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Grim Legends: Der Fluch der Braut


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Herausgeber: Artifex Mundi
Entwickler: Artifex Mundi

Download (Sammler): Artifex Mundi
Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 25.02.2014
Deutsch (Sammler): 08.05.2014
Eingängiges und schickes Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer in bewährter Artifex Mundi Qualität
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Mit unserem Vater machen wir uns auf die Reise, um der Hochzeit unserer Zwillingsschwester beizuwohnen. Doch schon während der Kutschfahrt dorthin, stoßen wir fast mit einem Bären zusammen und entgehen nur knapp einem Unglück. Bei dieser ungeplanten Rast retten wir noch kurzer Hand eine kleine Katze namens Kitty, die fortan unser putziger Begleiter wird.
Schließlich kommen wir doch noch Heil an unserem Ziel an, nur um dann mit ansehen zu dürfen, wie unsere Schwester von Meister Petz entführt wird. Mit ihrem Bräutigam machen wir uns ohne zu zögern auf die Suche nach ihr, ahnungslos, dass die Dinge manchmal nicht so sind, wie sie anfangs zu sein scheinen.

Allererster Güte ist die grafische Darstellung aller Mitwirkenden. Egal, ob es sich um die Stimmen, die Lippenbewegungen, die Geräusch, die Farben oder die musikalische Untermalung handelt, es passt wieder mal alles exzellent zusammen. Katzenliebhaber werden vermutlich ihre wahre Freude daran haben, wenn sie sehen, wie unser Helferchen Kitty animiert ist. Mühselig wälzt sie ihren kleinen Hintern aus der Umrandung unserer Inventarleiste,  um für uns auf einen Baum zu klettern oder unter einem Tor hindurch zu schlüpfen. Da es sich aber augenscheinlich noch um eine sehr junge Katze handelt, müssen wir ihr die meisten dieser Situationen spielerisch näher bringen, damit sie auch tatsächlich eine Aufgabe erledigt. Unter zu Hilfenahme eines Lichtstrahls oder eines Wollknäuels klappt das dann auch einwandfrei.

Im Gegensatz zu vielen anderen Artifex Mundi-Spielen bleibt hier die Geschichte etwas auf der Strecke. über lange Etappen plätschert sie eher zäh vor sich hin. Dazu werden wir mit Unmengen an Lesestoff in Form von Briefen und Tagebucheinträgen überschüttet. Manchmal verwandelt sich so eine Lektüre in eine kurze Filmsequenz, in der das Geschriebene optisch aufbereitet wurde. Erst gegen Spielende nimmt die Handlung erneut Fahrt auf und hält inhaltlich noch einiges Interessante für uns bereits. Glücklicherweise leidet die Logik nicht darunter. Gegenstände, die wir öfter benutzen, verbleiben in unserem Inventar. Vieles können wir durch pure Handarbeit erledigen oder mit etwas praktischer Veranlagung. Einige wenige Male wird uns aber auffallen, dass wir höher gelegene Dinge einfach nehmen können, auch wenn wir in anderen ähnlichen Situationen Kitty oder ein Utensil dazu benötigt haben.

Ganz ausführlich sind die drei Schwierigkeitsstufen beschrieben. Im einfachsten Modus laden Tipp und überspringen sehr zügig, Wimmelbilder und aktive Bereich glitzern, es gibt keine Klickstrafen, dafür genügend Texthinweise und Orte, an denen wir noch eine Aktion ausführen können, werden auf der Karte angezeigt. Wer sich für „Fortgeschrittene“ entscheidet, muss etwas länger auf Tipp und überspringen warten, das Glitzern erfolgt nur bei Wimmelbildern, wir werden mit geringfügigen Klickstrafen geplagt und es befinden sich noch immer genügend Informationen in den Szenen. Auch ist hier auf dem Lageplan alles eingezeichnet. Im Experten-Modus sind der Hinweis-Button und die Skip-Funktion zwar vorhanden, es dauert allerdings sehr lange, bis sie uns wieder zur Verfügung stehen. Die Klickstrafen werden massiver, aufs Funkeln wird ganz verzichtet und in der Karte ist nur noch unser aktueller Standort zu erkennen. Auch mit Texthinweisen wird hier gegeizt.

Zusätzlich zur bereits erwähnten Karte mit Transportfunktion befindet sich noch ein Journal an unserem unteren Bildrand. Dort wird die Geschichte zwar nicht mitgeschrieben, wir können aber daraus die aktuellen Aufgaben entnehmen. Außerdem hat es sich Kitty rechts von unserer Inventarleiste bequem gemacht, zusammen mit dem Tipp-Button.

Wir spielen acht Wimmelbilder, die wir alle ein zweites Mal aufsuchen, wenn auch sehr zeitversetzt. Viermal stoßen wir auf eine Fragmentsuche, bei der wir in drei kleinen Fenstern vorgegebene Einzelteile im Bild finden müssen. Diese werden dann zu einem Gegenstand für unser Inventar zusammengesetzt. Ein einziges Mal sehen wir nur Umrisse. An Hand dieser müssen wir ein Objekt auftreiben und mit dem wiederum andere Dinge freischalten, bis auch hier das letzte Utensil unserer Ausrüstung hinzugefügt wird. Bei den anderen elf Wimmelbildern handelt es sich um Wortsuchlisten, die aber voller gut gemachter Interaktionen sind. Doch es fällt auf, dass die abwechslungsreicheren Wimmelbilder nur im ersten Drittel des Spiels vorkommen, danach fallen die Variationen komplett weg. Alternativ können wir jedes Mal eine verhältnismäßig knifflige Domino-Version spielen, die viel Spaß bereitet.

Wunderbar ausgearbeitet sind auch die Rätsel, die zum Teil aus mehreren verschiedenen Runden bestehen. Zu Beginn müssen wir z. B. eine kaputte Kette wieder zusammensetzen. Dazu ist es notwendig, dass wir die Kettenglieder nach einem bestimmten Muster anordnen. Haben wir dies erledigt, ist es erforderlich, die bunten Juwelen auf die Position verschieben, die zu ihrer Farbe passt. Zu guter Letzt ist es dann außerdem unsere Aufgabe, die Blüten des Schmuckstücks richtig miteinander zu verbinden. Die ganze Angelegenheit ist zwar nicht sonderlich schwierig, aber auf jeden Fall unterhaltend. Auch alle anderen Minispiele sind zumindest fürs Auge schön anzusehen, eher im unteren Schwierigkeits-Niveau anzusiedeln und einzig und allein Altbewährtes. Wir brauen Tränke und Pülverchen, verbinden gleichfarbige Räder miteinander, drehen Spiegel, um Kristalle zum Leuchten zu bringen und sortieren Insekten in der richtigen Reihenfolge.

Neugierige Spieler, die gerne in die Geschichte eintauchen und fleißig selbst alles absuchen, werden mit Sicherheit 5 – 6 Stunden beschäftigt sein, ehe ihnen am Ende ein Hauch von Kitsch um die Nase weht, was aber für ein Spiel, das wie ein Märchen gestaltet ist, durchaus in Ordnung geht. Doch wer nun meint, das Böse ein für alle Mal vertrieben zu haben, der irrt. Im Bonuskapitel können wir uns nochmal eine gute Stunde mit der endgültigen Vernichtung beschäftigen. Und ob da die ähnlichkeit mit der Rumpelstilzchen-Thematik Absicht oder Zufall ist, können uns wohl nur die Entwickler selbst verraten. Wer Auszeichnungen und Trophäen jeder Art liebt, kommt hier ganz auf seine Kosten. Die Errungenschaften sind in mehrere Kategorien unterteilt. Es gibt 11 spielbezogene und 13 handlungsbezogene Auszeichnungen. Dazu sind 30 Geister, die wie Feen aussehen, meistens in den Nahansichten versteckt. Und schlussendlich befinden sich 28 Buchfragmente in den Kulissen, die sich aber wie Chamäleonobjekte verwandeln und ausgesprochen schwer zu finden sind. Sie alle werden in ein Album eingefügt und zu jedem kann man dann einen kurzen Abschnitt der Geschichte weiterlesen. Zusätzlich können wir alle Wimmelbilder noch einmal spielen. Wallpapers, Konzeptkunst, Musik und die Filmsequenzen fehlen natürlich auch nicht.

Mit „Grim Legends: Der Fluch der Braut“ ist Artifex Mundi noch nicht das ganz große Highlight des Jahres geglückt. Aber 2014 ist noch jung und so bleibt jede Menge Zeit und auch etwas Luft nach oben, für ihr nächstes Werk. Dennoch ist es ein wunderschönes, märchenhaftes Spiel, das nicht ganz so spannend wie gewohnt, aber dafür wieder toll in Szene gesetzt worden ist. Herausforderungen sind zwar Mangelware, aber es ist auf alle Fälle um Welten besser, als das was uns sonst donnerstags und samstags an Neuerscheinungen um die Ohren gehauen wird. Für alle, denen das genussvolle Spielen am Herzen liegt und denen ein schlüssiges Gesamtkonzept wichtiger ist, als der ein oder andere nicht gegebene Schwierigkeitsgrad, ist hier genau richtig. Allen anderen ist wie immer die Probestunde wärmstens zu empfehlen. Ob es die Sammleredition sein soll, muss jeder selbst entscheiden.


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