Hidden Expedition: Genialer Wahnsinn

tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 16.09.2015
Deutsch (Normal): 04.12.2015


Diverse Wimmelbildvarianten, ansonsten wenig Bemerkenswertes
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Eine Serie von verheerenden Erdbeben hat Montana getroffen. Experten sind erstaunt, da es im Vorfeld keinerlei seismographischen Anzeichen gegeben hat. In den Bergen von Montana haben Wissenschaftler nun seltsame Signale aufgezeichnet. Du wirst in diese Gegend geschickt, um den Vorgängen auf den Grund zu gehen. Kurz nach deiner Ankunft wird Kollege Sam angegriffen, als er in eine Wetterstation einbricht. Ein nahegelegenes Observatorium ist schnell als Verursacher der Beben ausgemacht. Es bleibt die Frage nach dem "Wer" und "Warum". Und um welches Mädchen geht es, das scheinbar verschwunden ist?

Vier Modi stehen dir während des gesamten Spieles zur Verfügung, um den für dich angenehmsten Spielverlauf zu schaffen. Der vierte Modus gibt die Freiheit für individuelle Einstellungen. Als Helfer dienen der Tipp, der auch eine Transportfunktion besitzt, und eine Karte. Die Angewohnheit von Eipix, auf der Karte eine zusätzliche Hürde einzubauen, ist auch hier einfach nur enervierend. Du kanst den Ort anklicke,n so lange du willst, die "Hüpffunktion" scheint nicht da zu sein. Du musst statt dessen das Bild des Ortes, das zusätzlich rechts aufgeploppt ist, anklicken, um dein Ziel zu erreichen. Wäre es nicht schön, der Entwickler würde Zeit und Budget nicht für eine kleine, spielerunfreundliche Nebenfunktion, sondern für das Spiel verwenden?

Bei den Wimmelbildern gibt es Abwechslung, bei Eipix ja nicht ungewöhnlich, doch es fällt nicht auf. Es gibt 9 große Wimmelbilder, aber im Gedächtnis bleiben viele kleine "Nahansichten", in denen einem die Suchobjekte fast das Auge ausstechen, so auffällig sind sie. Umriss-Suchszenen, Wortsuchlisten mit Interaktionen, 1 Puzzle-Suche, 1 Worträtsel, 5 veränderliche Objekte finden oder andere Dinge, um die Wortsuchliste freizuschalten. Es ist alles da. Ein Tiefpunkt ist dann die " Lege-Dinge-zurück"-Suche, in der Umrisse gleich zeigen, wo etwas hinzulegen ist.

Aber auch spielerisch gibt es Diverses, über das man als Spieler mit gesundem Menschenverstand stolpert. Ein trauriger Höhepunkt: ein Tuch, gehalten von einem Strick, muss durchschnitten werden, wir sehen im gleichen Raum eine Schere, können sie aber nicht nehmen. Vielmehr müssen wir zunächst eine Eisenstange finden, damit an anderer Stelle einen Mechanismus stoppen, damit wir dann einen Auto-Zigarettenanzünder erhalten (der bis zum Ort des Einsatzes schon längst abgekühlt wäre) und damit dann den Strick abflemmen. Von Menschen mit solch einem verqueren Denken möchte ich wahrlich nicht abhängig sein, wenn es um mein Leben geht. Als angesehener und erfahrene Agent erhältst du in deinem Ausrüstungsrucksack im Übrigen ein Lineal, eine Karte und eine Diskette (für die Jüngeren unter uns, das ist ein Ding aus den Anfangszeiten des PCs. Man speicherte darauf Daten, so wie das heute auf CDs oder USB-Sticks gemacht wird). Offensichtlich hält man nicht viel von professioneller Arbeit.

Bei den Puzzles hat man auf Wiedererkennungswert gesetzt. Wer also viel spielt, wird keine Probleme haben, die Puzzles als gute Bekannte zu begrüßen. Zu kurzen 1-2-Klick-Lösungen gesellen sich langatmige Geduldspiele; die üblichen Verdächtigen sorgen für den mittleren Anspruchsteil.

Geschichtlich geht es um Menschen mit hoher Intelligenz und wie diese vom Bösen für dunkle Zwecke genutzt werden. Diese in der Basis gute und nicht so ausgelutschte Geschichte wird hier sehr schnell beliebig, austauschbar und geht völlig unter. Dem Spieler wird mehrfach suggeriert, er müsse die Welt retten. Es bleibt dahin gestellt, warum es dafür eines streckenweise intellektuell eher benachteiligt wirkenden Detektivs bedarf.

Grafisch zeigt der Entwickler wieder, dass sich Mittelmaß mit Können durchaus vereinbaren lässt. Gut ist nicht gleich gut und hier ist gut eben wieder die Beliebigkeit. Ob Charaktere oder Orte, alles versinkt in einer Einheit, die keinen Raum für Erinnerungen lässt. Das Ende ist ein Ende und damit befriedigend. Und vielleicht das Beste am Spiel, weil es hier Erwartungen erfüllt (dass die Aufgabe erfolgreich und ohne Fragezeichen beendet wird).

Wer unnützer Weise Geld für die Sammleredition ausgegeben hat, der findet in jeder Szene eine Globus-Figure, ab und an eine "Fakten-Karte" und in jedem großen Wimmelbild ein veränderliches Objekt. In den Extras gibt es die Puzzles und Wimmelbilder (nur die Großen) zum nachspielen, eine Ansicht der Sammelstücke, einen Souvenir-Raum (dort kann jeder Ort noch einmal besucht werden, um einen einzelnen Gegenstand zu finden), außerdem ein "Making of", Videos, Musik und Bilder. Das Bonusspiel ist eine neue Geschichte, die nur bedingt mit dem Hauptspiel zusammenhängt.

Die Selbstdarstellung von Eipix gerade im Vorspann und dem Anfangsvideo lässt immer wieder Großes vermuten. Es ist bezeichnend, dass Eipix-Spiele solch eine Vermutung meist weit von sich weisen müssen; so auch bei Hidden Expedition: Genialer Wahnsinn. Die Spielzeit unterstreicht die Mittelmäßigkeit. Alles ist noch im tolerabelen Bereich, nichts geht darüber hinaus. Gepunktet wird maximal mit den Variationen in den Wimmelbildern. Andere haben aber vorgemacht, dass man ohne diese Variationen im Ergebnis mehr Spiel bekommt. Eipix ist ein Entwickler geworden, der nur noch Namen verkauft. Den eigenen und den der Serie. Das Spiel wird zur Beiläufigkeit.