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Hidden Mysteries: Salem Secrets


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Herausgeber:BigFish Games
Entwickler: GameMill Entertainment

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Autor: Inge W./Claudia K.
Datum: 05.12.2010

Es ist das Jahr 1692, in Salem ist eine dunkle Zeit angebrochen. Vier Mädchen sind auf unerklärliche Weise verschwunden, es von Hexenkräften gemunkelt. Ein erfahrener Constable wird in den Ort geschickt, der später noch grausige Geschichte schreiben wird. Er soll herausfinden, was es mit den Mädchen auf sich hat. Und dieser Constable bist natürlich du. Deine Kutsche musst du vor dem Ortseingang stehen lassen, denn der Kutscher weigert sich, bis ins Dorf zu fahren und der erste Eindruck ist abweisend. Keine Menschen sind zu sehen und die meisten Häuser sind verschlossen, haben Zettel mit: "Eintritt nicht erwünscht!"

Den Spieler erwartet ein außergewöhnliches Spiel. Es gilt viel zu beachten, zu merken, zu rätseln und zu knobeln. Und zu laufen. Es fällt sofort auf, dass hier keine bunten, fröhlichen Farben vorhanden sind, alles wirkt mit grau überzogen. Man hat die eher bedrückende Atmosphäre der Dörfer am Ende des 17. Jahrhundert gut erfasst. Für die Grafiken macht das keinen Unterschied, sie sind zwar nicht übermässig detailliert, aber alles ist klar und zu erkennen. Nach und nach erforschst du zu Fuss das Dorf und seine Umgebung, eine Karte hilft dir, dich zu orientieren, sie wird mit jeder Entdeckung, die du machst, erweitert.

Benötigte Objekte findest du sowohl in Wimmelbildszenen, von denen du die meisten mehrmals, aber mit willkürlichen Objekten, spielen musst, als auch durch aufmerksames Betrachten der Szene und durch Puzzle. Es gibt zwei verschiedenen Arten von Inventar-Objekten. Zum einen die Einzelstücke, normale Objekte, die du findest und dann auch benutzen kannst, wie zum Beispiel ein Messer. Das andere sind "Sammelobjekte" - versuchst du das einzelne Objekt zu nehmen, funktioniert es nicht. Hältst du aber die Maus ohne Klicken auf das Objekt, dann siehst du kleine Blasen. Ein gefundenes Teil wird deutlich gezeichnet, von einem noch zu findenden Teil wird man nur schattenhafte Umrisse sehen. Und erst wenn du zum Beispiel Haken, Seil und Rolle gefunden hast, kannst du den Seilzug benutzen. Dieser Teil wird im Tutorial nur einmal kurz erklärt, so dass man das leicht verpassen kann. Grundsätzlich ist das Tutorial ausreichend, aber nicht ausführlich. Man wird vieles selber entdecken müssen.

Hidden Mysteries: Salem Secrets zeigt viel von den üblichen Wimmelbild-Abenteuern und doch wieder nicht. Die Hilfen sind auf den ersten Blick nur wenig, der Tipp hilft nur in Wimmelbildern. Man sollte sein Journal mit den Aufgaben durchaus mal näher betrachten, denn die eigentliche Hilfe ist dort versteckt. Die Karte zeigt an, wo du gerade bist, ob es ein Wimmelbild und ob es an einer bestimmten Stelle ein Rätsel oder Puzzle zu lösen gibt. Eine aktive Wimmelbildszene wird dir, stehst du in der Szene, mit einem Glitzern angegezeigt. Ein Rechtsklick mit der Maustaste zeigt dir die verfügbaren Richtungen in die du gehen kannst. Eine Hand am Mauszeiger zeigt an, dass etwas genommen, eine Lupe, dass etwas näher angeschaut werden kann. Aber alle Hinweise sind sehr subtil und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Bei den Puzzle finden sich sowohl Allgegenwärtige als auch seltener auftretende Varianten. Auffällig im positiven Sinnen aber: Abgesehen davon dass sie recht abwechslungsreich sind, die meisten sind anspruchsvoll und nicht mal eben neben bei zu lösen. Eine Erklärung findet sich, wenn man das Fragezeichen anklickt, ansonsten gibt es keine Hilfe. Man kann die Puzzle aber nach einer Wartezeit ohne jegliche Konsequenz überspringen, wenn man gar nicht weiter kommt.

Die Hidden Mysteries Serie war bisher nur wenig erfolgreich, Hidden Mysteries: Buckingham Palace, ein durchschnittliches Spiel, war noch das Beste. Doch "Salem Secret" zeigt, dass GameMill Entertainment mehr kann. Das Spiel hat mehr Abenteuer als Wimmelbildanteile und unterscheidet sich durchaus von dem Einerlei der "Exklusiv-Entwickler", das wir im Augenblick erleben. Man hat eine Atmosphäre geschaffen, die durchaus realistisch ist. Schon zu Beginn fühlt man sich verwirrt, hilflos, spürt und liest die Ablehnung und weiss nicht Recht wohin mit sich selber. Man weiss worum es geht, aber man weiss nicht, wo man anfangen soll. Der Ort an sich breitet sich aus, man wird sich verlaufen, wenn man nicht immer wieder die Karte zur Hand nimmt. Geprägt durch all die Spiele, die einen mehr oder weniger deutlich an die Hand nehmen, wird der Spieler hier in eine Art Realität mitgenommen. Aller Anfang ist schwer und wenn jemand nicht möchte, dass du ein Geheimnis aufdeckst, wird er es dir noch schwerer machen. Und es gibt viele Möglichkeiten zum Ziel zu kommen, gerade zu Beginn. Erst nach dem zweiten Mädchen wird es klarer, man findet sich eher zurecht und weiss, wonach man suchen muss.

Gleichzeitig sind die Stärken aber auch ein Minuspunkt des Spieles. Zum einen ist es oft eine "elendigliche" Lauferei. Da es zu Beginn kaum Struktur gibt, werden viele Spieler eher verwirrt denn begeistert sein. Und gerade in dem Augenblick, in dem man sich an alles gewöhnt hat, beginnt das Spiel nachzulassen, die Abläufe werden gradliniger. Nicht zu reden vom Ende, das abrupt und unlogisch erscheint und auf jeden Fall zu den Schlechteren in Spielen gehört. Gebäude, die dir zwar nichts mehr zu bieten haben bleiben trotzdem offen und so wirst du auf deiner Suche vermutlich mehr als nötig die Nase in den Pferdestall stecken oder dich durch die drei Stockwerke der Mühle suchen. Die Puzzle haben Anspruch, aber wer gewohnt ist, sie auf die Schnelle zu lösen, wird frustriert sein, dass dies hier nicht immer möglich ist. Die Hand, die uns sonst führt, wurde weggenommen und man wird nur begrenzt in die richtige Richtung gestupst.

Die Spielzeit wird, je nachdem wie schnell du alle Hilfen findest und benutzt und je nachdem ob du die Puzzle löst oder überspringst zwischen 4 und 6 Stunden liegen. Eine wirkliche Geschichte wird nicht erzählt, du erfährst nur wenig über die Hintergründe der Hexenhysterie in Salem. Die Grafiken sind schön im Sinne von gut. Damals war eben nur wenig "schön", so wie wir es heute kennen. Es war einfach und spartanisch. Die Grafiken bringen das rüber, ohne dabei oberflächlich zu werden. Ein Plus- und Minuspunkt zugleich, wollen doch viele Spieler in einem Spiel eben nicht die graue Realität.

Man muss sich einlassen können. Und das will verständlicher Weise nicht Jeder. Hidden Mysteries: Salem Secrets ist ein Spiel, dass sehr stark beginnt, mit der Zeit aber etwas nachläst. Es ist lang, aber die Länge hängt vom einzelnen Spieler ab. Es ist anspruchsvoll, kann aber auch frustrierend sein. Ein Spiel der gemischten Gefühle. Ein Probedownload aber ist auf jeden Fall zu empfehlen. Und wer es einmal anders haben möchte, weg möchte vom immer gleichen Spiel, in dem nicht einmal die Gebäude wirklich noch anders sind, der wird hier auf jeden Fall fündig werden.


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