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Fearful Tales: Hänsel und Gretel


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 25.08.2013
Deutsch (Normal): 16.12.2013

Ideenloses, weit vom Original entferntes Märchen
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Es waren einmal zwei Kinder mit Namen Hänsel und Gretel. Wie an jedem anderen Tag auch, begaben sie sich zu einem Lebensmittelgeschäft. Als sie dort Brot kaufen wollten, bot ihnen eine fremde Frau Süßigkeiten an. Ihr nettes und freundliches Auftreten verbarg ihre Niederträchtigkeit, denn der Teufel besaß ihre Seele und ihr Herz war schwarz wie Kohle. Mit einem hinterhältigen Trick schaffte sie es, sich der Kinder zu bemächtigen.

Als ihre Mutter Isabella bemerken wir, dass unsere beiden Kinder verschwunden sind, doch es ist schon zu spät. Zeitgleich hat sich eine Horde Lebkuchenmänner über die Stadt hergemacht und Teile davon verwüstet. Nur ein kleiner, weniger unfreundlicher Keks namens Chip, ist uns wohlgesonnen und verspricht uns zu helfen. Als Tippgeber und Geschichtenerzähler wandert er in unsere Bedienleiste.

Grafisch gesehen ist das Spiel so, wie wir uns eben einen Ort vorstellen, an dem Lebkuchenmänner gewütet haben. Bunt, schokoladenverschmiert und detailverliebt. Die Stimmen passen tatsächlich zu den einzelnen Figuren und die Musik dudelt unauffällig vor sich hin.

Was die Geschichte angeht, so schweift der Entwickler weit vom Original ab, und wir werden während des Spiels häufiger an den Rattenfänger und das Schlaraffenland erinnert, als an Hänsel und Gretel.

Die drei Schwierigkeitsgrade werden mit Normal, Herausfordern und Verrückt beschrieben, wobei wir uns nicht erklären können, was Eipix uns mit letzterer Beschreibung sagen möchte. Sie unterscheiden sich lediglich in der Aufladezeit des Tipp- und überspringen-Buttons und beim Glitzern der aktiven Bereiche. Im dritten Modus erhalten wir außerdem keine hilfreichen Informationen zu den Rätseln und auf der Karte fehlt die Kennzeichnung der Orte, an denen noch etwas zu tun ist. Der geübte Spieler wird das allerdings nicht bemerken, da die Rätsel einen so geringen Schwierigkeitsgrad aufweisen, dass sie sich von selbst erklären. Auch haben wir immer genügend Gegenstände in unserem Inventar, so dass wir uns um ein zügiges Vorankommen nicht sorgen müssen.

Mit Hilfe von 15 Wimmelbildern, die alle kleine, belanglose Interaktionen besitzen, und zu einem Drittel ein zweites Mal besucht werden müssen, erhalten wir zusätzlich immer ein neues Objekt. Schon in den Suchbildern können wir erkennen, was wir wohl am Ende als Utensil erhalten werden.
Bereiche, die wir bereits besucht haben, suchen wir in den seltensten Fällen erneut auf, außer es hat sich nochmal ein Wimmelbild geöffnet. Die Wege sind kurz, wenn wir allerdings mal nicht weiter wissen, hilft uns hier Lebkuchenmännchen Chip als Hinweisgeber. Witzig ist, wie er im Kreis läuft und uns so mitteilt, dass er gerade aufgeladen wird.

17 Rätsel, die zwar gut zur Thematik passen, aber alle unter einer Minute zu lösen sind, lockern das doch stupide Spiel auf, fordern uns aber in keinster Weise. Figuren für einen Zauberspruch nachzeichnen, ein Hütchenspiel, eine Tonfolge wiederholen und gleiche Paare finden haben wir in anderen Spielen schon tausendmal gesehen und das oft wesentlich besser und anspruchsvoller. 

Natürlich verzichtet die Geschichte auch nicht auf Gestalten, die etwas verloren haben oder sonst irgendwie unsere Hilfe brauchen, und denen wir aus dem Schlamassel helfen müssen, nur damit sie uns mit einem Gegenstand weiterhelfen. Auch hier hält sich der Ideenreichtum in Grenzen, da es sich um einen Bäcker, eine Wirtin oder einen Schmied handelt, für ein Märchen ziemlich gewöhnliche Zeitgenossen.

Und während wir uns also noch über die Einfallslosigkeit wundern, trotzdem tapfer unsere Suche fortsetzen, sind wir auch schon am Ende angelangt. Im Tagebuch wird die Spielzeit für den Hauptteil notiert und die lag beim Schreiber dieser Zeilen bei 2 Stunden 21 Minuten - inklusive Toiletten-Pause, Katze füttern, Kaffee kochen und Mitschreiben. Und sofort wird klar, dass es nicht das richtige Ende ist, weil wir unsere Kinder noch nicht in die Arme geschlossen haben. Dieser Teil wurde sich für das Bonuskapitel aufgespart. Sehr clever, somit sind wir fast gezwungen, die Sammleredition zu erwerben, da uns sonst das „Und wenn sie nicht gestorben sind…“-Feeling komplett flöten geht.

Das Bonuskapitel bietet uns großzügigerweise eine Spielzeit von ca. 20 Minuten, zwei zusätzliche Minispiele und 5 Wimmelbilder. Zudem können wir 40 Törtchen einsammeln und uns ein richtig gut gemachtes Making Of ansehen. Alle Rätsel und Wimmelbilder sind nochmal spielbar, es gibt die Musik, eine Kunstgallerie, die Zwischensequenzen und Wallpapers. Bei den Auszeichnungen handelt es sich um die „üblichen Verdächtigen“, aber alle machen Sinn.

Fearful Tales: Hänsel und Gretel ist ein Märchen, aber nicht das, was sich im Namen verbirgt. Es ist ein uninspiriertes Stückwerk aus vielen anderen Geschichten. Wer das Original kennt, weiß dass es eigentlich spannend und zum Fürchten ist. Darauf haben die Entwickler aber vollkommen verzichtet, ebenso auf Kreativität, die sie doch, wie im Making Of zu sehen ist,  haben müssten, hier aber nicht zum Zuge kommen ließen. Dazu missfällt noch die weit unter Durchschnitt liegende Spielzeit, der maue Schwierigkeitsgrad und die abgeschnittene Normalversion. In diesem Fall ist nicht einmal die Standardversion zu empfehlen, weil einfach ihr Geld nicht wert.


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