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Haunted Legends: Der bronzene Reiter


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download: BigFish Games.de

Wenn Du Haunted Legends: Der bronzene Reiter auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K.
Datum: 11.09.2011



"Wenn der Himmel auf die Erde hinab fällt und das Wasser die Welt überflutet, dann wird der Bronzene Reiter zum Leben erwachen und die Menschen für ihre Sünden büssen lassen." So lautet die Legende und es scheint, dieser Tag sei gekommen. Gerufen aber wirst du vom Bürgermeister einer kleinen Stadt. Ausdauernde Regenfälle haben viel Schaden angerichtet und ein mysteriöser Händler verkauft noch mysteriösere Kristalle als Abwehr gegen das Böse. Menschen verschwinden, die anderen Bewohner verstecken sich in ihren Häusern. Der Bürgermeister bittet dich, nicht nur dem seltsamen Treiben in seiner Stadt ein Ende zu setzen, sondern darüber hinaus seinen Sohn Michael zu finden, der zu den Vermissten gehört.

Wie in allen Wimmelbild-Abenteuer-Spielen, auch hier bewegst du dich in einem durch zu entfernende Hindernisse und zu lösende Rätsel bestimmten Rahmen völlig frei. Inventarobjekte helfen dir in der Stadt Fortschritte im wahrsten Sinne des Wortes zu machen, weiter Objekte findest du einfach so und durch das Lösen von Puzzle.

Du kannst dich zwischen den beiden üblichen Modi entscheiden, deren Unterschied in der Aufladezeit für Tipp und überspringfunktion liegt. Der Tipp ist ausschliesslich in den Wimmelbildszenen aktiv. Dort zeigt er dir ein willkürliches Objekt deiner Liste, findest du eines der Objekte nicht, die durch Interaktion innerhalb der Wimmelbildszenen gefunden werden muss, so zeigt er dir die beiden Gegenstände, die du dafür benötigst. Allerdings wirst du den Tipp nur sehr selten brauchen. Zwar sind die Wimmelbildszenen die übliche Ansammlung von Müll, hier aber übersichtlich genug um fast alles wenn auch nicht immer auf den ersten so doch auf den zweiten Blick zu sehen.

Die guten Grafiken braucht man bei ERS eigentlich nicht zu erwähnen und sind schon fast selbstverständlich. Und wie immer. Die Szenen sind in blau-grau gehalten, was an der Nacht liegt, in der die Geschichte spielt, wenn Licht durch Kerzen oder Lampen in eine Szene kommt hast du das übliche gelb-orange und ansonsten sieht es eben aus, wie Spiele von ERS aussehen. Gut, aber nichts besonders, nett aber nicht packend.

Die Puzzle sind gut gemacht, in der Mechanik nicht neu, aber immer gut in die Szenen eingepasst. Was auffällt sind eine Anhäufung von Geduld-Puzzle, in denen du einfach nur oft genug dasselbe tun musst - klicken oder drehen, bis das Puzzle gelöst ist. Und auch wenn das nicht gerade Anspruch bringt, es gibt genug andere Puzzle und Rätsel, die auch Vielspieler zwar nicht fordern, aber auch nicht gerade langweilen.

Entschieden unschön ist eine für ERS typische Sache: Wimmelbilder zwei oder drei Mal an der gleichen Stelle, das tun viele. Das aber die zweite Wimmelbildszene wenige Sekunden bis maximal 1 Minute nach der Ersten aktiviert wird, ist einfach lächerlich und zeigt Lustlosigkeit. Denn selbst wenn die meisten Gegenstände (wenn auch nicht immer alle) auf der Liste neu sind, so hat man doch durch die vorherige Suche ein recht klares Bild davon, was wo liegt. Natürlich ist das nicht immer so. Aber oft genug als das es auffällt. Auch die Tatsache, dass man oft weit zurücklaufen muss für eine Wimmelbildszene, an eine Stelle, die überhaupt keinen Bezug zu deinem momentanen Spielstand hat, zeigt nur Zeit schinden.

Musikalisch gibt es eine neue Tonzeile, an die ich mich zumindest aus anderen ERS Spielen nicht erinnere, ansonsten kennst du die Tonfolgen aus deren anderen Spielen. Dankeswerter Weise hat man aber diesmal auf das lächerliche "Huhuhuu" verzichtet.

Den Zwerg, dem du immer wieder mal begegnest und der nur angeklickt werden muss, damit er verschwindet, kennen die Spieler bereits, die Haunted Legends: Die Pik-Dame gespielt haben. Und damit wurde dann der Zusammenhang zum vorherigen Spiel geschaffen. Leider ohne irgendwelche direkten Verbindungen. Der Zwerg erklärt dir an einer Stelle, du habest ihn schon einmal genervt. Aha. Wer das erste Spiel nicht kennt, wird keine Ahnung haben worum es überhaupt geht. Wer es gespielt hat, wird vermutlich in der Zwischenzeit so viel ähnliche Spiele und Geschichten erlebt haben, dass es auch hier zu Verständnisproblemen kommt. Mit der Legende des bronzenen Reiters hat die Geschichte so gut wie nichts zu tun und überhaupt - es fällt schwer, überhaupt eine Geschichte zu finden, der man folgen kann. Zahlreichen Zettel weisen auf diverse Geschichten hin, die nicht wirklich zusammen passen.

Und auch der verschwundene Michael ist eine Sache, die das Gesamtpaket unglaubwürdig macht. Liest man seine hinterlassenen Notizen glaubt man an einen jungen Mann. Aber etwa in der Mitte des Spieles wird klar, dass man nach einem ca. 8jährigen Jungen sucht.

Die Collector-Edition ist kaum erwähnenswert. 30-45 Minuten Spielzeit, ansonsten die üblichen Verdächtigen und ein mittelprächtiger Strategy Guide, der es an Erklärungen durchaus missen lässt, dir aber, brauchst du Hilfe, in Bezug auf deinen nächsten "Einsatzort" weiterhelfen wird.

Alles in allem ist Haunted Legends: Der bronzene Reiter ein Spiel, das handwerklich gut aber eher langweilig gemacht ist. Es gibt nichts Neues, nichts was dieses Spiel irgendwie von einem anderen abhebt. Es gibt keine klare Linie. Du spielst, einfach weil es eben ein Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer ist und ja, wem das völlig ausreicht, der wird gelungene 3,5 -4 Stunden Spielzeit erleben. Die Collector-Edition ist, wie meist, das Geld nicht wert. Die Normalversion dagegen wird kein Fehlkauf sein, wenn man, wie so oft, seine Erwartungen etwas herunterschraubt und nichts anderes möchte, als man fast täglich bekommt.


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