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Grim Facade: Der Künstler und der Blender

tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.com

Autor: Elke M.
Datum: 03.10.2014

Vielseitiges Wimmelbildabenteuer, für das ein guter Orientierungssinn von Vorteil ist
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Mittels einer mechanischen Brieftaube erhalten wir vom großen Erfinder und Künstler Leonardo da Vinci eine dringende Nachricht aus Florenz. Ein Mann, der sich „der Magier“ nennt, hat ihm etliche Erfindungen gestohlen und somit seine Heimatstadt unter Kontrolle gebracht. Sein Ziel ist es, bedeutende Kunstwerke dieser Zeit zu vernichten. Eine kleine Widerstandsgruppe hat bereits den Kampf gegen ihn aufgenommen, trotzdem werden wir gebeten, unverzüglich nach Italien zu reisen, um die Zerstörung aufzuhalten.

Nach einer Flut an Informationen und einem sehr ausführlichen Tutorial stehen wir endlich vor dem großen Meister da Vinci. Er erklärt uns einiges zu seinen Erfindungen und gibt uns gelegentlich wichtige Objekte an die Hand, um voran zu kommen. Das Florenz des 15. Jahrhunderts wurde gut eingefangen, die Stimmen passend ausgesucht und selbst die Handlung besitzt einen roten Faden, da keine überflüssigen Nebenschauplätze eingebaut wurden und die Anzahl der Akteure überschaubar ist.  Und das ist auch gut so, da wir uns so besser auf die vielen Kleinigkeiten, die wir im Spielverlauf finden, konzentrieren können, die allerdings oft nur sporadisch auftreten.

Unser erstes Helferlein ist eine mechanische Taube, die Gegenstände holt, die sich an Orten befinden, die für uns unerreichbar sind. Zeitnah gesellt sich noch ein zweiter Freund hinzu, bei dem es sich um ein mechanisches Schaf handelt, das bei mir zufälligerweise Uwe hieß. Doch nach dem zweiten Einsatz verschwindet der Vogel wieder und kurze Zeit später auch unserer wolliger Gefährte.
Dafür entdecken wir plötzlich die Geheimkammer von Leonardo, in der wir immer wieder an einer Apparatur Symbole einsetzen müssen, um am Ende an den wichtigsten Gegenstand überhaupt zu gelangen. Das Einsetzen dieser Zeichen ist mit kleinen Rätseln verbunden. Zusätzlich werden wir zwischendurch immer wieder gefragt, wie wir uns in dieser oder jener Situation entscheiden wollen. Mir ist allerdings, egal wie unsere Wahl ausfiel, keine änderung im Spiel aufgefallen. Szenen, die wir näher betrachten können, sind unregelmäßig mit Münzen bestückt. Diese können wir in einem Laden einlösen und erhalten dafür Utensilien für unser Inventar.

In der Auswahl der Schwierigkeitsgrade steht uns ein Kunden-Modus zur Verfügung. Darin können wir beispielsweise die Aufladedauer von Tipp und überspringen zwischen 5 und 200 Sekunden einstellen. Wer hier eine sehr kurze Zeitspanne auswählt, für den sind die Fächer, die einen zusätzlichen Hinweis bedeuten, wertlos. Diese Fächer finden wir übrigens nur in den Wimmelbildern. Ansonsten stehen uns die üblichen Unterpunkte wie Klickstrafen, Hinweisglitzern, Beschreibungen zu Objekten und eine Einweisung zur Verfügung. Alle Modi sind aber jederzeit änderbar.

Die Karte mit Springfunktion ist absolut überflüssig, weil sie von roten Ausrufezeichen übersät ist. Damit werden lediglich alle noch offenen Aktionen gekennzeichnet, ganz gleich, ob wir den dafür benötigten Gegenstand bereits in unserem Inventar haben oder nicht. Etwas hilfreicher ist der Tipp, allerdings ist auch er nicht mängelfrei und führt uns zwischendurch immer wieder im Kreis ohne uns zur richtigen Stelle zu bringen. Behelfen können wir uns hier nur durch Eigeninitiative, indem wir einfach alle roten Ausrufezeichen besuchen, um selbst herauszufinden, wo wir eventuell etwas übersehen haben.

Leider kommt es in letzter Zeit immer häufiger vor, dass das allererste Wimmelbild toll gestaltet wurde. Hier suchen wir beispielsweise Gegenstände nach Umriss, verwenden diese gleich wieder, um andere Dinge freizuschalten. Sogar kleine Rätsel sind darin eingebaut. Kurze Zeit später wiederholen wir dieses noch einmal, danach reiht sich fast nur noch Wortsuchliste an Wortsuchliste. Bloß wenige Male setzen wir Objekte zurück ins Bild oder halten nach 12 Symbolen oder Würfeln oder Sonstigem Ausschau. Bei den Wimmelbildern, bei denen wir die Begriffe entdecken müssen, haben wir die Möglichkeit in einen Shooter zu wechseln. Wir sollten dort gleichfarbige Kugeln abschießen, allerdings hat meine Kanone so ungenau gezielt, dass ich das nach kürzester Zeit wieder aufgegeben habe.

Die meisten Rätsel sind generell  gut lösbar, auch wenn wir bei einigen wenigen zwischen „leicht“ und „schwer“ auswählen können. Extrem gespart haben ERS an den Erklärungen dazu und an der Gestaltung des Lösungsbuches (nur in der Sammleredition). Vieles müssen wir uns selbst erarbeiten, denn im Strategieführer ist oftmals nur eine Abbildung dazu eingestellt oder der lapidare Satz „Löse das Rätsel“. Bei einem Würfelspiel gegen eine Krähe haben auf dem Brett viele Felder eine Bedeutung. Unerfreulicherweise sind diese nirgends erklärt. Ein anderes Mal drehen wir Rohre, einige davon zerbrechen, aber uns wird lediglich mitgeteilt, dass wir von vorne beginnen müssen. Dazu kommt, dass wir einige Leitungen anfangs gar nicht bewegen können, zu einem späteren Zeitpunkt jedoch sehr wohl. Auch hier finden wir keinerlei Informationen zu den Zusammenhängen. Ansonsten setzen wir Bilder aus Schnipseln zusammen, spielen Mahjong, verschieben Kacheln in einem Labyrinth und müssen die Kopie eines Bildes erstellen. 

Nach überdurchschnittlicher Spielzeit, was mit Sicherheit auch der vielen sinnlosen Lauferei zuzuschreiben ist, erwartet uns ein durchaus gelungenes Ende, das die Geschichte vernünftig abschließt. Das ca. 70-minütige Bonuskapitel rückt nochmal zwei andere Protagonisten in den Vordergrund, ist allerdings für den Hauptteil nicht von Bedeutung. Die Extras der Sammleredition beinhalten neben Konzeptkunst, Wallpapers, Musik, Bildschirmschoner und Filme 18 wiederspielbare Rätsel und 12 wiederspielbare Wimmelbilder. Im Zimmer des Schafes hängen unsere Auszeichnungen und das Tierchen interagiert mit ihnen. Im Unterpunkt „Leonardos Erzählungen“ dürfen wir gezeichnete Gegenstände, die wir im Spielverlauf einsammeln, in ein Buch einfügen. Ist die Seite komplett, können wir eine Geschichte dazu nachlesen.

Mit „Grim Facade: The Artist and the Pretender“ sind ERS teilweise weit übers Ziel hinausgeschossen. Sicherlich ist es erfreulich, dass man sich bemüht, ein Spiel mit vielen Zusatzaufgaben zu versehen, um es interessanter zu gestalten. Doch wenn diese eben nicht vernünftig durchdacht oder technisch einwandfrei umgesetzt wurden, hätte man sie genauso gut weglassen können. Hier werden hauptsächlich diejenigen Freude daran finden, die sowieso ungern die Karte nutzen und sich auch ohne Tipp prima orientieren können. Außerdem muss man gewillt sein, große Strecken zu laufen und Symbole zig Mal von A nach B, von B nach C und von C wieder zurück zu A tragen zu wollen. Es hat sicherlich einige gute  Momente, aber die sind leider viel zu selten.


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