wahrscheinlich aber noch älter. Die Geschichte um den Maya-Kalender wäre noch relativ interessant. Microids, von denen z. B. auch Syberia stammt, haben es aber geschafft, alles was ein gutes Spiel nicht braucht, hier einzubauen, so dass sie sich die Anwartschaft auf das schlechteste Spiel des Jahres redlich verdient haben. Zwischensequenzen bis zum Abwinken, eine altmodische Grafik, idiotische Minispiele und winzige Gegenstände in den Wimmelbildern runden den Pfusch letztendlich ab. Hier ist die Probestunde schon vergeudete Zeit, ein Kauf dagegen sträflicher Leichtsinn.


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