A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Ghost of the Past: Die Skelette von Meadows Town


tassentassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 18.08.2014
Deutsch (Sammler): 05.12.2014

Streckenweise verwirrendes, aber durchaus unterhaltsames Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer
~~~~~~~~~~~~~~~~
Deine neue Stelle als Sheriff in Meadows Town kommt unverhofft und ist dem spurlosen Verschwinden des vorherigen Sheriffs geschuldet. Bedingt durch unerklärlich starke Wetterphänomene wurde die Stadt evakuiert, die wenigen Verbliebenen haben Angst, denn Skelette scheinen die Straßen zu durchstreifen. Gut, dass dein junger Deputy die Übersicht behalten hat und dir unverbrüchlich zur Seite steht.

Gleich beim Einführungsvideo fühlt man sich an hunderte andere Spiele erinnert. Ein Unfall, verursacht durch den plötzlich auftauchenden Geist einer Frau. Und fragt sich, was das soll.... schließlich wurdest du in die Stadt beordert, musst also nicht durch so etwas dort fest gehalten werden. Aber im weiteren Verlauf stellt man schnell fest: Logik oder auch nur Nachvollziehbarkeit ist in Ghost of the Past: Die Skelette von Meadows Town nicht gerade die Stärke von ERS. Oder wie erklärt sich das Team, dass du als Fremder aus deinem Auto schon zu Beginn ein Symbol mitnimmst, das später dazu dienen wird, eine Schatulle zu öffnen, die die Zellenschlüssel erhält. Und der Deputy kann offensichtlich durch verschlossene Fenster, Türen, Wände gehen - wie sonst ist zu erklären, dass du erst mühsam einen Glasschneider finden und nutzen musst, um ein Haus zu betreten, in dem der Deputy schon ist (abgesehen davon, dass es an der rechten Arbeitseinstellung mangelt, wenn man seinen Vorgesetzten vor der Türe stehen lässt...).

Doch der Anfang gestaltet sich auch positiv, denn die Auswahl von vier Spielmodi, einer davon persönlich einstellbar, zeugt von Aufwand und gerade der Letztgenannte wird von vielen Spielern bevorzugt. So kann man nicht nur die Aufladegeschwindigkeiten von Tipp und Neustartfunktion individuell gestalten, sondern auch selbst entscheiden, ob und wenn ja, wo Glitzern angegzeigt werden soll oder ob man Tutorial-Erklärungen und/oder zusätzliche Texthinweise haben möchte.

Die Hilfsmittel Tipp und Karte erweisen sich im Verlauf des Spieles beide immer wieder mal als unzuverlässig. Eigentlich auch Richtungsgeber, verliert der Tipp von Zeit zu Zeit die Lust und erklärt bei Nutzung nur ungnädig, man möge nicht weiter an diesem Ort Zeit verschwenden oder befindet nur kurz, dass es vor Ort nichts mehr zu tun gebe. Und auch die Karte, aufgeteilt in vier Seiten, die per Mausklick angewählt werden können, ist ihrer Aufgabe nicht immer gewachsen. Mal zeigt sie an, dass überall alles erledigt sei und lügt dabei frech, mal behauptet sie, es gäbe an einem Ort etwas zu tun. Doch kaum dort angekommen, ändert nicht nur die Karte ihre Meinung, sondern der Spieler stellt fest, dass es nicht einmal mehr ein in ferner Zukunft liegendes Ziel dort gibt. Beide, Karte und Tipp, arbeiten aber überwiegend korrekt.

Die 10 Wimmelbilder, von denen du viele zweimal spielst (selten kurz hintereinander, aber es kommt vor), bieten als Alternative ein wenig interessantes, eher langatmiges 3-Gewinnt, und sind durchaus abwechslungsreich. Unterschiede-, Wortsuchlisten mit Interaktionen, eine Paar-Suche, die ebenfalls mit Interaktionen daher kommt - die Suchbilder sind unterhaltsam und bieten auch eher unlustigen Suchern durchaus einen Anreiz (abgesehen von der reizlosen Alternative). Die 14 Puzzles sind im Hinblick auf ERS schon fast erstaunlich zu nennen. Sie sind nicht nur variantenreich, sondern auch fordernd ohne für Frustration bei Anfängern/Wenigspielern zu sorgen. Dazu passen sie sich auch optisch gut in die Szenerien ein.

Grafisch gesehen bietet ERS absolut nichts, was wir von ihnen nicht in gleichem Stil schon über fünfzig mal gesehen haben. Ob man nun sagt: Sie bleiben ihrem Stil treu oder meint, dass dieses Team kein Interesse an einer Weiterentwicklung hat, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Im Spielverlauf ist die Unlogik leider manchmal ein Hemmschuh, zudem kann die Laufleistung zur olympischen Disziplin werden, wenn Karte und Tipp gleichzeitig ihre störrischen fünf Minuten zeigen. Man weiß so manches Mal nicht so Recht, was man warum wo tun soll, vor allem dann nicht, wenn man das Spiel unterbricht und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnimmt. Geschichtlich allerdings gehört es zum Ende hin zu den besseren Spielen des Entwicklers, auch wenn das wählbare Ende keine unterschiedlichen Konsequenzen aufweist.

Eher lästig als ein tatsächliches Feature, ist ein Medallion, das hysterisch blinkend darauf aufmerksam macht, dass sich an einem Ort magische Energie festgesetzt hat. Ist dem so, dann muss mit dem Medallion die Szene abgesucht werden, nach aufleuchtenden Punkten, diese werden angeklickt, um das Medallion aufzladen. Ist das geschehen, kann man die ebenfalls blinkende Kugel mit besagtem Medallion anklicken und wird über eine Wikingergeschichte informiert, deren Sinn und Bezug zum Spiel sich erst nach und nach ergibt. Es wirkt ein wenig, als habe man Zeit schinden wollen, obwohl die Kugeln nicht allzu häufig auftreten.

Für die Sammleredition gibt es neben dem Spiel, das die Geschichte fortführt auch die Möglichkeit, Wimmelbilder und Puzzles zu wiederholen. Hintergründe, Konzeptkunst etc. stehen ebenso zur Verfügung, wie ein Workshop, der Bilder des ERS-Teams zeigt. Außerdem können während des Spieles Runen gesammelt werden, die dann durch Zuordnung zu Schriftrollen Wikinger-Prophezeiungen enthüllen. Wie meist: ihren exorbitanten Preis ist die Sammler-Edition nicht wert.

Ghost of the Past: Die Skelette von Meadows Town ist als Normalversion durchaus empfehlenswert. Trotz einiger Unzulänglichkeiten verfügt das Spiel über eine angenehme Spiellänge und bietet viel Abwechslung sowohl im Puzzle- als auch im Wimmelbildbereich. Auch geschichtlich ist es, trotz des eher abschreckenden Anfanges nicht ganz so durchgenudelt, wie man es häufig erlebt und kann von daher zwar nicht für die Sammler- aber die Normalversion durchaus als unterhaltsame Kost empfohlen werden.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top