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Green Moon
Nachlese
Herausgeber: Absolutist
Entwickler:Absolutist
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Autor: Claudia K.
Deutsche Version: 01.11.2010

Ein recht abrupter Start erwartet dich in Green Moon. Du hast ein Haus geerbt, mit allem was dort drin ist. Und während du noch ein Bild betrachtest stehst du plötzlich vor der Haustür. Du beginnst mit der Erforschung, findest seltsame Notizen und alles Mögliche kann eingesammelt oder auch zurückgestellt werden. Hast du dann die Tür zum Untergeschoss öffnen können, findest du ein Buch und einiges wird klarer. Der Vorbesitzer gehörte einer Gruppe an, die sich "Kinder des Mondes" nannte. Diese haben an einer Aufgabe gearbeitet, aber nicht vollenden können. Es ist an dir, diese Sache nun zu vollenden. Das Buch wird dir sagen, was zu tun ist. Du wirst mächtige Zaubertränke herstellen müssen, doch was du dafür brauchst, wirst du selber suchen müssen. Und so beginnt dein Abenteuer.

Green Moon ist sicherlich mehr Abenteuer und Point&Click als Wimmelbildspiel. Trotzdem besteht deine Hauptaufgabe darin, zu suchen. Nach Gegenständen, die du für die jeweilige deiner 12 Aufgaben brauchst. Hast du einen Gegenstand gefunden, kannst du ihn in dein Inventar aufnehmen. Von dort aus kannst du ihn dann benutzen, um Rätsel und Puzzle zu lösen oder auch um magische Tränke zu brauen, die dir Fähigkeiten wie Reisen durch Zeit und Raum verleihen, Unsichtbarkeit, Heilung und vieles mehr. Leider ist dein Inventarplatz begrenzt und so wirst du dich öfter mal gezwungenn sehen, Dinge, die erst vielversprechend aussahen, wieder zurücklegen zu müssen. Du wirst vieles finden, dass du nie brauchst, anderes nur einmal, wieder anderes wird mehrmals benutzt.

Das Spiel ist ohne Zeitlimit, du kannst die Welt, die sich dir in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft nach und nach anbietet, in deinem eigenen Tempo erforschen. Du kannst reisen wohin du willst, du kannst aufnehmen, was du möchtest. Es gibt eine Autosave - Funktion in dem Spiel, die aber nicht wie sonst üblich den JETZT-Moment speichert. Und so solltest du, zumindest vor den Minispielen, immer selber speichern. Minispiele können nicht übersprungen werden und es besteht meist (aber nicht immer) eine Chance, dass du dabei dein Leben verlierst. Und dann siehst du dich in einer Situation, dass du, ohne eigene Speicherung, ein ganzes Stück wieder neu spielen musst, weil die Autosave-Funktion in der Regel erst nach kritischen Situationen eingesetzt wird.

Die Grafiken sind klasse. Klar, deutlich und atmosphärisch. Die Hintergrundmusik passt sich meist den Orten an, an denen du dich befindest und ist nicht aufdringlich. Deine Aufgaben an sich sind sehr gerade aus und in deinem Buch beschrieben. Finde die Zutaten des Trankes, braue und trinke ihn. Finde den Altar und aktiviere ihn. Dir wird gesagt, was du brauchst, hast du es gefunden, wird dies im Buch angezeigt. Dein Problem liegt oft einfach darin, herauszufinden, was wo zu finden sein könnte. Das ein Ei oder ein Stück Pizza in der Küche liegt, ist noch nachvollziehbar. Dass du für ein Mauseschnurrhaar erst mal eine Falle, ein Stück Käse und das Mauseloch finden musst, ist dann schon etwas anspruchsvoller. Und wenn du dann für einen bestimmten Stein erst die Hexe finden musst, in deren Besitz der Stein ist, doch die den nur im Tausch gegen eine Drachenschuppe herausgibt, dann wird es kompliziert.

Denn die Möglichkeiten etwas zu finden, dehnen sich immer weiter aus. Auf dem Mond gibt es viele Ort wo du suchen könntest und in den meisten Orten hast du dann auch noch die Möglichkeit nach rechts, links, geradeaus zu gehen. An einen Platz, der dann wieder die gleichen Möglichkeiten anbietet. Ausserdem gibt es noch die Vergangenheit, mit ca. 20 Orten. Und die Gegenwart. Mit ebenso vielen Gelegenheiten, dem Schuster einen Verdienst in Höhe eines Managergehaltes zukommen zu lassen.

All das macht Green Moon zu einem sehr langen, sehr aufwendigen Spiel. Aber oftmals auch zu einem frustrierenden. Wie soll ich um Himmelswillen wissen, dass die Osterglocke im Sonnenwald ist? Nachdem ich vom Start in diesem Ort noch ein paar Mal abbiegen muss? Woher wissen, dass eine Münze im Tempel versteckt ist? Hinweise gibt es keine. Tips auch nicht. Und genau daran mangelt Green Moon. An ausreichend Hinweisen, die mir sagen, wo ich hin muss. Anfänglich finden sich Bilder und Notzizen. So hat mir das Bild einer Katze, die mit ihren Krallen einen Sack aufreisst, ein Licht aufgehen lassen. Anstatt nach einem Messer zu suchen, um an den Inhalt eines Sackes zu kommen, habe ich statt dessen einen krummen Nagel benutzt. Später aber fehlen solche Hinweise meistens. Und sie fehlen im Besonderen, wenn es darum geht, wo was zu finden ist. Auch das Buch gibt dir nur begrenzt Hilfe, aber es empfiehlt sich immer, die gestellte Aufgabe sorgfältig zu lesen.

Green Moon ist ein phantastisches Spiel. Und ein frustrierendes. Es ist innovativ, zeigt völlig neue Wege. Und macht doch Einiges falsch. Die Minispiele, derer es nicht viele gibt, sind knackig und eine überspring-Funktion wäre mehr als angebracht. Aber sie sind gut gemacht, passen genau zur jeweiligen Situation, sind graphisch top und ganz sicher nicht langweilig. Green Moon ist ein Spiel für geduldige Spieler. Wer es ohne Lösungshilfe spielt, wird wohl mit 10-15 Stunden rechnen können. Wer die Lösungshilfe von Gamesetter benutzt hat immer noch 6-8 Stunden vor sich.

Es ist, gerade in der heutigen Zeit, unglaublich, welche Mühe sich die Entwickler gemacht haben, dieses Spiel so ausufernd zu machen. So viel Orte, so viele Gegenstände einzubauen, die keinerlei Nutzen haben, aber den Charme des Spieles ausmachen. Und kommt das nicht viel eher an ein glaubwürdiges Szenario heran, als andere Spiele? Wie oft hast du dich ohne Navigator schon verfahren, bist falsch abgebogen, hast die falsche Zutat eingekauft, genau das Falsche mit auf eine Reise genommen? Richig! Es ist eben nur die Frage, ob man diese Realitätsnähe auch in einem Spiel erleben möchte. Wer aber damit kein Problem hat und genug Geduld aufbringt, der wird in Green Moon ein wundervolles Spiel finden, dass trotz der eigentlich sehr direkten Aufträge dem Spieler die Möglichkeit gibt, Fantasie und Entdeckergeist völlig freien Lauf zu lassen.

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