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Haunted Manor: Gefangene Seelen


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Top Evidence Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Maja K.
Datum: 03.07.2014
Deutsch (Sammler): 15.09.2014

Gähnende Langeweile, lange Spieldauer
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Soeben warst du noch in einem Park im warmen und sonnigen Paris, als ein smarter Maler sich als Stephan Black vorstellt und dich fragt, ob er ein Portrait von dir malen darf. Geschmeichelt stimmst du zu. Doch als er angefangen hat zu malen, merkst du schon dass etwas nicht stimmt. Du fühlst dich wie im freien Fall und wirst ohnmächtig. Als du aufwachst bist du an einem ganz anderen, völlig unbekannten, düsteren Ort.

Bald schon stellst du fest, dass außer dir noch 8 weitere Mädchen Gefangene von Stephan Black sind. Du weißt, dass du dem Tode geweiht bist und bist bereit um dein Leben zu kämpfen und den Dämonen Black zu besiegen…

Optisch durchaus dem düsteren Thema angepasst, zeigt sich Haunted Manor: Gefangene Seelen depressiv in gedämpften grauen, braunen, dunkelroten und -grünen Farben. Dennoch ist alles gut zu erkennen. In den Außenbereichen sieht man, wie der Wind durch die Bäume und Sträucher weht. Die gut gezeichneten Charaktere sind etwas lieblos animiert - ihre Bewegungen abgehackt und dadurch unfreiwillig komisch. Dazu kommt, dass der Begriff ‚Breitbild‘ hier wörtlich genommen werden darf, falls du diese Option im Menü nicht deaktivierst! Die Szenen sind sonst wirklich in die Breite gezogen. Allerdings musst du dann mit den „schönen“ schwarzen Balken rechts und links des Bildschirms leben…

Ganz nett ist die Tatsache, dass neben den Schauplätzen in und um das Herrenhaus, noch weitere Szenen über Portale in Gemälden bereist werden. Das bringt etwas Abwechslung hinein. In jedem dieser Gemälde ist eine der 8 jungen Frauen gefangen. Hast du sie befreit, bekommst du jeweils einen Schlüssel überreicht und die jeweilige Seele schwirrt in dein Seelen-Sammler-Gefäß am Inventar. Keine Sammler-Editions-Extras sind 33 einzusammelnde Perlen eines Rosenkranzes, sowie 15 im Spiel verteilte Fetzen des Gemäldes auf welchem du verewigt wurdest. Beides gehört zum Spielverlauf.

Bevor das Abenteuer los geht, musst du dich für einen von 3 Schwierigkeitsgraden entscheiden, die sich nur dahin gehend unterscheiden, ob aktive Bereiche mehr, weniger oder gar nicht glitzern (wobei sich selbst im einfachsten Modus das Glitzern angenehm zurückhält) und wie schnell der Tipp, - das Überspringen von Minispielen aufladen. Deine Auswahl kannst du während des Spiels nicht mehr ändern.

Den Tipp hat sich Top Evidence Studio völlig unpassend zur sonst morbiden Atmosphäre ausgesucht: Ein pausbäckiger, blondgelockter, ewig lächelnder und mit den Füßen wippender Engel wird dein bester Freund, weist er dir doch gefühlte 1000 Mal die einzuschlagende Richtung. Gott sei Dank entlädt er sich nicht bei jeder Richtungsangabe! Es gibt zwar eine Karte mit Transport-Funktion, jedoch werden keine aktiven Bereiche angezeigt. Das ist sehr schlimm, denn du wirst mehr als einmal den Überblick verlieren. Das Inventar ist nie überfüllt, aber im Verlauf von Haunted Manor: Gefangene Seelen wirst du sehr viele offene Baustellen vorfinden, denen noch ein Teil zur Aktivierung oder zum Öffnen fehlt. Irgendwann erhältst, bzw. erspielst du dann auch den nötigen Gegenstand - weißt aber nicht mehr, wo er zum Einsatz kommen soll. Sinnvoll ist dann, zur Mitte der Karte (die Halle des Anwesens) zu reisen und von dort den Engel „nach dem Weg zu fragen“.  Nicht selten wirst du dann 4 - 6 Szenen vor oder zurück geschickt. Hier fällt auf, dass die Übergänge von Szene zu Szene nicht fließend sind, sondern der Bildschirm immer kurz schwarz wird, was den Gähn-Faktor noch erhöht!

Das Interesse an Haunted Manor: Gefangene Seelen wird nicht gerade durch die zu spielenden Wimmelbilder erhöht, die in fast jeder Szene vorkommen aber dankenswerter Weise in der Standard-Ausgabe nur einmal gespielt werden. Es sind fast durchgehend Wortsuchlisten mit ein paar nicht erwähnenswerten Interaktionen. Du wirst schon mal etwas beiseite schieben oder öffnen, um an die 2 - 4 andersfarbigen Begriffe zu geraten. Dazu gesellen sich noch ein paar wenige Wimmelbilder in welchen abgebildete Gegenstände gesucht werden.

Die angebotenen Minispiele sind fast alle leicht zu lösen. Es handelt sich überwiegend um verschiedene Varianten von (teilweise sogar ganz interessanten) Schiebe- und Dreh-Puzzles, ein „Bildfragmente durch drehen zusammenstellen“ fehlt genauso wenig wie ein nerviges „Ton-Sequenzen wiederholen“…

Sollte sich tatsächlich jemand für die Sammler-Edition interessieren, dann gibt es neben dem Soundtrack, Hintergrundbildern, Konzept-Kunst, Bildschirmschonern und 9 wiederspielbaren Minipielen noch 30 veränderliche Objekte zu finden und Auszeichnungen zu erringen. Das Bonus-Kapitel mit einer zusätzlichen Geschichte dauert keine 3/4 Stunde und ist völlig überflüssig. Es reiht sich Wimmelbild an Wimmelbild und hier werden dann auch noch WB aus dem Hauptspiel wiederholt.

Normalerweise ist es lobenswert, wenn ein Spiel die 5 Stunden-Marke knackt… Hier ist es ein Minuspunkt! Es ist spannender einer Schnecke beim Verspeisen eines Salatblattes zu zusehen, als Haunted Manor: Gefangene Seelen zu spielen. Das Ende der Standard-Version ist dann auch noch sowas von völlig unspektakulär und sinnentleert - es fehlen einem die Worte! Top Evidence Studio hat es einfach nicht geschafft auch nur ein Quäntchen Spannung aufzubauen, da helfen auch die vielen Skelette und die düstere Atmosphäre nicht! Das ist äußerst schade, denn die Geschichte hätte so viel mehr hergeben können…


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