A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Ghost Town Mysteries: Bodie


Herausgeber: iWin
Entwickler: Gamespin

Wenn Du Ghost Town Mysteries Bodie auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Sonja R.
Datum: Dezember 2009

Vor über 100 Jahren kam die kleine Evelyn Byers durch eine Spitzhacke ums Leben. Keiner weiß, ob es ein Unfall oder Mord war. Tatsache ist aber, dass sich niemand nach Mitternacht in Bodie aufhalten sollte, weil Touristen Evelyn dort gesehen haben wollen. Als Amy fährst du dort hin, um dem ganzen Spuk auf die Spur zu kommen. Einmal angekommen, verschwindet dein Autoschlüssel und du hängst erstmal fest.

Das Spiel startet schon sehr unübersichtlich. Ein Intro informiert dich, was passiert ist und warum du nun da hin willst. Wenn du jetzt aber nicht die Augen aufmachst, hängst du schon im Spiel, bevor es angefangen hat. Rechts neben dem Zeitungsartikel über den Tod von Evelyn liegt nämlich dein Autoschlüssel, wenn du den nicht anklickst, wartest du darauf, dass es weiter geht, bis dein eigener Grabstein aufgestellt wird. Wie ich auf Grabstein komme? Solche Bauten spielen hier eine zentrale Rolle.

Jedenfalls kommst du dann endlich an, sofern du den Autoschlüssel angeklickt hast. Das heißt, eigentlich beobachtest du deine Ankunft - nämlich vom Friedhof von Bodie aus. Ein grüner Nebel kommt angeflogen und bleibt an einem Grabstein liegen. Klickst du diesen an, siehst du, es ist Evelyns. Ein Notizblock leuchtet grün, nimm ihn und finde den Schlüssel auf Evelyns Grabstein. Da fängt das Elend schon an: Er ist sehr schlecht zu sehen. Nach erfolgreicher Bergung dann fliegt der grüne Nebel zu einem Haus. Mittlerweile hast du gelernt, wie die Dinge laufen und klickst das Haus an. Dann die Tür. Du siehst das Türschloss und den gefundenen Schlüssel und musst ihn millimetergenau vor dem Schloss platzieren, damit sich knarrend die Tür öffnet. Das muss man dem Spiel ja lassen, die gespenstischen Geräusche sind gut gelungen. Die Geister, die dann später hinter den Grabsteinen auftauchen, allerdings eher albern. Jedenfalls bist du im Haus und bekommst eine Liste mit Gegenständen, die du suchen musst.

Hier geht das Elend weiter. Finden heißt eigentlich, ich erkenne etwas und klicke es dann an. Geht nicht. Ich habe auf Verdacht geklickt, was irgendwie einem Objekt auf meiner Liste ähnlich sah. Die zwei Tipps, die übrigens durch Spinnen (igitt) dargestellt werden, waren schnell weg und ich stand auf dem Schlauch. Also zurück ins Menü und dann von da aus weiter gespielt. Nach dem erneuten passgenauen Einsetzen des Schlüssel und neuerlichem Knarren der Tür... andere Objekte und meine beiden Tipps blieben weg. Die Suchlisten sind zufällig und ich war kurz vorm Verzweifeln. Irgendwie habe ich dann die Liste abgearbeitet und ein Sack fiel aus einem Loch in der Decke. Den klickt man - ganz lernfähiger Spieler - natürlich an, weil er grün umrandet ist. Per Klick muss es nun zurück zur Karte gehen, das heisst, zum Friedhof. Der Sack steht neben dem Grabstein, du klickst ihn an und viele Teile des Grabsteins fallen heraus, die du zusammenpuzzlen musst. Einer neuer Grabstein wird interessant, an dem du 3 Objekte finden sollst, die nur sehr blass darauf markiert und kaum zu sehen sind. Dafür bekommst du dann einen weiteren Schlüssel für ein anderes Haus. Also klickst du das an, drehst zielgenau den Schlüssel im Schloß, öffnest die knarrende Tür (du merkst schon, irgendwie kennst du das), trittst ein und hast wieder ein Wimmelbild. Mit derselben grausigen Grafik und null Tipps, denn die sind ja verbraucht.

Zumindest macht dich das Spiel vor Betreten des Hauses darauf aufmerksam, dass du ja mit Tipps knapp bei Kasse bist (hätte ich auch anders nicht gemerkt) und dass du dir welche erspielen kannst. Und zwar mit Fliegen als Futter für die Spinnen, pro 3 Fliegen gibt es einen Tipp. Das Problem ist nur: Ich bin fest davon überzeugt, dass vergessen wurde, Fliegen in die Szene einzubauen. Ich fand keine einzige, obwohl ich alle möglichen schwarzen Punkte, die auch im entferntesten mit einer Fliege ähnlichkeit hatten, angeklickt habe. Ich weiß noch, dass es im dritten Haus drei Wimmelbilder gab (durch einen grünen Nebel gekennzeichnet, wie auch sonst), aber da habe ich dieses Spiel entnervt in die Ecke geschmissen.

Der Spielablauf ist also folgendermaßen, nur um mal zu rekapitulieren: Du suchst 3 Objekte auf einem Grabstein, die kaum zu sehen sind. Dafür bekommst du einen Schlüssel, steckst diesen - mitunter mühsam - ins Schloss, suchst weitere Objekte, die du zu einem großen Teil gar nicht erkennen kannst. Dafür bekommst du einen Sack mit Puzzleteilen, mit denen du einen Grabstein zusammensetzt, siehst, wer hier begraben ist, suchst wieder 3 Objekte, bekommst den Schlüssel und wenn sie nicht gestorben sind, rennen sie noch heute. Nämlich vom Friedhof runter zu den Häusern und wieder zurück.

Der Schlimmste hier aber ist die Ignoranz der Entwickler gegenüber der weiblichen Bevölkerung. Und an dieser Stelle wird die Nachlese zu einem Bericht von zwei Leuten, denn ich (Claudia) bin stinkewütend und dazu schüttle ich auch noch völlig verständnislos den Kopf. Ok, ich sehe ein: In einem gruseligen Spiel sind ein paar Spinnen sicherlich angebracht. Oder zumindest nicht fehl am Platz. ABER: 75% der Kunden von Portalen für Download-Spiele sind Frauen. 68% der weiblichen Bevölkerung weltwelt hat Ekel oder gar Angst vor Spinnen. Welcher hirnverbrannte Idiot benutzt dann genau dieses Objekt als Tipp? Glaubt er wirklich, dass alle jetzt sagen: "Oh mein Held, wie niedlich, wie dieses Biest da oben vom Bildschirmrand runterprescht, ein Netz spinnt und mir so zeigt, wo mein gesuchter Gegenstand ist?" Oder gar: "Ich bin geheilt, ich bin geheilt Ekel/Angst sind endlich weg!" Sorry, aber ich wage zu behaupten, dass ein nicht kleiner Teil der weiblichen Spieler das Demo spätestens nach dem ersten Hinweis beiseite legen wird. Und dann eigentlich nur den dringenden Wunsch verspürt, dem PC mit Staubsauger oder sonstigen Spinnenvernichtungsutensilien (angetrauter Gatte, Schuh der Größe 46, Vorschlaghammer, E306 .....) zu Leibe zu rücken. Aber die größte Frechheit: Dieses Spiel ist grafisch eine Katastrophe, allerdings nicht komplett. Die Spinne ist extrem gut gelungen, mit einer Detailverliebtheit, die mich vermuten lässt, dass dieser intelligenzbefreite Designer vermutlich da seine gesamte Kreativität ausgelebt und seinem Lieblingshaustier zu Ehren den Bleistift geschwungen hat.

Das einzige, was mir dazu noch einfällt: Die Geschichte mag ja vielleicht gruselig sein und auch spannend werden. Das kann ich nicht mehr beurteilen, weil ich sie nicht erlebt habe. Aber die Hauptsache des Spiels, nämlich das Spielen selbst, ist völlig misslungen und gut für den Mülleimer.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top