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Flights of Fancy: Die zwei Tauben


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 15.09.2013
Deutsch (Normal): 13.01.2014

Nachdem wir, eine Gräfin, vom Verlobungsball des Königs zu unserem Wohnsitz zurückgekehrt sind, bemerken unser Assistent William und wir, dass irgendetwas nicht stimmt. Niemand begrüßt uns und das Anwesen erweckt den Eindruck, als wäre hier eingebrochen worden. Wir haben das ungute Gefühl, dass etwas Schlimmes passiert ist. Eine Fee erzählt uns, dass eine teuflische Macht jeden im Königreich ein eine Statuette verwandelt hat. Wir müssen diese kleinen Figuren finden und sie in Sicherheit bringen, bis wir wissen, wie wir sie zurück verwandeln können.

Kurze Zeit später helfen wir noch einem kleinen Feenmann aus der Patsche und nachdem wir Puffy und Wuffy getauft haben, stehen sie uns im weiteren Spielverlauf zum einen als Tippgeber und zum anderen als Retter in der Not zur Seite. Ausgestattet mit Pfeil und Bogen versucht uns Puffy damit auf den richtigen Weg zu führen, wenn wir mal nicht weiter wissen, allerdings gelingt ihm das nicht immer. Manchmal sind die Richtungspfeile so Ton in Ton mit dem Hintergrund gehalten, dass wir sie erst nach mehreren Versuchen erkennen können. Natürlich müssen wir jedes Mal eine gewisse Zeit abwarten, bis sich der Hinweis-Button wieder aufgeladen hat, außer wir haben zuvor einen Pfeil gefunden, den wir als zusätzlichen Tipp verwenden können. Wuffy dagegen kann mit Magie umgehen und so einige wenige Hindernisse für uns überwindbar machen.

Zum Glück können wir bei der Wahl des Modus unseren individuellen Schwierigkeitsgrad selbst zusammen stellen. Und dort haben wir auch die Möglichkeit die Aufladegeschwindigkeit von 5 – 50 Sekunden beim Tippgeber und von 5 – 100 Sekunden bei der überspringenfunktion zu regulieren.
Ansonsten sind Hinweisglitzern, Klickstrafen und Informationen zu Objekten wählbar. Wer lieber einen vorgegebenen Schwierigkeitsgrad spielen möchte, kann sich für „Normal“, „Fortgeschritten“ oder „Schwer“ entscheiden und das jederzeit über die Optionen wieder ändern.

Die Grafik ist ERS-typisch, allerdings sehen viele Bereiche aus der Ferne sehr unscheinbar und trist aus, erst wenn wir uns in den einzelnen Szenen befinden, werden sie farbenfroh, detailreich und zumindest ein bisschen magisch. Die Sprechstimmen der einzelnen Personen sind dagegen wenig sorgfältig ausgewählt, hat man bei einigen sogar den Eindruck, dass sie sich langweilen, wenn sie uns die Vorkommnisse erzählen.
Und da sind wir schon bei der Handlung, die keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Die Tauben, die noch am Anfang wichtig erschienen, geraten schnell in Vergessenheit und werden erst ganz am Ende wieder ausgegraben. Es ist die alte Geschichte von Neid und Macht, vermischt mit unerfüllter Liebe, wie wir sie schon dutzende Male gehört und gespielt haben. Ein Künstler, dem wir hin und wieder einen Stift reichen müssen, erzählt uns zwischendurch von den Anfängen dieses Machtspiels, damit wir zumindest ein wenig dem Geschehen folgen können.

Und wie so oft, gehört auch Logik nicht zu den Stärken von ERS. Benötigen wir zu Beginn ein Löwenjunges, um einen Gegenstand auf einem Baum zu erhalten, können wir kurze Zeit später, vermutlich durch einen unerklärlichen Wachstumsschub, den Käfer, der daneben sitzt, selbst von besagtem Ast holen. Und als wir endlich eine Lampe haben, ist diese nach einmaliger Nutzung wieder verschwunden und so bleibt uns nichts anderes übrig, als geduldig auf uns wartende Glühwürmchen in ein Glas zu setzten, das nur mit Hilfe eines Spechts geöffnet werden kann. Die Brechstange, der Hammer, die Zange sind vermutlich bei weitem nicht so effektiv, wie die Durchschlagskraft eines Vogels?

Bei den Wimmelbildern haben wir anfänglich wirklich Grund zur Freude. Dürfen wir doch einen Gegenstand nach Silhouette suchen, ihn dann in der Szene wieder verwenden, um ein neues Objekt zu erhalten, und wir führen das so lange fort, bis ein Utensil in unser Inventar wandert. Zudem gibt es die Variante, 15 Mal die gleichen Gegenstände in einem Bild zu finden. Ist jedoch die Probestunde vorbei, gibt es ausschließlich Wortsuchlisten mit weniger aufregenden Interaktionen. Alle Wimmelbilder besuchen wir ein zweites Mal, wobei sich dann die zu suchenden Objekte ändern.

Im Bereich der Rätsel ist alles beim Alten geblieben. Viel zu einfache Minispiele in schöner Verpackung lassen vermutlich nur Neueinsteiger noch jauchzen, alle anderen werden ohne große Anstrengungen Spiel für Spiel emotionslos abarbeiten. Sogar an Abwechslung mangelt es dieses Mal, ähneln sich doch viele der 17 Rätsel im Spielprinzip.

Die anfänglich übersichtliche und tatsächlich nützliche Karte ist uns eine große Hilfe bei den Wegen, die teilweise richtig lange werden können. Wir befinden uns in einer ständigen Vor- und Zurückbewegung, die sich auf Dauer sehr auf den Spielfluss niederschlägt. Ab der Hälfte von „Flights of Fancy: Die zwei Tauben“ gibt es allerdings Probleme mit unserem Lageplan. Plötzlich sind auch Orte, in denen wir im Moment nichts ausrichten können, markiert, oder Bereiche, die längst abgeschlossen sind, als offen dargestellt. Im Bonuskapitel zeigt die Karte gegen Ende dann überhaupt nichts mehr an, unser Feenfreund hält sich zudem bedeckt und kann uns ebenfalls nicht weiter helfen.

Nach ca. 4 unendlich erscheinenden Stunden haben wir es dann geschafft, und wieder die Welt vor dem Bösen gerettet. Nur dass wir heute tatsächlich ausgepowert und schlecht gelaunt sind, da wir uns durch ein Meer von unlogischen Aktionen, langweiligen Spielen und ermüdenden Dialogen und Zwischensequenzen bewegen mussten. Das Bonuskapitel dauert ca. 45 Minuten, und spinnt das Ende noch einmal weiter. Teilweise befinden wir uns wieder an denselben Orten wie im Hauptspiel. Als Extras werden uns unter anderem 5 Kleiderpakete für die Fee und 13 zusätzliche Hinweispfeile zum Einsammeln angeboten. Ersteres hat natürlich nichts mit dem eigentlichen Spielverlauf zu tun. Zusätzlich gibt es die obligatorischen Wallpapers, Konzeptkunst, Musik und Bildschirmschoner. Zudem kann man die Minispiele und Wimmelbilder noch einmal spielen.

Bei „Flights of Fancy: Die zwei Tauben“ will und kann einfach keine große Begeisterung aufkommen. Es gibt so viele andere Spiele, die uns nicht immer mit unlogischen Aktionen konfrontieren. Es gibt so viele andere Spiele, bei denen die Sammelobjekte stimmig mit eingebaut werden und es gibt so viele andere Spiele, die es zumindest schaffen, die Hilfsmittel vernünftig zu gestalten, damit sie ihren Namen auch verdienen.

So bleibt als Fazit nur zu schreiben, dass dieses Spiel einen Tick besser ist als „Forest Legends: The Call of Love“, aber bei weitem nicht an die Klasse von „Nearwood“ heranreicht. Für alle, denen der Name des Entwicklers nicht so wichtig ist, ist unbedingt ein Antesten empfohlen, obwohl die Probestunde vieles vorgaukelt, was der Rest des Spiels nicht erfüllen kann. Die Sammleredition allerdings ist definitiv ihr Geld nicht wert; wer auf die Normalversion wartet gibt zumindest nicht zuviel Geld für ein gerade mal durchschnittliches Spiel aus.

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