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Grim Legends: Das Lied des schwarzen Schwans


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Herausgeber: Artifex Mundi
Entwickler: Artifex Mundi

Download (Sammler): Artifex Mundi
Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Normal): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 25.10.2014
Deutsch (Sammler): 30.01.2015

Gelungene Märchenadaption mit wundervollen Bildern und dem gewissen Extra
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Noch nie ist über die zarten Lippen der Könign ein Wort gekommen und doch wünscht sich der König nichts sehnlicher. Und so ruft er dich, aus der Gilde der Heiler, in der Hoffnung, dass du heraus finden kannst, was ihr fehlt. Doch bereits kurz nach deiner Ankunft wird das Baby des Königspaar entführt und die Königin selbst der dunklen Magie beschuldigt.

Der König glaubt an die Unschuld seiner Frau und bittet dich, nicht nur den Sohn zu finden, sondern auch Beweise, die seine Frau vor dem Tod auf dem Scheiterhaufen bewahren. Schnell wird klar, dass die Herkunft der Königin, sie stammt aus dem Schwanen-Königreich, im Zusammenhang mit den bösen Ereignissen steht. Die Geschichte ist inspiriert durch die Märchen "Die wilden Schwäne" von Hans Christian Anderson und "Die sechs Schwäne" der Gebrüder Grimm.

Beginnen wir mit dem, im wahrsten Sinne, Offensichtlichen. Grafisch ist das Spiel atmosphärisch und wirklich wundervoll. Dabei bedient sich Artifex Mundi nicht dem überschwänglichen Farbenmeer und der Fülle an Bildern, die wir oft aus Märchenspielen kennen, sondern bleibt stets ein wenig zurück haltend, dafür aber detailliert, fast liebevoll. Und das nicht nur im "guten" Adler-Königreich, sondern auch im dunklen Schwanen-Königreich. Wer der Geschichte folgt, wird am Ende verstehen, warum auch das königliche Schloss im Adler-Königreich zwar schön ist, aber nicht wirklich warm wirkt. Doch genau das macht es aus: Mit Bildern eine Atmosphäre schaffen, die erst im Verlauf von der Ahnung zur Gewißheit führt.

Zu Beginn des Spieles stehen dir drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, die sich in Aufladezeiten von Tipp und Neustartfunktion unterscheiden, außerdem darin, was glitzert und was nicht und was auf der Karte angezeigt wird oder nicht. Zusätzlich gibt es noch unterschiede in der Häufigkeit der "Bestrafung", wenn in Wimmelbildern zu schnell sinnlos umher geklickt wird. Gleichgültig welcher Modus gewählt wird, der Tipp dient immer auch als Richtungsgeber.

Ohne Zweifel hat der Entwickler bei den Wimmelbildern große Schritte gemacht. Oft gescholten wurden in führeren Bildern die zwar wunderschönen aber doch einfaltslosen Wortsuchlisten mit wenig Interaktion, wenn überhaupt. In Grim Legends: Das Lied des schwarzen Schwans ist davon kaum noch etwas übrig geblieben. Einzelteil-Suchen, bei denen sich die gefundenen Teile am Ende zu einem Ganzen zusammenfügen werden gefolgt von Puzzle-Suchen (die zum Teil die Geschichte erzählen), Wortsuchlisten mit Interaktionen oder suche Anzahl X einer Sache. Dabei fällt auf, dass man zwar ab und an Dinge verschieben kann, um das Gewünschte zu finden, doch viel häufiger sind es die eigentlich offen liegenden Gegenstände, die auch mal den dritten oder vierten Blick benötigen, bevor man sie findet. Nicht gemein, klein oder fast durchsichtig sind diese Objekte, sondern so geschickt in die Szenen eingepasst, dass das schnelle Auge sie gern übersieht. Dazu passen sie stets in die Szenerie und machen im Großen und Ganzen Sinn bezüglich ihrer Lage. Es fällt allerdings auf, dass im zweiten Drittel die Wortsuchlisten etwas die überhand bekommen.

Die Puzzles sind weiterhin eher im unteren Schwierigkeitsbereich, nur sehr wenige bedürfen mehr als eine Minute, um sie zu lösen. Unschön ist, dass nicht alle mit einer Neustartfunktion ausgerüstet sind. Schlimmer noch, manchmal ist ein Neustart notwendig, wird aber erst möglich, wenn du dir jeden Weg verbaut hast, um das Puzzle noch zu lösen. Auch wenn du "schon lange" weißt, dass du z.B. falsch gegangen bist. Artifex Mundi macht intelligente Spiele. Und sollten deshalb ihren Fans genug Intelligenz zugestehen, selbst zu wissen, wann sie ein Puzzle neu starten. Und noch ein kleiner Tipp an die Puzzle-Designer: mit "Sequenzen wiederholen" macht man sich bei den Spielern von Wimmelbild-Puzzle-Abenteuern wirklich nicht viel Freunde.

Im zweiten Drittel des Spieles fallen nicht nur vermehrt Wortsuchlisten-Wimmelbilder auf, sondern auch, dass die Lauferei zunimmt. Anfänglich noch eingeschränkt, wirst du häufiger lange Strecken laufen (oder über die Karte hüpfen) müssen. Interessant ist, dass Artifex Mundi sich aber die Mühe gemacht hat, die u.a. damit verbundenen Wimmelbilder logisch zu erklären. Damit entfällt das Gefühl, dass hier künstlich Zeit geschunden wird.

Der heute wohl fast unerlässliche tierische Helfer fehlt bei Grim Legends: Das Lied des schwarzen Schwans ebenfalls nicht. Allerdings verlassen Vogel und Biber den Spieler nach einiger Zeit wieder. Nur der Waldgeist bleibt bis zum Ende. Erfreulich ist, dass Biber und Vogel weder stricken, noch Wäsche waschen, noch sonst irgendeinen Unsinn treiben. Beide erledigen Dinge, die ihrer Art gerecht werden. Beim Waldgeist ist das ein wenig anders, aber das ist sein Recht, er ist ein Geist und damit eine magische Figur. Bei den hilfreichen Gegenständen haben wir zwar fast ausschließlich Einweg-Objekte, doch dankenswerter Weise werden die logisch eingesetzt und Weggeworfenes wird nicht an der nächsten Ecke gesucht und muss erneut gefunden werden.

In der Sammleredition findet der Spieler neben dem Bonus-Spiel Auszeichnungen, 13 Wimmelbilder aus dem Spiel, Auszeichnungen, Hintergründbilder, Musik, Zwischensequenzen und Konzeptkunst. Das Bonus-Kapitel hat eine gute Länge und entspricht qualitativ dem Hauptspiel. Für eine der Auszeichnungen gibt es im Spiel 31 Heilerzeichen zu finden.

Schon fast ein Markenzeichen von Artifex Mundi ist es, im Spiel immer eine zweite Geschichte zu erzählen, deren Basis ist: "Wie konnte es zu dem kommen, was uns im Spiel beschäftigt". In Grim Legends: Das Lied des schwarzen Schwans erzählt diese Geschichte der König des Schwanenkönigreiches. Was zum Beispiel bei "Nightmares from the Deep" die Münzen sammelnden Kiste war, sind hier goldene Tintenfässer, die in Zwischensequenzen diese Geschichte erzählen und anschließend einen Gegenstand freigeben. Und zwar immer dann, wenn du eine goldene Feder gefunden und ins Tintenfaß gesteckt hast. Schön für all die, die solche Geschichten lieben. Wen das nicht interessiert, der kann natürlich die überspringfunktion nutzen und wird trotzdem noch verstehen, warum er tut, was er tun muss.

Mit Grim Legends: Das Lied des schwarzen Schwans ist dem Entwickler der Spagat gelungen, der heute die sehr guten Spiele auszeichnet. Eine Mischung aus niveauvoll erzählter und gestalteter Geschichte, gepaart mit einem vorhersehbaren Spielverlauf, der nicht ans Händchen nimmt, dem Spieler aber auch nicht zu viel Eigeninitiative abverlangt. Das Spiel unterhält angenehm, bleibt auch einige Zeit in Erinnerung und schafft es, den Spieler in seine Welt zu ziehen. Die Puzzles, die Spielzeit und der leichte Abfall im letzten Drittel sind Mankos. Es ist kein "Enigmatis 2", es ist nicht einmal "Nightmares of the Deep", aber das alles ist Meckern auf hohem Niveau. Grafisch, spielerisch und geschichtlich ist es als Normalversion absolut und unbedingt empfehlenswert.

 


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