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Haunted Hotel: Zum Tode verurteilt

tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 09.01.2015
Deutsch (Sammler): 05.03.2015

Teil 7: Langweilig, uninspiriert, zu dunkel und zu kurz
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Der nächtliche Brief deines Freundes James, in dem er behauptet, tot zu sein, bringt dich zum Holy Mountain Hotel. Mittels Filmen stellst du fest, dass ein Irrer in diesem Hotel Todesurteile vollstreckt. An Menschen, die für ein Verbrechen, das sie in seinen Augen begangen haben, nicht juristisch belangt wurden. James soll eines der Opfer sein, doch mehr und mehr kommst du zu der Überzeugung, dass er noch lebt.

Zu Beginn hast du die Wahl zwischen vier Modi. Beim Dritten hast du keinerlei Hilfen, der Vierte bietet dir diverse Möglichkeiten das Spiel nach deinen Vorlieben zu gestalten. Eine Karte bietet in diesem Modus die Anzeige von aktuell wichtigen Orten auf Wunsch, bei allen anderen Modi ist sie automatisch vorhanden. Zudem wird sie dich auch per Klick an den Ort deiner Wahl transportieren. Gleiches gilt für den Tipp, sofern der nächste wichtige Ort mehr als einen Klick entfernt ist. Beides ist erstaunlich zuverlässig.

Grafisch ist das Spiel ohne Ausnahme in grau-grau und grau-blau gehalten. Ab und an aufgeheitert durch ein grau-weiß. Oder auch grau-grün. Das aber schafft keine Stimmung, sondern einfach nur die unwillige Frage, ob grau sein Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht hat oder es irgendwo im Angebot war. 100 für den Preis von 1? Dabei ist es aber nicht so, dass man nichts erkennen kann, Elephant Games ist bekannt für gute, grafische Qualität und die ist auch hier gegeben. Aber im Gegenteil zu anderen Seriendes gleichen Entwicklers, wo oft nur eine Sonnenbrille vor Blindheit durch Überblendung hilft, ist Haunted Hotel: Zum Tode verurteilt einfach nur grau.

Bei den Wimmelbildern gibt es Textsuchlisten mit kleinen Interaktionen und eine Umrisssuche, die in den Inventarfeldern ein interaktives Puzzleteil freilegen - die Wimmelbilder sind ohne Pfiff, ohne Raffinesse. Die meisten Objekte springen dich an, das Wimmelbild selbst hat keinen Bezug zu dem Ort, wo du spielst, sie sind, wie alles andere, grau und eintönig. Das Memory, wo die Paare hinter Gegenständen versteckt sind, darf natürlich auch nicht fehlen.

Die Puzzles sind zum Teil extrem einfach. Nicht umsonst bekommst du (bei der Sammleredition) zügig die Auszeichnung "Minispiel unter einer Minute gelöst". Es gibt zwei oder drei im gesamten Spiel, wo dies nicht möglich ist - da ist nämlich Geduld gefragt. Allerdings sind sie in der Minderheit und grundsätzlich auch nicht interessanter gestaltet. Oder gar farbiger. Grau ist auch hier beherrschend.

Die meisten Dinge findet man sofort. Oft genug in seinem Inventar. Denn dort landen extrem viel Objekte, die mit einem Pluszeichen versehen darauf hinweisen, dass sie der weiteren Beachtung bedürfen. Einige müssen vervollständigt werden, die meisten verbergen nur auf die ein oder andere Art ein Inventarobjekt. Dies gilt zum Beispiel auch für alle Akten, die du erhältst, wenn du dir die Filme angeschaut hast, die das Verbrechen erklären, das das jeweilige Opfer begangen hat. Du findest die Filmrollen, legst sie in den Projektor, schaust zu, bekommst die Akte, öffnest sie im Inventar, nimmst das Inventarobjekt. Zudem zeigt sich wieder mal: die traumatisierten Schlüsselkinder der Spieleindustrie haben wieder zugeschlagen, es gibt unzählige davon. Diesmal kommen noch Hebel dazu. Auch davon gibt es genug, um kurzfristig den Überblick zu verlieren, wo denn nun welcher Hebel hingehört.

Aber wirklich nur kurzfristig, denn das Spiel zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass du bis auf wenige Ausnahmen sehr schnell findest, was du brauchst, also wenig Baustellen hast. Oft genug findet sich alles am gleichen Ort. Völlig untypisch für den Entwickler, der sonst zum anderen Extrem neigt - Unmengen an Inventarobjekten, die für die Unmengen an Baustellen nicht zu gebrauchen sind. Die richtige Mischung macht ein gutes Spiel aus - ohne Zweifel fehlt diese bei Haunted Hotel: Zum Tode verurteilt. Dass so einiges auch völlig unlogisch ist, braucht an dieser Stelle wohl kaum noch erwähnt zu werden. Auch dafür ist Elephant Games hinreichend bekannt.

Positiv dagegen ist die Musik. Sehr atmosphärisch, zum Teil hört man eine echte Sängerin, aber fast alles ist abseits vom Üblichen. Das täuscht natürlich nicht über den Rest des Spieles hinweg; vielmehr muss man sich ernsthaft fragen, warum Zeit und Geld in dieses Feature gesteckt wurde, statt in das Spiel.

Die Sammleredition bietet neben einem sehr kurzen Bonuskapitel, dass dich noch einmal in das Hotel führt (und das qualitativ noch schlechter ist als das Hauptspiel) diverse Sammelobjekte und Statuen, die dich in den Szenen anspringen, dazu kommen die üblichen Verdächtigen und das neuerdings beliebte alternative Ende, das erst angeschaut (nicht erspielt!) werden kann, wenn auch das Bonusspiel beendet ist.

Nach erschreckend kurzer Zeit endet das Spiel und so sehr sich Elephant Games in Haunted Hotel: Zum Tode verurteilt auch bemüht haben mag, eine geheimnisvolle Geschichte zu erschaffen, es ist missglückt. Das Ende erklärt vieles nicht, aber im Grunde will man es auch nicht wissen. Es sei an dieser Stelle gesagt: von der Sammleredition ist abzuraten, für die Normalversion ist auch ein Freicode oder ein Sonderangebot fast zu schade.

"Die unendliche Geschichte" von Michael Ende ist Literatur vom Feinsten. Die unendliche Geschichte des Haunted Hotel dagegen ist Schund. Rekapitulieren wir: Eine Serie, gestartet vom Entwickler Specialbit, die sich kaum je mit dem Durchschnitt messen konnte, wurde von Elephant Games übernommen, die dann das Todesurteil für Haunted Hotel besiegelt haben. Offensichtlich ist Elephant Games mit den einfachsten Umgangsformen überfordert. Denn Tote soll man ruhen lassen. Sich aber für Grabschändung auch noch bezahlen zu lassen, ist wahrlich ein Tiefpunkt.


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