Hidden Expedition: Die Quelle der ewigen Jugend


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Uschi W.
Datum: 04.03.2015


Einheitsbrei in wunderschöner Verpackung
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Sigiriya ist  eine ehemalige Tempel- und Palastanlage auf Sri Lanka und die H.E.L.P. Organisation sollte die neuesten Ausgrabungen überwachen, aber irgendetwas scheint hier ordentlich danebengegangen zu sein, denn drei deiner Kollegen sind spurlos verschwunden. Gleich bei deiner Ankunft erfährst du nicht nur, dass die neue Ausgrabungsleiterin Dana Creed, eine ehemalige, skrupellose Mitarbeiterin von H.E.L.P,  deine Kollegen gefangen genommen hat, sondern auch, dass sie auf der Suche nach einer Plakette ist, die angeblich zusammen mit einer Zweiten zum geheimnisumwobenen Jungbrunnen führt. Angeworben wurde Dana von einem zwielichtigen Geschäftsmann namens Arturnin. Also nimmst du nicht nur die Verfolgung auf, sondern versuchst auch, vor ihm den Jungbrunnen zu erreichen.

Zuerst die gute Nachricht, Hidden Expedition: The Fountain of Youth ist wieder auf 3 Kontinenten unterwegs und Eipix versteht es, wie fast immer, alles in wunderschönen Bildern  wiederzugeben. Ob wir uns im Dschungel (Asien), auf einem Basar (Afrika) oder in Sevilla (Europa) am Hafen aufhalten, die Atmosphäre ist perfekt eingefangen, fast kannst du die Gerüche wahrnehmen und die salzige Luft einatmen.  Auch der Sound unterstützt die außergewöhnliche Grafik.

Am Anfang darfst aus 4 Schwierigkeitsmodi auswählen, einer davon ist benutzerdefiniert, bei dem du, unter anderem, selbst festlegst, was wie viel glitzern darf. Das Inventar zeigt maximal 5 Gegenstände, was auch meistens ausreichend ist. Links davon findest du die H.E.L.P. Box, in der du einige Infos nachlesen kannst. Außerdem gibt dort die Infokarten, die du auch als stolzer Besitzer einer Standardversion sammeln kannst. Diese Infokarten geben dir historisches Hintergrundwissen. Und hier kommt die erste schlechte Nachricht: die Geschichte in Hidden Expedition: der Jungbrunnen deckt sich nicht ganz mit der Geschichte, wie wir sie kennen. Magellan (1480-1521) war ein portugiesischer Weltumsegler und hatte mit dem Jungbrunnen rein gar nichts zu tun, während der spanische Konquistador Juan Ponce de Leon (1460-1521) in Florida vergeblich danach suchte.

Wie gesagt, bringt uns die Handlung zu vielen sehr schönen Schauplätzen, leider heißt das aber nicht, dass diese auch logisch sein muss. Hier ein kleiner Auszug aus dem Sammelsurium unlogischer Handlungen: Warum fessele ich den Typen nicht, nach dem ich ihn niedergeschlagen habe? Warum hört niemand den Gong, den ich schlage, obwohl der Feind nur einige Meter entfernt steht? Wie kann ich eine Reise von Fernost nach Europa als blinder Passagier in einer Kiste unbeschadet in einem Jeep überleben? Warum befindet sich ein Magnet in einem antiken spanischen Stuhl? Warum lässt der Feind ein wichtiges Artefakt und den Code zum Ausbrechen in dem Käfig, in dem er mich gefangen hält, zurück? Warum liegt eine der, ach so wichtigen, Plaketten unverschlossen und ungesichert auf einem Schiffswrack herum? Warum ist das offensichtlich antike Schiffswrack noch immer im Meer und nicht gut konserviert in einem Museum? Fragen über Fragen und sie beschränken sich nicht auf einzelne Aktionen, sondern auch auf die ganze Story: Obwohl weder das Team von Arturnin noch du alle Teile (2 Plaketten und 1 einzelnes Artefakt, das aus einer Plakette stammt) hast, landen doch alle gemeinsam zum großen Finale beim Jungbrunnen.
Die Wimmelbilder sind sehr schön gemacht, versuchen auch neue Abläufe einzuführen, sind aber sehr einfach gestrickt. Du findest darunter interaktive Wortlisten, die in einem sehr einfachen Minispiel enden; Fragmentsuche; Gegenstände suchen und verwenden; Umrisssuche. Meist passen sie gut in den Ablauf der Geschichte und erzählen sie teilweise sogar weiter.

Die größte Spannbreite bieten die Minispiele, von Vorschulniveau bis teilweise wirklich knifflig findest du alles. Auch die Spiele selber sind abwechslungsreich und bieten für jeden Geschmack und jedes Schwierigkeitsniveau die unterschiedlichsten Rätsel. So wirst du einen Boxkampf bestreiten, Schaltkreise herstellen, Zahlen von 1-22 ordnen, ein Memory spielen, Kugeln auf einem Brett in die richtige Position drehen, Ringe drehen, durch ein Labyrinth manövrieren, Plätze von Schildkröten tauschen und vieles mehr. Du kannst sicher schon an der Aufzählung erkennen, welche Spiele sich nun schwieriger gestalten werden als andere.

In den Extras der Sammleredition findest du Chamäonobjekte in Wimmelbildszenen und 40 Zeichen, eines in jeder Szene, die du auch nachträglich suchen kannst. Weiters gibt es nebst der üblichen Bilder und Musik, wiederspielbare Minispiele und Wimmbildszenen, außerdem die gleichen leicht zu erreichenden Trophäen, wie in jedem anderen Eipixspiel auch. Das Bonusspiel spielst du im 15. oder 16. Jahrhundert aus der Sicht von  Anton de Alaminos, dem Navigator von Juan Ponce de Leon.

Ich weiß nicht inwieweit ein Spiel korrekt sein sollte, mir aber sind in diesem zwei Dinge ins Auge gesprungen, die mir gar nicht gefallen haben. Zum einen musst du bereits zu Beginn einem 1600 Jahre alten Löwensteinkopf einen Zahn ausschlagen um damit eine Kiste zu öffnen. Warum musst du Kulturerbe zerstören? Gibt es denn auf einem Plateau im Dschungel keine anderen schweren Steine?  Zum zweiten findest du im Meeresbiologielabor eine zur Schachtel präparierte Schildkröte. Hätte man nicht einfach ein aus Holz geschnitzte verwenden können?

FAZIT:  Bis auf den Mittelteil, der einige Längen aufweist,  ist Hidden Expedition: The Fountain of Youth, trotz vieler unlogischer Handlungen, recht flüssig zu spielen. Die leichten Wimmelbilder und abwechslungsreichen Minispiele, fügen sich auch ganz gut ins  unlogische Geschehen ein. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Spiele nicht nur Massenware sind, sondern dass wir auch wieder Kleinode darunter finden, in denen wir Herz und Verstand des Entwicklerteam wiedererkennen können.