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Hidden Expedition: Das Smithsonian Institut

tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix/Elephant Games

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 19.01.2015
Deutsch (Normal): 10.04.2015


Auch zwei Entwickler garantieren kein Top-Spiel
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Als am Abend vor der Eröffnung einer neuen Ausstellung erneut elektrische Störungen auftauchen, wird das H.E.L.P. - Team ins Smithsonian Schloss gerufen. Recht schnell stellt sich heraus - man braucht dort tatsächlich keinen Elektriker. Die Störungen wurden offenbar durch Sarah, eine Mitarbeiterin verursacht. Eine Zeitmaschine ist das Problem und kaum versuchst du, Sarah zur Rede zu Stellen, verschwindet sie in die Vergangenheit und du gleich mit.

Alles scheint sich um Helen zu drehen, die Mitarbeiterin der Smithsonian-Anfänge, die sich mit der Zeitmaschine beschäftigt hat. Und mehr noch, man ist sich dort durchaus der Gefahren bewußt, dass die empfindliche Zeitlinie durch die Anwesenheit von Menschen aus der Zukunft empfindlich gestört wird. Doch was genau will Sarah hier? Und wie kommt ihr beide wieder zurück in eure Zeit.

Vier Modi stehen dir zur Verfügung, einer davon zur individuellen Gestaltung des Spielverhaltens. Doch leider wird das lästige Glitzern in Wimmelbildern(!), Puzzlen (!) nur im schwersten Modus mehr oder weniger komplett ausgeschaltet (in Wimmelbildern kommt es auch dort vor), im persönlichen Modus kann man es höchstens auf "alle 10 Sekunden" begrenzen. Und alles ist relativ. Auch 10 Sekunden sind für Eipix/Elephant Games nicht die 10 Sekunden, die man auf der Uhr ablesen kann.

Die Karte, die in jedem Modus zur Verfügung steht, zeigt je nach Wunsch bzw. Einstellung Orte an, die aktuell besucht werden sollten. Leider erweist sich diese Funktion nicht nur als stellenweise sehr unzuverlässig. Mehr noch, selbst wenn sie anzeigt, ist nicht sonderlich gut erkennbar, wo jetzt die Unterschiede zwischen "hier bin ich" und "hier müsste ich hin" liegen. Da ist der Tipp doch zuverlässiger. Ist ein zu besuchender Ort weiter als ein Schritt entfernt, dient er zusätzlich auch als Transportmittel.

Das eindeutig Beste am Spiel sind die Wimmelbilder - Umrisssuchen, in der Hauptsache als Puzzles gestaltet, Wortsuchlisten in kleinen Fenstern und, vermutlich als Hommage an Elephant Games, die Einzelteilsuche, die dann zum Beispiel Gegenstände freigibt, die benutzt werden, um das Inventarobjekt zu bekommen. Fast alle machen Spaß und der Großteil der dort auszuführenden Handlungen ergeben Sinn.

Bei den Puzzles gibt es allerdings nur zwei Kategorien: "Wir denken du bist blöde, deshalb machen wir Puzzle, deren Anspruch so niedrig liegt, dass weniger bedeutet würde, das Spiel löst das Puzzle automatisch für dich" und Geduldpuzzles. Letztere sind vermutlich dafür da, in der Sammleredition nicht jedes Puzzle auszeichnungswert (Löse ein Puzzle in weniger als 30 Sekunden) zu machen.

Grafisch ist es Eipix. Nicht so überladen wie die Spiele von Elephant Games oft daher kommen, dafür aber mit bemerkenswert wenig Leidenschaft. Tatsächlich sind kaum Unterschiede zwischen dem Schloss in der Gegenwart und der Vergangenheit zu erkennen. Natürlich sind die Bilder gut, das kann man ja bei gleich zwei hochkarätigen Entwicklern auch erwarten, doch ihnen fehlt das entscheidende Quentchen, die aus einem Spiel mehr machen als ein interaktives Bilderbuch.

Die Sammleredition enthält neben Filmen, Bildern und Musik auch einen Souvenir Raum. Hier kannst du jeden Raum noch einmal besuchen und dort dann ein Souvenir finden, oftmals verbunden mit einer Interaktion, zum dem bietet sich die Möglichkeit, vergesssene Muscheln einzusammeln.. Außerdem gibt es die Möglichkeit, alle Wimmelbilder noch einmal zu spielen und dabei dann während des Spieles übersehene, veränderliche Objekte zu finden. Auch die insgesamt 25 Puzzles (inklusive 4 der Sammler) können noch mal gespielt werden. Dazu gibt es Auszeichnungen und ein kurzes Bonusspiel, das die Hauptgeschichte noch einen Schritt weiter führt.

Geschichtlich ist Hidden Expedition: Das Smithsonian Institut völlig uninteressant. Man hat es einfach nicht geschafft, dem Spieler den emotionalen Teil nahe zu bringen, so dass man sich irgendeinem Charakter verbunden fühlt. Nicht einmal mit dem zu spielenden Protagonisten. Und die beiden "Fakten", die man über das Smithsonian bekommt, wenn man im Gegenwartsgebäude zwei Lautsprechersäulen anklickt, sind ein Witz. Ist das der Bildungsauftrag?

Da kommt es dann ganz gut aus, dass das Spiel sehr kurz ist. Vermutlich auch, weil man verhältnismäßig viel in die Sammleredition reingesteckt hat. Und da stellt sich die Frage nach der Balance. Denn je aufwändiger die Sammleredition, desto weniger gibt das Hauptspiel her. Der "Normalversionspieler" aber bleibt mehr oder weniger auf der Strecke.

Hidden Expedition war eine gute Serie. Dann wechselte man zu Eipix als Entwickler und es wurde schlechter. Jetzt bemüht man zusätzlich Elephant Games und es wird trotzdem nicht besser. Würde das Spiel (so wie viele andere) unter einem anderen Namen verkauft werden, wären die Absatzzahlen vermutlich viel schlechter. Schon lange werden keine Spiele mehr verkauft, nur noch Namen - ein Prinzip, das offensichtlich funktioniert. Wer sich vom Namen nicht täuschen lässt, wird in der Normalversion ein eher durchschnittliches Spiel finden, das seinen Preis dann wegen der Wimmelbilder gerade so wert ist.


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