A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Grim Tales: Die Vergeltung


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du Grim Tales: Die Vergeltung auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M.
Datum: 22.05.2014
Deutsch (Sammler): 07.08.2014

Zum Gähnen langweiliges Wimmelbildabenteuer, das den ersten Teilen nicht das Wasser reichen kann
~~~~~~~~~~

Ein anfangs ruhiger und friedlicher Abend wird jäh durch einen furchtbaren Anruf unterbrochen. Unsere Nichte Elizabeth wurde umgebracht und ihr Bruder James des Mordes an ihr beschuldigt. Als Detektivin MacGray machen wir uns auf den Weg zu unserem Neffen, der sich bereits als Angeklagter in einem Gerichtssaal befindet. Wir erklären uns bereit, nach Beweisen für seine Unschuld zu suchen und gelangen auf mysteriöse Art und Weise in die Vergangenheit, um die Vorgänge rekonstruieren zu können.

In für Elephant Games typischen, klaren Bildern wird uns zu Beginn ein einigermaßen spannender Kriminalfall schmackhaft gemacht, der aber bereits nach der Probestunde so weit in den Hintergrund rückt, dass er schon nach kurzer Zeit in Vergessenheit geraten ist. Stattdessen erwartet uns ein wirres Verwandtschaftsgeflecht mit genau so einer Handlung, wie wir sie schon hunderte Male durchgespielt haben. Die wenigen Augenblicke, in denen uns dann doch noch ein zähnefletschender Dobermann oder ein schwarzer Dämon gegenüberstehen werden viele gar nicht mehr mitbekommen, weil sie vermutlich schon eingeschlafen sind. Die unzähligen Zwischensequenzen und Dialoge ziehen zudem das Spiel künstlich in die Länge und sind so uninteressant, wie wenn in China der berühmte Reissack umfällt.

Die beiden Schwierigkeitsgrade „Normal“ und „Fortgeschritten“ unterscheiden sich durch das Glitzern von aktiven Bereichen, der Aufladegeschwindigkeit des Hinweis-Buttons und den Texthilfen zu Gegenständen. Im dritten und schwersten Modus fallen Tipp und überspringen weg und auch sonst gibt es keinerlei Hilfestellung. Natürlich ist unsere Auswahl jederzeit über den Menüpunkt „Optionen“ änderbar.

Von der ersten Sekunde an sind eine Karte und ein Tagebuch unser Eigentum. über die Karte können wir schnell an andere Orte gelangen, zudem sollte sie anzeigen, wo im Moment noch etwas zu erledigen ist. Leider handelt es sich hierbei oft um Fehlinformationen, so dass der Tipp auf jeden Fall die sichere Variante ist, um herauszufinden, wo wir als nächstes hin sollen. Auch er öffnet ein Fenster, mit dem wir uns direkt an den angezeigten Platz transportieren lassen können. Und das ist in vielen Situationen eine Erleichterung, da wir wieder mal unzählige Schlüssel oder Symbole einzusammeln haben, um Kästchen, Truhen oder Schlösser zu öffnen.

Natürlich bekommen wir viele Inventargegenstände nicht nur einmal. Es ist uns zudem nicht möglich, ein Geschenkschleifchen mit der Hand zu öffnen oder drei Wollfäden einfach mal abzureißen. Ein Vorhang ist uns zu schwer, um ihn aufzuhalten und ein Streichholz werfen wir mindestens 50 Meter weit, um eine Explosion zu verursachen. Erst gegen Ende des Hauptspiels haben die Entwickler herausgefunden, dass sie den Schraubenzieher eigentlich in der Ausrüstung belassen könnten. Von diesem Zeitpunkt an gibt es eine Menge für uns zu schrauben! Im Bonuskapitel ist es übrigens ein Brieföffner. Einige Utensilien sind mit einem Pluszeichen versehen. Das bedeutet, dass wir sie in einer Großansicht bringen können, um sie beispielsweise zu vervollständigen.

11 Wimmelbilder, bei denen es sich ausschließlich um Wortsuchlisten mit eintönigen Interaktionen handelt, sind großzügig im ganzen Spiel verteilt. Auf jedes stoßen wir nur einmal. Oftmals wirken sie auf den ersten Blick voll und unübersichtlich, aber alle Objekte sind gut zu erkennen und mit Leichtigkeit zu finden.

Ein paar mehr Rätsel stehen uns zur Verfügung. Etliche davon spielen wir nur im Fenstermodus, weil sie mit wenigen Handgriffen zu lösen sind. Einige wenige Minispiele sind etwas anspruchsvoller oder zumindest optisch ansprechend gestaltet. Leider habe ich mindestens zweimal festgestellt, dass wir die Rätsel auch dann spielen können, wenn wir eine wichtige Notiz dazu noch gar nicht gefunden haben. Zwar sind sie ohne dieses Informationen ausführbar, aber wir müssen wesentlich mehr Varianten ausprobieren, um zu einer Lösung zu gelangen (z. B. das Planetenrätsel). Ansonsten müssen wir Kanonen mit Gewichten beschweren, um die optimale Abschussposition herauszubekommen, Springer auf einem Schachbrett verteilen, bis alle Felder leuchten und ein Domino mit Tierköpfen absolvieren. Tendenziell sind aber fast alle Minispiele im sehr leichten Bereich angesiedelt, so dass es mich nicht wundern würde, wenn sich der ein oder andere Spieler veralbert vorkommt.

Das Ende, das dann wieder im Gerichtssaal spielt, ist nach guten 3,5 Stunden erreicht und ein wenig kurz geraten. Das 45-minütige Bonuskapitel, das erneut von der Familiengeschichte handelt erklärt am Schluss in einer längeren Sequenz sämtliche Einzelschicksale. Zudem finden wir in den Extras der Sammleredition 17 kleine Figürchen, an Hand derer uns nochmal der Stammbaum verdeutlicht wird. Dazu gesellen sich ebenfalls 17 Auszeichnungen und 35 Chamäleonobjekte. Außerdem noch Wallpapers, Bildschirmschoner, Konzeptkunst und Musik. Dafür hat man mit neuen Spielorten gegeizt und viele Räumlichkeiten aus dem Hauptteil übernommen.

„Grim Tales: Die Vergeltung“ hat es tatsächlich fertig gebracht, noch nichtssagender als „Grim Tales: Bloody Mary“ zu sein. Zwischen hirnlosen Aufgaben und langweiligen Einspielern  haben es Elephant Games nicht geschafft, den Wunsch nach einem weiteren Teil neu zu entfachen. Den Entwicklern ist es außerdem nicht mal ansatzweise gelungen, einen Spannungsbogen aufzubauen. Im Gegenteil, um so weiter das Spiel fortschreitet, umso eintöniger wird es, so dass man sich am Ende fragt, warum Elizabeth es nicht gleich mit sich gerissen hat, als sie von der Klippe gestoßen wurde?

Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top