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Haunted Hotel: Der Fall Charles Dexter Ward


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Specialbit Studio

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: JL
Datum: 12.06.2012
Deutsch (Normal): 13.10.2012

Schulnoten – Spielidee: 1, Spielaufbau: 3-, Steuerung: 2, Grafik: 1, Musik: 2, Wiederspielbarkeit: 3-, Suchtfaktor: 2-
Spielprinzip: Wimmelabenteuer
Rahmenhandlung: Charles Dexter Ward wird vermisst.
Schwierigkeit: wählbar (normal oder „Experte“), einfach bis durchschnittlich
Optionen: Musik und Sound, Vollbild  oder Breitbild, Cursor

Als Charles Dexter Wards Schwester ein Kästchen mit der Halskette ihres Bruders erhält, die er sonst niemals abnimmt, macht sie sich auf die Suche nach ihm. Sie hat keine anderen Anhaltspunkte, als eine Adresse, die auf der Rückseite des Kästchens steht. Ihre Reise führt sie zu einem Hotel in einem sumpfigen Nirgendwo.

So viel vorab: Specialbit gelingt es, die Atmosphäre der Geschichte einzufangen, die aus der Feder des Chtulhu-Erfinders H. P. Lovecraft stammt. Die Grafik ist fast ausnahmslos großartig, die Videosequenzen bestechen durch Eleganz und Konstantin Malakhovs Musik entspricht der gesitteten Schaurigkeit der Lovecraftschen Erzählung vor allem zu Beginn des Spiels. Bald darauf dudelt sie belanglos vor sich hin, um später nochmals zu angemessener Dramatik zurückzufinden. Künstlerisch gibt es demzufolge nicht viel zu beanstanden, wenngleich die Geschichte des Spiels mit Lovecrafts „Der Fall Charles Dexter Ward“ fast nur die beiden Hauptpersonen gemeinsam hat.

Leider kann das Spiel, obwohl es eindeutig eine Liebeserklärung an Lovecraft ist, nicht mit seiner Handlungsvorlage mithalten. Die Grundidee ist ausgezeichnet: Du begibst Dich auf die Suche nach Deinem Bruder Charles; dabei helfen Dir sowohl Gegenstände, die Du auf dem Hotelgelände findest als auch unordentliche Ecken, die Du in Wimmelbildern erkundest und in denen Du stets einen nützlichen Gegenstand entdeckst. Dein Aufenthalt dauert drei Tage, in denen Du mehr lernst, als Dir lieb sein kann. Die ganze mysteriöse Geschichte erschließt sich Dir durch Notizen, die Du unterwegs findest.

Solltest Du nicht weiterwissen, hilft Dir der Tipp. Ein Tagebuch im eigentlichen Sinne gibt es in Haunted Hotel: Der Fall Charles Dexter Ward nicht, sondern Du kannst die gefundenen Notizen nochmals nachlesen und hast woanders ein Verzeichnis Deiner aktuellen Aufgaben. Eine Karte hat Specialbit wohlweislich nicht zur Verfügung gestellt, denn es liegt offenbar in ihrem Interesse, das Spiel zu strecken: Es ist sehr kurz. Wäre nicht die überflüssige Herumlauferei von einer Szene zur nächsten und über drei Ecken wieder zurück, würde es keine zwei Stunden dauern. Wenn Du alle Minispiele löst – Du kannst sie auch überspringen, brauchst Du nicht mehr als höchstens dreieinhalb Stunden für die Normalversion. Die Sammleredition bietet, neben den üblichen Verdächtigen, ein etwa einstündiges Extra-Kapitel, in dem es um die Ereignisse im Anschluss an die drei Tage geht. In diesem Zusatzkapitel ist den Schmieden zwar die Handlung ausgegangen, dafür illustrieren sie Lovecrafts Fantasiewesen und bieten Wimmelbilder sowie konventionelle Minispiele in enormer Dichte. Etwas mehr davon hätte der Normalversion gut getan, denn darin gibt es insgesamt nur wenig zu tun, wenn wir einmal vom Hin- und Herlaufen absehen. Dass Du für gutes Gameplay Errungenschaften erhältst, ist ein nettes Extra – mehr Spiel wäre freilich noch netter gewesen.

Die Wimmelbilder in Haunted Hotel: Der Fall Charles Dexter Ward bieten weder Lust noch Frust, die Minispiele keinerlei Überraschungen. Etwas Schwierigkeit erhält das Spiel dadurch, dass Inventarobjekte in den Szenen sich nicht bemerkbar machen – Du musst sie auf eigene Faust finden. Gelingt Dir das einmal nicht, sagt Dir der Tipp, was zu tun ist oder wo Du benötigte Inventarobjekte findest. Im einfachen Modus lädt er sich schnell wieder auf, während die Ladezeiten für Tipp und Überspringen im schwierigeren Modus länger dauern; andere Unterschiede zwischen den Modi gibt es nicht. Zufall übrigens auch nicht, weshalb der Wiederspielwert sehr gering ausfiele, wären da nicht die vielen Wege, die man erst nach dem dritten Spiel verinnerlicht hat.

„Haunted Hotel: Der Fall Charles Dexter Ward“ lebt von seiner Geschichte sowie von seiner gelungenen Atmosphäre, spielerisch hat es weder viel noch Neues zu bieten. Das ist schade, weil aus der Vorlage mehr herauszuholen gewesen wäre und weil Specialbit beweisen, dass sie es verstehen, ein Spiel ansehnlich zu gestalten. Wenn sie dieselbe Kreativität auf die Entwicklung abwechslungsreicher  Spielideen konzentriert hätten, wäre dies ein wirklich gutes Spiel. So aber fällt es insgesamt durchschnittlich aus und ist von der ersten Minute an darauf aus, Zeit zu schinden. Für zwischendurch ist diese Folge von „Haunted Hotel“ ein angenehmer Zeitvertreib, das Extra-Kapitel der Sammleredition bietet spielerisch mehr als der Hauptteil, lohnt sich also.


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