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Fright Chasers: Director's Cut


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: MadHead Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 12.07.2019


Wimmelbild-Abenteuer, in allen Belangen durchschnittlich
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Wir werden von einem Mädchen zu einem alten Kino gebeten, in dem bei Ansicht eines ebenfalls alten Films ein Geist von der Leinwand heraus gekommen ist und den Freund des Mädchens entführt hat. Nacheinander haben wir über vier verschiedene Filmrollen in vier verschiedene alte Filme einzutreten, um dort jeweils den Geist eines Ermordeten zu erlösen.

Weit davon entfernt, originell zu sein (die Sache mit den zu erlösenden Geistern haben wir schon hinreichend oft erlebt), wird die Geschichte aber immerhin ansprechend und unterhaltsam vorgetragen. Durch den Einbau vieler Füllsel in Form von Einspielern und unnötig komplizierten Aktionen wie die heute üblichen Aufräumarbeiten, um endlich etwas brauchbares zu finden schreitet die Erzählung eher gemächlich voran. Die Länge leidet darunter insofern, als die Nettospielzeit, in der also wirklich etwas von uns zu tun ist, allenfalls Durchschnitt ist.
Anscheinend haben die Entwickler gegen Ende die Lust verloren, denn das letzte Kapitel kann getrost als lächerlich bezeichnet werden.

Bei den zu erledigenden Aufgaben fällt einerseits auf, dass wenigstens nicht nur Embleme zu suchen und einzusetzen sind, andererseits aber springt eine unfassbare Einfallslosigkeit ins Auge. Sechsfach tauchen Fragmente auf, viermal haben wir es mit Kollektionen von Kacheln für Minispiele zu tun, und selbst ein Puzzlekasten wird zweimal ins Spiel gebracht. Natürlich ist auch wieder ein Rezept anzuwenden. Wenigstens gibt es keinen kaputter Reißverschluss. Und erfreulicherweise kommt zwar schon wieder eine Haarnadel vor (bei deren Auftreten beim Autor schon ein Aufschrei der Verzweiflung erfolgte), aber sie wird ausnahmsweise mal sachgerecht verwendet, nicht zum Öffnen eines Schlosses. Weniger erfreulich wiederum ist die Tatsache, dass mehr als einmal für eine zu erledigende Aufgabe geeignetes Material im Inventar liegt, aber nicht akzeptiert wird. Stattdessen haben wir anderes zu suchen.

Die Wimmelbilder sind recht gut gemacht, kommen aber weitgehend ohne Interaktionen und völlig ohne eingebettete Aufgaben aus. Mehrheitlich handelt es sich um klassische Wortsuchlisten, aber auch andere treten auf, darunter die von mir geschätzte Variante, bei der zwei Folien so übereinander geschoben werden müssen, dass die Suchobjekte erzeugt werden. Die Minispiele sind zahlreich, nach Meinung einiger zu zahlreich. Hier wäre weniger mehr gewesen. Denn einige wiederholen sich, wie Sequenzen wiederholen und Symbole suchen. Mehrere erfordern Geschick im Umgang mit der Maus und schnelle Reaktion. Ansonsten überwiegen Klassiker, meist im leichten bis maximal mittleren Schwierigkeitsbereich.

Die Sammlerausgabe bietet neben dem üblichen das Nachspielen von Wimmelbildern, nicht jedoch von Minispielen, in jeder Szene ein Sammelobjekt und ein Chamäleonobjekt, sowie ein Extra-Puzzle und ein Extra-Wimmelbild. Letzteres kann nur gespielt werden, wenn die Sammlungen komplett sind und nicht, wie im Spiel behauptet, wenn das Bonuskapitel beendet wurde. Das Bonuskapitel selbst ist erstaunlicherweise nicht schwächer als das Hauptspiel, sondern in Teilen sogar anspruchsvoller.

Fazit:
Wir haben hier ein nettes Spiel, das in allen Teilen Durchschnitt ist. Für Anfänger und alle, die etwas für zwischendurch suchen, durchaus zu empfehlen, werden anspruchsvolle Spieler eher weniger zu begeistern sein.