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Hidden Expedition: Das verlorene Paradies


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 18.07.2017


Embleme, Embleme, Embleme – dazu durchschnittliche Wimmelbilder und ansprechende Minispiele
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Wir erwachen an einem Strand, der Kopf dreht sich, es ist etwas passiert. Nach und nach erinnern wir uns: Ein reicher Mann namens Drake hatte unsere Hilfe angefordert. Er hat offenbar eine neue (bzw. uralte) Energiequelle entdeckt, die im Zusammenhang mit einer untergegangenen Kultur steht.
Die Geschichte über die schrittweise Erinnerung in Form einer Rückblende starten zu lassen, ist ein recht geschickter Einfall. Ob die Geschichte auch ähnlich ansprechend weiter geführt wird, sehen wir uns hier näher an.

Zunächst muss wie üblich einer von vier Modi gewählt werden. Ebenfalls wie üblich lässt sich der vierte weitgehend frei konfigurieren. Eipix bietet hier mehr an als manche anderen, wenn auch immer noch zu wenig. Erneut lässt es sich nicht abstellen, mit Mitteilungen über neue und erledigte Aufgaben belästigt zu werden.

Die angebotenen Hilfen entsprechen dem Standard: Es gibt einen Tipp, der zuverlässig arbeitet und auch teleportiert, wenn die nächste Szene mit Aufgabe mehr als einen Schritt entfernt ist. Daneben ist eine Karte im Angebot, ebenfalls mit Transportfunktion. Hier war man etwas nachlässig, nicht immer werden Orte mit aktuellen Aufgaben korrekt dargestellt.

Nun also zurück zur Geschichte: Eipix ist nicht eben berühmt dafür, hier zu leuchten. Und auch diesmal ist schnell klar, dass der Schwerpunkt auf andere Aspekte gelegt wurde. Wieder einmal wimmelt es nur so von Emblemen aller Art, die irgendwo eingesetzt werden müssen. Wieder einmal finden wir Gegenstände an den unwahrscheinlichsten Orten.Wiedr einmal werden wir gefangen nd eingesperrt, nur um problemlos alles am Ort vorzufinden, das zur Befreiung führt. Und wieder einmal haben wir es mit einem Mitspieler zu tun, der pausenlos Anweisungen erteilt und rein gar nicht selber zu erledigen imstande ist. Glaubwürdigkeit gehört ebenso wenig zu den Stärken des Spiels. Besonders gravierend wird das im 3. Kapitel. Wir befinden uns da in einem Club, Ort Havanna, Kuba. Da müssen wir offenbar in ein Hinterzimmer gelangen. Unsere Tarnung ist aufgeflogen, das Hinterzimmer wird auf explizite Anweisung bewacht. So weit, so gut. Nun können wir aber dennoch problemlos im Club umtun, niemand hat etwas dagegen. Ein Ablenkungsmanöver verschafft uns Zugang zum besagten Hinterzimmer und von da an kümmert sich niemand mehr um uns. Wir marschieren ohne weiteres hinein und heraus, alle sitzen nur da und starren in die Gegend. An dieser Stelle hat mich das Spiel verloren, daher auch die lange Beschreibung.
Wer aber in der Lage ist, sich von dergleichen nicht stören zu lassen, wird durchaus unterhalten. Immerhin wird kein Rost mit Öl entfernt und alle Reißverschlüsse sind intakt, das geht also auch. Negativ ist noch der Umstand zu sehen, dass das Ende zwar ein wirkliches ist,aber zu schnell kommt. Nur diejenigen, die die vielen Videosequenzen ansehen, kommen zeitlich halbwegs auf ihre Kosten, die reine Nettospieldauer dagegen bewegt sich im Durchschnitt, und der ist eben leider heutzutage nicht zufrieden stellend.

Die Grafik ist naturgetreu gehalten in klaren Farben. Alles ist sehr gut zu erkennen, keine Einwände hier. Es hat allerdings ein wenig den Anschein, dass später im Spiel etwas weniger sorgfältig gearbeitet wurde.

Die Wimmelbilder sind so wie von Eipix gewöhnt. Wir haben Wortsuchlisten und auch Silhouetten. Es gibt kleine Standardinteraktionen, nichts Welt bewegendes. Auch eingebettete Rätsel oder Minispiele sind sind eher selten. Alles in allem haben wir hier soliden Durchschnitt.

Die Minispiele dagegen sind überraschend gut gelungen. Es gibt sehr einfache, aber durchaus auch solche, die Strategie und Logik erfordern. Und es kommen auch welche vor, die wir so noch nicht allzu oft gesehen haben. Alle lasen sich überspringen und auch zurück setzen, ein Pluspunkt.

Die deutsche Übersetzung ist nicht immer überzeugend, enthält aber wenigstens so gut wie keine Fehler. Negativ fielen hier ein paar in denglisch gehaltene Bezeichner auf, aber das ist wohl dem Zeitgeist geschuldet und wird viele nicht weiter stören. Ein Beispiel ist Power-Schalter. Ganz schlecht ist es (wieder im 3. Kapitel), ein Zimmer mit Zigarettenzimmer zu bezeichnen. Wir sind in Kuba und alle rauchen Zigarren.

Die Sammlerausgabe bietet wenigstens etwas für die Mehrausgabe. Neben dem Bonusspiel und dem Handbuch enthält jede Szene ein Sammelobjekt, nämlich eine Eidechse. Diese sind häufig tatsächlich sehr gut versteckt. In den Wimmelbildern kommen Chamäleonobjekte vor, was viele erfreuen wird. Sowohl Wimmelbilder als auch Minispiele können nach gespielt werden. Dazu gibt es den üblichen Ballast. Wir raten also nicht rund herum ab.

Fazit
Wir haben hier ein Spiel, das sich leicht von der Hand spielen lässt, aber Schwächen in der Geschichte aufweist und eher auf der kurzen Seite angesiedelt ist. Wen das nicht stört, wird ansprechend unterhalten. Durchschnittliche Wimmelbilder und gelungene Minispiele runden das ganze ab.