Haunted Legends: Die eiserne Maske


tassentassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 12.09.2016


Sinnbefreite Geschichte, gute Spielzeit, grafisch sehr nachlässig
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Als Spezialagent wirst du nach Versailles gerufen. Ein Mörder, der sein Gesicht mit einer eisernen Maske verhüllt treibt im Jahre 1653 sein Unwesen. All seine Opfer gehörtem dem königlichen Hof an und erhielten vor der Tat einen Drohbrief. Kardinal Richelieu persönlich erwartet dich und bittet dich heraufinden, wer dahinter steckt und warum. Und natürlich, was der hässliche, kleine Mann der Haunted-Legends Serie diesmal wieder auf dem Kerbholz hat.

Es gibt die üblichen 4 Modi inkl. desjenigen, der individuelle Einstellungen erlauft. Hals Hilfsmittel gibt es eine Karte, die (je nach Einstellungen) auch anzeigt an, wo es grundsätzlich noch etwas zu tun gibt. Es gibt keine Möglichkeit zu sehen, wo du aktuell gebraucht wirst, aber durch die 1-Klick-Reise der Karte ist die Suche nach dem nächsten Einsatzort ja erträglich. Auch zeigt die Karte angeblich an, wo alles abgeschlossen ist; doch das ist eine weitere Nachlässigkeit in Bezug auf die Grafik (siehe weiter unten). Wenn dem so wäre, dann hätte man am Ende des Spieles an fast allen Orten (Ausnahme: 3) noch etwas zu tun. Der Tipp ist nur Richtungsanzeiger, aber kein Transportmittel. Auch er zeigt dabei dann zunächst mal Dinge an, die du zwar schon gesehen, aber noch nicht erledigen kannst.

Geschichtlich kann man gleich sagen: da hat sich jemand vergaloppiert. Die anfänglichen Morde spielen eigentlich nur eine Rolle, nämlich alle auf den Mörder aufmerksam zu machen, das ganze driftet dann in einen komplett anderen Geschichtszweig ab, der ebenfalls keinen Sinn ergibt.

Bei den Wimmelbildern (16 Stück an 8 unterschiedlichen Stellen plus 8 an vier Stellen in der Sammleredition) finden sich Wimmelbild-Paarsuchen, Umriss-Suchen mit kleineren Interaktionen und Wortsuchlisten. Grundsätzlich nicht schlecht gemacht, sind sie aber zum Teil sehr dunkel, zumindest in Teilen der jeweiligen Szene.

Bei den 12 Puzzlen (plus 3 in der Sammleredition) gibt es durchaus Abwechslung, einige sind im Schwierigkeitsgrad wählbar, allerdings mit bemerkenswert wenig Unterschieden. Es gibt nur ein Puzzle, das tatsächlich kniffelig ist, die meisten befinden sich eher in der leichten bis mittleren Schwierigkeitsstufe. Sie verfügen über Neustart- und Überspringfunktion. Doch wer zu viele überspringt, wird einen signifikanten Teil der Spielzeit überspringen.

Grafisch grundsätzlich gut gemacht und weitesgehend auch "in der Zeit" zeigen sich doch an vielen Stellen Nachlässigkeiten. Dass eine Leiche noch an der gleichen Stelle liegt, nachdem sie weggebracht wurde (zu dem Zeitpunkt ein wesentlicher Punkt der Geschichte), ist eigentlich nur der Höhepunkt von Dingen, die noch da sind, obwohl sie eigentlich nicht mehr da sein können. Lästig ist es auch für Nicht-Anzeige-Spieler, dass die Nahansichten offen bleiben - so dass man immer wieder nachschauen muss, ob es dort nicht doch noch etwas zu tun gibt.

Wer die Sammleredition hat, spielt im Bonuskapitel eine Geschichte, die 3 Tage nach den Ereignissen des Hauptspiels ihren Lauf nimmt. Hufeisen (eines in jeder Szene) werden in Münzen verwandelt und können benutzt werden um Stall deines Pferdes auszustatten und Zubehör zu kaufen. Neben wiederspielbare Wimmelbilder und Minispielen gibt es noch Konzeptkunst, Hintergrundbilder, Musik, Videos, Bildschirmschoner und Auszeichnungen. Nichts davon ist den Preis der Sammleredition wert.

Im Laufe der Zeit wird das Inventar ziemlich voll, vor allem, weil du von 2 Teilen immer lange nur eines findest. Die Wege sind zum Teil lang, die Karte ist eher unübersichtlich. Doch die einzelnen Spielelemente, der Abenteuerteil des Spieles, ist bei weitem nicht so unlogisch, wie wir es oft gewohnt sind durchaus unterhaltend. Die Dialoge sind oft ermüdend, lang und unergiebig, was aber daran liegt, dass eben die Geschichte keinen roten Faden hat. Alle Dialoge sind weiter klickbar.

Haunted Legends: Die eiserne Maske ist die Nummer 8 der Haunted-Legends-Serie. Es gehört nicht zu Besten und nicht zu den Schlechtesten der Reihe, aber das Ärgerliche bei ERS ist, dass sie so viel mehr können, als knapp über Durchschnitt rumzueiern. Hoffen wir, dass sie sich irgendwann mal wieder darauf besinnen. Für die eiserne Maske gilt: Ganz zartbesaitete überspringen den Einführungstrailer und mit der Normalversion erhält der Spieler ein Spiel mit angemessenem Preis-/Leistungs-/Spaß-Verhältnis.