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Final Cut: Homage


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du Final Cut: Homage auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M.
Datum: 31.03.2014
Deutsch (Normal): 24.06.2014

Wimmelbildabenteuer aus der Reihe 08/15, bei dem man nicht nachdenken muss
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Als Tochter des kürzlich verstorbenen berühmten Regisseurs Wolf treffen wir uns mit dem Journalisten Michael Harris im örtlichen Restaurant. Obwohl wir die Medien scheuen, haben wir hierzu doch eingewilligt, um sicherzugehen, dass alle Fakten korrekt wiedergegeben werden. Denn Reporter lieben es, sich die Wahrheit zu Recht zu biegen. Im Diner angekommen, erhalten wir von irgendeinem Spinner, der sich „Der Direktor“ nennt, ein mysteriöses Päckchen. Warum werden ausgerechnet wir immer in solche misslichen Lagen gebracht?

Der unbekannte Absender verwickelt uns in ein perfides Katz- und Mausspiel, in dem wir nicht nur einmal uns nahestehende Personen aus gefährlichen Situationen zu befreien haben.

Grafisch gesehen wirkt das Spiel jederzeit freundlich, ist nicht zu überladen und sehr klar strukturiert. So gar nicht passen wollen die Stimmen zu den fast kindlich aussehenden Hauptdarstellern, die teilweise echt zu sein scheinen, nur um kurze Zeit später wieder an eine Zeichnung zu erinnern. Die schauspielerischen Fähigkeiten ähneln stark denen einer untalentierten Laienspieltruppe irgendwo am Ende der Welt. Ebenso uninspiriert klingt die Musik, die den eigentlich spannenden Spielverlauf nicht zu unterstreichen vermag. Die gruseligste Szene ist dafür unbeabsichtigt zu Stande gekommen, in dem man eigentlich eine Person ganz verschwinden lassen wollte, irrtümlich aber den Arm nicht entfernt hat, so dass dieser aus einer Mauer im Bild ragt.

Insgesamt stehen uns vier Modi zur Verfügung, die in „Leicht“, „Experte“, „Wahnsinnig“ und „Kunde“ unterteilt sind. Im Letzteren ist es uns selbst überlassen, wie wir den Schwierigkeitsgrad zusammenstellen möchten. Als Auswahlpunkte stehen uns Einführung, eingezeichnete Hinweise und markierte Bereiche auf der Karte, Glitzern von Wimmelbildern und aufzunehmenden Gegenständen und leichte, mittlere und schwere Klickstrafen zur Verfügung. Dazu können wir die Aufladezeiten von Skip und Tipp zwischen 10 und 120 Sekunden einstellen und die Stärke des Glitzerns auf einer Skala von 1 – 10 bestimmen. Wobei mir beim letzten Punkt keine Unterschiede aufgefallen sind. änderungen können wir jederzeit im Spielverlauf über die Optionen vornehmen.

In einem Tagebuch wird die Geschichte mitgeschrieben und aktuelle Aufgaben festgehalten. Manchmal ist es notwendig, daraus Codes zu entnehmen, um beispielsweise eine Verriegelung öffnen zu können. Hin und wieder erhalten wir diese Kombinationen aber auch in Zettelform, die unserem Inventar hinzugefügt werden. Die Karte ist mit einer Transportfunktion ausgestattet, die wir aber so gut wie nie benötigen. Dazu ist sie übersichtlich, da Orte, die wir verlassen dann auch im Lageplan verschlossen werden. Erst wenn der Spielverlauf uns den Hinweis erteilt, eine andere Lokalität aufzusuchen, öffnen sich diese Bereiche wieder. Der Tippgeber schickt uns entweder per Richtungspfeil oder per Bild, über das wir sofort reisen können, zuverlässig zum nächsten, wichtigen Ort.

Einige Inventargegenstände sind mit einem Pluszeichen versehen. Wenn wir dieses anklicken, werden sie in einem großen Fenster geöffnet und wir können dann entweder Teile hinzufügen oder davon entfernen. Auffällig ist dagegen, dass wir uns in jedem Kapitel nach einer neuen Feuerquelle umsehen müssen, obwohl wir irgendwann mal eine ganze Packung Streichhölzer erhalten. Nicht besser ergeht es uns mit Schaufeln und Zangen, die immer wieder neu gesucht werden müssen.

Ein interessanter Punkt im Spiel sind die Filmkameras, die in jedem Abschnitt irgendwo aufgebaut sind. Legen wir dort einen Schalter um, verwandelt sich die Realität in eine völlig neue Welt. Unser ursprünglicher Standpunkt bleibt zwar derselbe, aber wir sehen ihn dann in einer anderen Perspektive. Und so kann es vorkommen, dass wir des öfteren zwischen beiden Plätzen wechseln müssen, um alles zu erledigen. Denn auch Objekte, die wir an einem Ort finden, können am anderen eingesetzt werden. Dieses Element gibt dem Spiel zwar nicht die dringend benötigte Spannung, aber es sorgt durchaus für Abwechslung.

Bei den Wimmelbildern wäre dafür etwas weniger durchaus mehr gewesen. So kommt es hier gar nicht mal so selten vor, dass wir innerhalb einer Umriss-Suche, bei der wir auch gefundene Gegenstände sofort wieder verwenden können, noch auf kleine Wortsuchlisten stoßen. Oder wir sollen gleiche Objekte finden und müssen danach noch eine Umriss-Suche über uns ergehen lassen. Natürlich kann auch gleich als erstes eine Liste mit Begriffen auftauchen und wir finden darin noch eine kleine Umriss-Suche. Hier wurde alles kreuz und quer gemixt, so dass immer mehrere Runden hintereinander gespielt werden müssen, allerdings besuchen wir jedes Wimmelbild nur einmal.

Wenig aufwendig und eindrucksvoll sind die Rätsel. Viele davon erleben wir nur im Fenstermodus, wie auch die kleinen Wortsuchlisten bei den Wimmelbildern. Auf den ersten Blick erscheinen zumindest einige der Minispiele hochwertig und nicht ganz so einfach. Doch der Schein trügt und ausnahmslos alle sind so leicht, dass sie mit wenigen Klicks gelöst werden können. Bei insgesamt 28 Stück wäre es schön gewesen, zumindest ein paar wenige Herausforderungen zu erhaschen, aber Rätsel-Liebhaber werden hier bitter enttäuscht werden. Wir durchlaufen zweimal ein Labyrinth, setzen vier Zahnräder ein, drehen Ventile, stellen eine Radiofrequenz wieder her, bringen Symbole in die richtige Reihenfolge und finden gleiche Paare. Dazu ist die Aufbereitung so ideenlos und tröge, wie wenn dieser Entwickler noch nie ein Minispiel erschaffen hätte.

Nach guten vier Stunden endet das Hauptspiel ohne überraschungen, aber in sich abgeschlossen. Im ca. 45-minütigem Bonuskapitel wird ein Zwischenstrang der Geschichte nochmal genau nacherzählt, wobei bereits besuchte Räumlichkeiten wieder verwendet wurden. In den Extras sind 49 Auszeichnungen enthalten, Musik, Filme und ein Making Of. Dazu können wir 49 Filmklappen einsammeln und in den Wimmelbildern 15 Chamäleonobjekte finden. Wenn wir das Spiel inkl. Bonuslevel komplett abgeschlossen haben, sehen wir, in welchen Szenen wir die Filmklappen nicht gefunden haben und können uns diese noch nachträglich holen. Dazu besteht die Möglichkeit, die meisten Wimmelbilder und alle Rätsel noch einmal zu lösen. Außerdem gibt es einen überflüssigen Souvenirraum, in dem wir erneut zu jedem gespielten Ort müssen, um uns dort ein Mitbringsel mitzunehmen. Dafür gibt es dann ebenfalls eine Errungenschaft.

„Final Cut: Homage“ hat im Prinzip eine gute Handlung, der aber schon von Beginn an völlig die Spannung abhanden gekommen ist.  Es gibt keinen Platz für überraschungen und auch in Punkto Darsteller hat Eipix sich mehr als einen Fehlgriff geleistet. Die Bedienelemente und die Karte sind dagegen ganz gut gelungen, allerdings ist die Leidenschaftslosigkeit bei den Rätseln fast schon dreist. Die Mixtur der Wimmelbilder ist indessen Geschmackssache und das sollte jeder für sich im Rahmen der Probestunde testen. Die Sammleredition ist überflüssiger Ballast und ihr Geld nicht wert. Ein Spiel unter Tausenden, das in keinster Weise heraussticht.


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