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Angst


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Lesta Films&Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 01.07.2014
Deutsch (Sammler): 29.09.2014


Atmosphärisches, gut durchdachtes Spiel, mit tollen Wimmelbildern
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Eben noch von einem Alptraum aufgewacht, fahren wir als einziger Passagier in einem Bus durch den Westen der USA. Während wir die vorüberziehenden Maisfelder beobachten und den Worten des Fahrers lauschen ist es auch schon passiert. Das Fahrzeug kommt von der Straße ab und landet in einem Graben. Um für den verletzten Chauffeur Hilfe zu erlangen, eilen wir zum nahegelegenen Motel. Ein Fehler, wie sich schon nach kurzer Zeit herausstellt. Eine ältere Dame, eine junge Frau mit Baby, ein eingesperrtes Mädchen und das seltsame Besitzer-Ehepaar stellen uns auf eine harte und schaurige Probe. Können wir das Geheimnis um die Familie lüften und werden wir die Zusammenhänge erkennen?

Lesta Games & Films arbeiten hier ausschließlich mit echten Schauspielern, was ihnen die meiste Zeit gut gelungen ist. Harmonisch fügen sie sich ins Bild der Landschaft ein, die überwiegend in Rot- und Erd-Tönen gehalten ist. Auch die Stimmenauswahl ist zumindest am Anfang passend, nach ca. 30 Minuten sind diese jedoch komplett ausgefallen und bis zum Spielende nicht mehr wiedergekommen. Dafür ist die übrige Geräuschkulisse durchgehend stimmig. Viele Zwischensequenzen und Dialoge strecken das sowieso schon kurze Spiel noch etwas in die Länge, dennoch langweilen sie nicht beim Ansehen. Auf richtige Schocker oder blutige Elemente haben die Entwickler völlig verzichtet, allerdings verstehen sie es gut, psychische ängste aufzubauen, gerade dann, wenn wir in dunkle Brunnen oder Keller geschickt werden.

Neben den drei üblichen Schwierigkeitsgraden wird uns auch noch ein kundenorientiertet Vierter angeboten. Glitzern und Klickstrafen können wir darin per An-/Aus-Knopf einstellen. Tipp und überspringen ist in schnell, normal und inaktiv bzw. sehr langsam unterteilt. Während des Spielens ist eine änderung jederzeit möglich.

Neben dem Inventar erhalten wir eine Kamera, die wir selbst allerdings nicht bedienen können. Sie schießt automisch Fotos, nachdem wir eine Wimmelbildszene absolviert haben. Darin integriert ist ein Journal, das nicht jede Information mitschreibt. Hier lohnt es sich auf alle Fälle, Zettel und Stift bereit zu halten. Ein dritter Reiter beinhaltet die Bedienhilfe für das Spiel. Daneben finden wir eine Karte mit Transportfunktion, die nicht immer ganz zuverlässig anzeigt, wo im Moment noch etwas zu tun ist. Im Unterschied zur Beta-Version wurde hier der Tipp noch überarbeitet und die Textelemente weggelassen. Stattdessen zeigt er verlässlich in eine bestimmte Richtung oder markiert einen Ort. Der Radius, in dem wir uns das ganze Spiel über bewegen, ist sehr übersichtlich und die meisten Gegenstände gebrauchen wir zeitnah, deshalb ist es hier kein Fehler, sich auch mal an den schwierigsten Modus zu wagen.

Nur über Fotos gelangen wir in die sechs Wimmelbilder. Sie erzählen immer ein Stück Geschichte weiter, während wir Objekte aufnehmen und diese sofort wieder zum Einsatz bringen. Häufig kommen auch darin die Hauptakteure gelungen zum Einsatz, so dass mir erst am Ende aufgefallen ist, dass ich gar nicht auf die Wortsuchliste geachtet habe. Diese ist zwar in jedem Wimmelbild vorhanden, aber es wirkt so selbstverständlich z. B. einen Schlüssel aufzunehmen, um diesen in ein Kästchen zu stecken und das darin gefundene Utensil weiter zu verwerten, dass die Begriffe total überflüssig erscheinen.

Auch bei den Rätseln haben sich die Entwickler das eine oder andere interessante Element einfallen lassen. 15 Mal erfreuen wir uns an kurzweiligen Spielen mit einem leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrad. Dennoch sind sie so gestaltet, dass sie unglaublich viel Spaß machen und für jede Menge Abwechslung sorgen. Besonders gelungen sind das Falten eines Papierfliegers und das Beschießen von Raben mit Tomaten, damit sie Maiskolben fallen lassen. Zusätzlich müssen wir noch einige US-Bundesstaaten auf einer Karte zuordnen, Symbole an die richtige Stelle schieben, eine Münze mit Hilfe eines Magneten aus einem Automaten bugsieren und einen mehrteiligen Code herausfinden. Trotz manchmal minimaler Spielbeschreibung kommen wir aber durchwegs selbstständig auf die Lösung, ohne unsere grauen Zellen zu viel oder zu wenig beanspruchen zu müssen, denn hier wurde auch die Neustart-Funktion nicht vergessen.

Das Ende, das langsam eingeläutet wird, ist überraschend. Auf die ganz großen Knalleffekte wurde verzichtet und nur so viel aufgeklärt, dass noch Spielraum für die eigene Phantasie bleibt. Leider wird es bei Experten viel zu früh sein und die Drei-Stunden-Grenze werden nur die wenigsten überschreiten, selbst wenn man keine Karte genutzt hat und alle Rätsel ohne überspringen gelöst wurden. Das Bonuskapitel dauert nochmal eine gute Stunde und erzählt den Anfang, ohne den wir aber auch prima leben können. In der Sammleredition sind zusätzlich 34 Dollarnoten einzusammeln, mit denen wir hinterher Puzzles oder Making Of-Szenen erwerben können, außerdem noch Kleidung für eine Vogelscheuche. In den Extras befinden sich zudem einige wiederspielbare Wimmelbilder und Rätsel, Konzeptkunst, Wallpapers und Musik.

„Angst“ ist unblutig, aber doch gruselig. Es baut viel Atmosphäre auf, die bis zum Ende anhält. Die Wimmelbilder sind perfekt ins Konzept eingearbeitet, genauso wie die vielseitigen Rätsel. Lediglich an der Spiellänge und dem fehlenden Ton muss Lesta Games & Films noch dringend arbeiten. Die Sammleredition ist keine Bereicherung, in jedem Fall aber die Normalversion. Wer gerne ein leichtes Schaudern verspüren möchte, ist hiermit bestens beraten und mit der Probestunde macht man nichts verkehrt.


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