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Nachlese
Hexus


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Herausgeber: Maxgen
Entwickler: Maxgen

Download: Deutschland-Spielt

Wenn Du Hexus auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: J.L.
Datum: 13.10.2011

Schulnoten - Spielidee: 1, Spielaufbau: 2, Steuerung: 1, Grafik: 1, Musik: 1, Wiederspielbarkeit: 1, Suchtfaktor: 2
Spielprinzip: Im Storymodus 6-Gewinnt-Wegerätsel mit Minispielen und Aufbau-Elementen, desweiteren 2 freie Modi. Einige Entscheidungsfreiheit für den Spieler.
Rahmenhandlung: Ägypten braucht einen neuen König und setzt seine Hoffnung in Dich.
Schwierigkeit: wechselhaft, insgesamt durchschnittlich, in den Minispielen gelegentlich darüber, Spiel ohne Zeitlimit
Optionen: Musik/Sound, Vollbild/Fenster, Tutorial an/aus, Mauszeiger

Die Hyksos haben Ägypten überfallen. Viele Ägypter sind getötet worden, so auch der König. Andere wurden als Sklaven verschleppt oder sind auf der Flucht. Aber einige sind im Nildeta geblieben; Du bist ihr neuer Hoffnungsträger. Deine Ratgeber werden Dich unterstützen und Dir erklären, was zu tun ist. Durch das Tutorial und jede neue Spielsituation führt Dich der treue Moses.

Im 6-Gewinnt-Storymodus bildest Du Ketten von mindestens 6 gleichfarbigen Steinen, indem Du Steine von einer Stelle aufnimmst und sie woanders einfügst. Immer wenn es Dir nicht gelingt, eine Kette zu bilden, tauchen willkürlich neue Steine auf, die Dir den nächsten Zug erschweren. Voraussicht und ein wenig Glück sind nötig, um die höheren Levels zu gewinnen. Solltest Du einmal gescheitert sein, wird Dich entweder Horus oder Anubis nachdrücklich darauf hinweisen, dass die Götter kein Versagen dulden. (Götter eben...) Also spielst Du das Level erneut, und dann klappt es bestimmt. Du spielst Zielvorgaben, die in der Regel darin bestehen, Ketten einer bestimmten Länge und Farbe zu bilden, eine gewisse Anzahl von Steinen einer bestimmten Farbe zu sammeln, Münzen zu erspielen oder alle Hindernisse zu zerstören, indem Du neben ihnen Ketten bildest. Für jede erfüllte Zielvorgabe erhältst Du eine Goldmünze. Abhängig von deren Länge, bekommst Du außerdem mindestens eine Silbermünze je Kette. Diese Münzen benötigst Du für den Aufbau Deiner Stadt sowie für den Kauf von Kleidung und Schmuck. Du bist im Begriff, Pharao/nin zu werden, also solltest Du auch entsprechend aussehen.

Jedes errichtete Wohnhaus bringt Dir Münzen ein, ebenso Hafen, Markt und Zoo. Andere Gebäude geben Dir Spielboni für den 6-Gewinnt-Modus und sind Aufwertungsvoraussetzung für weitere Gebäude. Außerdem bitten Dich die dortigen Führungskräfte gelegentlich um Hilfe, wie etwa der Kasernenoffizier, der ein Problem mit dem Glücksspiel seiner Männer hat (Memory), der Bibliothekar, der alte Papyri nicht entziffern kann (Suchbild), der Orakel-Mann, der Dich bittet, die Zeichen zu deuten (Mahjong) oder ein Priester, der Dich ersucht, die Tempelmalereien zu restaurieren (Legepuzzle). Diese Art der Minispiele ist gewiss nicht neu, aber sie sorgt durchaus für Abwechslung, zumal der Schwierigkeitsgrad zunächst steigt und "mini" für die Dauer dieser Spiele eigentlich unpassend ist. Du kannst diese Aufträge ablehnen, musst das jeweilige Minispiel also nicht spielen oder kannst es verlassen, wenn Du keine Lust mehr hast. Allerdings ist es von Vorteil, von Zeit zu Zeit Deinen Untertanen einen Gefallen zu erweisen, denn sie entlohnen Dich großzügig.

Im Spielverlauf wirst Du einige Charaktere kennenlernen, die Dich entweder um Hilfe bitten oder herausfordern. Diese Aufgaben führen Dich jeweils zum Spielbrett. Nach Abschluss der 10 Levels je Auftrag erhältst Du ein Zeichen der Königswürde. Außerdem erscheint hin und wieder ein Schatzjäger, der zeitgleich ein Anliegen hat, wodurch Du zu einem 2-gewinnt-Spielbrett kommst. In diesem sogenannten Quest ist es Deine Aufgabe, Münzen und Boni vom Spielbrett fallen zu lassen, indem Du unterhalb der Gegenstände Gruppen von mindestens 2 gleichfarbigen Kugeln entfernst. Wann Du welche Aufgabe erledigst, ist Dir überlassen.

Nach dem Tutorial triffst Du rasch auf Schikanen, wie etwa Barrieren, die durch Kettenbildung beseitigt werden oder sogenannte Tempel, die neue Spielsteine erzeugen, sobald Du neben ihnen eine Kette bildest. Es kann mitunter eng werden auf Deinem Spielfeld, weshalb Bomben, Farbtauscher und andere Boni sich bald als nützlich erweisen.

Über das Hauptmenü gelangst Du in den Thronsaal, der zwei weitere Spielmodi bietet: In "Linien" findest Du ein Wegerätsel, bei dem Du Ketten aus 5 Spielsteinen bildest, um sie vom Spielfeld verschwinden zu lassen. Es funktioniert ähnlich wie der Storymodus, kann allerdings nur durch waagerechte und senkrechte Linien aus 5 Steinen gewonnen werden, nicht durch beliebig geformte Gruppen. Dein Ziel ist es, möglichst lange durchzuhalten.  Im zweiten freien Modus "Einsturz" spielst Du etwas ähnliches wie den Schatzjägermodus, indem Du Gruppen von mindestens zwei Kugeln entfernst. Allerdings rücken in diesem freien Spiel keine Kugeln von oben nach, so dass es Dein Ziel ist, möglichst wenige Kugeln übrig zu behalten. Beide Spiele sind jeweils beendet, wenn kein Zug mehr möglich ist.

Hexus ist ein sehr umfangreiches  Spiel mit gutem Wiederspielwert. Hast Du den Storymodus beendet, wirst Du vielleicht zwischendurch immer mal wieder ein paar Story-Runden oder die freien Modi spielen. Wegerätsel gibt es ja nicht wie Sand am Meer, und Maxgen ist mit Hexus etwas gelungen, wofür andere Spieleschmiede mehrere Versuche benötigen: Ein grafisch und akustisch sehr ansprechend gestaltetes Köpfchenspiel mit einer guten Geschichte, einigem Entscheidungsspielraum und einer Spieldauer, die sogar ein paar Klassiker des 3-Gewinnt hinter sich lässt. Dass Du Dich selbst als Pharao/nin basteln darfst, ist ein nettes Bonbon obendrauf.

Die Übersetzung ist, von einigen Geschlechtsirritationen abgesehen, sehr gut. Es wurde sogar auf eleganten Ausdruck geachtet, der zu diesem Spiel hervorragend passt. Dass die deutschen Texte für die Textfelder zu lang sind, ist dabei bedauerlich. - Übrigens musst Du die Texte der Götter, Untertanen und Feinde nicht lesen, wenn Dich die Geschichte nicht interessiert. Lediglich die Erklärungen von Moses sind für das Spielverständnis unerlässlich.

Hexus ist kein ganz perfektes Spiel, namentlich im Spielaufbau hat es noch Potenzial: Ab der Hälfte des Spiels hast Du Deine Stadt aufgebaut und vollständig aufgewertet. Freilich kannst Du sie vergrößern und Deine Silberlinge in Kleidung und Schmuck stecken. Dennoch wäre mehr Ausgewogenheit der Spielspannung zuträglich gewesen, denn für das Spiel notwendig sind nur jeweils ein Funktionsgebäude-Typ und etwa 10 bis 15 Wohnhäuser. Du bekommst aus jedem Funktionsgebäude sowie aus dem Schatzjägermodus Boni, manchmal zusätzlich auch von den Göttern. Da Du aber maximal 4 Exemplare jedes Bonus-Typs pro Level verbrauchen darfst, hast Du mehr als nötig. Ohnehin ist fraglich, ob 6 verschiedene Bonus-Typen notwendig sind, wenn es nur 3 verschiedene Arten der Schikane gibt. Diese Unausgewogenheit findet sich auch im wechselhaften Schwierigkeitsgrad wieder, mal wirst Du ziemlich ins Schwitzen kommen, ein anderes Mal wunderst Du Dich über die Einfachheit der aktuellen Aufgabe. Die Minispiele wiederholen sich irgendwann, die Levels weisen in der zweiten Spielhälfte ebenfalls Ähnlichkeiten mit bereits gespielten Levels auf. Die Spieldauer beträgt, auch ohne Minispiele, weit mehr als 20 Stunden. (Spielst Du sämtliche Minispiele, kommst Du schätzungsweise auf mehr als 30 Stunden Spieldauer.) Vielleicht wäre es angesichts dessen unterhaltsamer, 2 bis 3 Bonus-Typen weniger zu haben, dafür aber 1 bis 2 Schikanen-Typen mehr.

Fazit:
Hexus ist der ambitionierte Versuch, Abwechslung in das Genre 3-Gewinnt zu bringen und Spielern, die der Tauschmodus langweilt, eine Alternative zu bieten. Dem Spiel ist in allen Belangen anzumerken, dass mit Sorgfalt gearbeitet wurde. Insbesondere im Bezug auf Spielidee, Grafik, Musik und Geschichte braucht Hexus keine Konkurrenz zu scheuen. Und was im Spielaufbau noch nicht perfekt ist, gelingt Maxgen sicherlich beim nächsten Spiel. Mit seiner großartigen Spieldauer und den freien Modi bietet Hexus sowohl Einsteigern als auch Routiniers lange und immer wieder Spielfreude der eleganten Art.


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