Grim Tales: Crimson Hollow


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.com

Autor: Claudia K.
Datum: 28.09.2016


Viel Unsinn, viele Fehler, zum Teil dunkel, uninspiriert
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Als die Direktorin eines Internates dich aufsucht, weil deine Nichte Stacy verschwunden ist, weißt du sofort, wer der Böse im Spiel ist. Insofern ist der Rest der Geschichte nicht weiter von Interesse, denn tatsächlich gibt es nur ein Ziel: Rette Stacy und Dorian, der Mann, auf den Rosetta den Verdacht lenken will. Warum um alles in der Welt Rosetta, die Direktorin, dich, Anna Grey, überhaupt beauftragen sollte, bleibt auch im Verlauf völlig unverständlich. Ohne diese Beauftragung hätte es keine Störungen im Plan gegeben. Da macht es dann auch keinen Unterschied mehr, dass Spieler, die den letzten Vorgänger nicht oder gar überhaupt keinen Teil der Serie kennen, eh keine Chance haben, hinter den Sinn von allem zu kommen.

Doch bevor nach ca. 3 Minuten Spielzeit der komplette Sinn des Spieles ab adsurdum geführt wird, kannst du zwischen 4 Modi deinen persönlichen Spielstil auswählen. Es gib eine Karte mit allen hilfreichen Angaben. Sie verfügt, ebenso wie der Tipp, über die Schnellreisefunktion. Mit einem Helferamulett wirst du Reisen in die Vergangenheit Vergangenheit unternehmen und auch der Geist von Papa Richard dient als Helfer; wenn er aufleuchtet, hat er stets irgendeinen hilfreichen Gegenstand.

Bei den Wimmelbildern (14 im Normalspiel, +2 in der Sammleredition) erwarten dich einfachste Wortsuchlisten, 1x veränderlich Objekte, 1x Textsuche, 1x Umriss-Suche und " finde Paare". Keine Szene ist dabei besonders attraktiv, die Wimmelbilder sind nicht kreativ, sondern langweilig. Und es gibt leider nicht einmal eine Alternative. Das "Paare suchen" ist dann auch als Finalspiel und damit ist die Langeweile vorprogrammiert.
Dazu kommen einfachste Puzzle (11 im Normalspiel, +3 in der Sammleredition), die ebenfalls weder über das Übliche hinaus gehen, noch sonderlich attraktiv gestaltet sind. Die wenigen Puzzles, die zumindest einen Hauch von Anspruch haben, sind leider langweilig und eher auf Geduld denn Köpfchen angelegt.

Bei schriftlichen Tipps gibt es diverse Fehler, grafisch ist Grim Tales: Crimson Hollow nur für die Spieler attraktiv, die eine Mischung aus blau, grau und rot bevorzugen. Häufig siehst du Dinge, die du schon längst entfernt/geöffnet/erledigt hast, später weiterhin in den Szenen. Animationen der Protagonisten sind nicht sehr gelungen. Das Inventar ist recht klein, dafür aber schleppst du ständig sehr viel mit dir rum, zum Teil sehr lange. Da du es aber nur maximal 5 Dinge gleichzeitig sehen kannst, wirst du oftmals Fragezeichen in den Augen haben, vor allem dann, wenn du nicht sofort durchspielst (was nicht länger als vier Stunden dauern wird. Maximal.). Und Elephant Games beweist auch in Grim Tales: Crimson Hollow, dass alles, aber wirklich alles, verschlossen und/oder kaputt ist und mit irgendeiner Art von Schlüssel repariert und geöffnet werden muss.

Sammler: Das Bonusspiel gestaltest du als Stacy. Es ist ein Nachgang des Hauptspieles, aber beide Spiele können als abgeschlossen bezeichnet werden. Allerdings hat das einen Haken. Bei der wohl unvermeindlichen Fortsetzung werden nur die Spieler der Sammleredition wissen, warum nicht mehr Anna, sondern Stacy das Familienunternehmen weiterführt. Deshalb hier der Spoiler für alle: Anna wird am Ende heiraten und Stacy beschließt, mit Hilfe von Richard weiter gegen das Böse zu kämpfen.
Als Sammlerobjekte gibt es Portraits zu finden (insgesamt 9 Stück). Innerhalb des Bonusbereiches kannst du dann ein paar Informationen zur jeweiligen Person nachlesen. Hast du eines übersehen: Pech gehabt, nachträglich suchen ist nicht möglich. Dies gilt auch für die suchenden Puzzleteile. Diese liegen häufig in Nahansichten, die aber schließen komplett, egal, ob du nun das Puzzleteil hast oder nicht. Hast du nicht alle gefunden, sind die Bildschirmschoner nicht zu gebrauchen.Im Geheimzimmer der Bonusabteilung musst du in fünf Räumen 6x eine steigende Anzahl von Gegenständen suchen. Außerdem gibt es Konzeptkunst, Hintergründe, Musik und in den Archiven können Minispiele und Wimmelbilder erneut gespielt werden.

Das Fazit zu Grim Tales: Crimson Hollow ist kurz. Einfach links liegen lassen, ist die beste Entscheidung, die man in Bezug auf das Spiel treffen kann. Wimmelbilder und Puzzles sind uninspiriert, die Geschichte prinzipiell so wie hunderte andere, mit der einzigen Ausnahme: Hier wird nach fünf Minuten schon alles verraten. Grim Tales wird offensichtlich weiter fortgesetzt. Schade.