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Fear for Sale: Stadt der Vergangenheit


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(Aufwertung um 1/2 Tasse wegen Bug-Beseitigung in der dt. Ausgabe)
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elefun Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 02.11.2015

Durchschnittlich, gute Spiellänge, lässt im letzten Drittel nach
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Als du (per altmodisch handgeschriebenem Brief??????) deinen nächsten Auftrag erhältst, bist du schnell überzeugt, dass hinter den Gerüchten, es gäbe in Eastwood lebende Statuen, etwas stecken muss. Denn schon die mitgeschickte Ministatue zeigt dir, dass sie sehr wohl nicht nur starr geradeaus stieren kann. Also machst du dich auf den Weg nach Eastwood und findest heraus, dass alles mit dem Mord an einer Künstlerin und dem Verschwinden eines kleinen Mädchens zu tun hat. Doch wer hat wirklich wen ermordet?

Du wählst zunächste den gewünschten Schwierigkeitsgrad zwischen vier Modi; dabei ist der vierte Modus durch individuelle (und sehr begrenzte), persönliche Auswahl gekennzeichnet. Die Karte ist über 3 Abschnitte verteilt, die einzeln über Reiter angewählt werden müssen. Die Reiter verfügen über eine Anzeige, wenn es in einem der aktuell nicht sichtbaren Teile etwas zu tun gibt. Während die Karte über alle notwendigen Anzeigen und eine Reisefunktion verfügt, ist der Tipp ohne Teleporter, sondern bringt dich per Richtungspfeil zum nächsten Ort mit Aufgabe. Genau wie die Karte ist er aber ebenfalls zuverlässig.

Auch in Fear for Sale: City of the Past zeigt deutlich, dass man sich keinerlei Gedanken um Sinn und Unsinn von Dialogen und Aktionen macht. Gleich zu Beginn erklärt Emma: Ich glaub, ich habe meinen Code (für einen PC) im Schlafzimmer - doch der dann als Wimmelbildszene aktivierte Raum ist kein Schlafzimmer. Nur ein so zugemülltes Zimmer, dass man befürchten muss, Emma ist weniger Journalistin als behandlungsbedürftige Messi-Patientin.
Die Karte, die dein Chef mit geschickt und du am PC restauriert hast, ist im Übrigen nicht weiter relevant - sie verschwindet und findest eine Neue. Eine Bürste, um eine Platte zu säubern, nimmt sie von zu Hause mit. Batterien auch, aber eine funktionierende Taschenlampe überfordert die tapfere Heldin ganz offensichtlich. Und natürlich lässt sie sie sofort liegen, nach dem ersten Gebrauch. Keine fünf Minuten später: "Oh, es ist dunkel hier". Und jeder würde sich in dieser Situation die Taschenlampe holen, die man liegen gelassen hat... Mit einem Minihammer, Dekoration um eine normalen Kuckucksuhr aufzuziehen, schlagen wir frohen Mutes einen Keil in eine Felsspalte .... Manchmal ist es wirklich so ermüdend.

Die Wimmelbilder sind in der Hauptsache Wortsuchlisten mit zwei oder drei einfachsten Interaktionen. Zwei oder drei mal gilt es auch, die Aussparungen im Beld mit benötigten Gegenstände aus dem selbigen Bild zu finden. Umrisse und finde x von y Varianten gibt es manchmal als Vorlauf zur Wortsuchliste. Dazu kommen "finde Teile in einer Nahansicht"-Suchen. Als Alternative stehen Legepuzzle zur Verfügung. Im letzten Drittel häufen sich die Wimmelbilder, immer öfter kommt eine Wimmelbildszene 2x vor, rasch hintereinander. Anfänglich sind die Puzzles durchaus nicht unattraktiv; vielleicht ab und an ein wenig zu ausgebreitet, grundsätzlich aber besser, als wir es in der Regel gewohnt sind. Doch das ändert sich mit der Zeit und spätestens im letzten Drittel wäre jedes dreijährige Kind wäre unterfordert.

Grafisch und spielerisch ist Fear for Sale: City of the Past durchaus angenehm. Auch die Musik ist zum Teil richtig schön und atmosphärisch; was erwähnenswert ist, weil dieser Teil ja oft eher beiläufig und nicht der Rede wert daher kommt. Natürlich wird man auch hier ans Händchen genommen, es ist aber nicht so direkt spürbar. Elefun Games hat sich nicht bemüht, irgendetwas Neues einzubringen; aber auch nicht von sich selbst kopiert, sondern ein neues Spiel geschaffen. Die Geschichte ist spannend und auch wenn vermutlich die meisten schon kurz nach der Ankunft wissen, wie es ausgeht - es gibt nette Wendungen und der Spieler wird vom Erzähler eingebunden. Nur die Dummheit, die aus vielen Aktionen und Bemerkungen tropft, verhindert, dass ein durchschnittlich intelligenter Mensch sich wirklich einfinden kann. Aber auch das ist ja bereits zum durchschnittlichen Standard geworden. Auffallend aber ist, dass das Spiel in etwa da nachlässt, wo die Spielzeit in den Bereich "noch vor ca. einem Jahr war das Minimum-Standard" kommt (also etwa 4 Stunden und drüber).

In der Sammleredition sucht der Spieler in den Szenen veränderliche Objekte und Gegenstände von Sammlungen. Das Ganze hat mit dem Spiel nichts zu tun, dient einfach nur als zusätzliche "Aufgabe". In den Extras finden sich Hintergründe, Konzeptkunst, Bildschirmschoner, Auszeichnungen und die Gegenstände deiner Sammlungen. Hast du etwas nicht etwas übersehen, gibt es nur die Möglichkeit, das Spiel komplett von vorn zu beginnen; du kannst im Nachgang nichts mehr einsammeln. Das Bonusspiel ist eine eigenständige Geschichte, die durch die Ereignisse des Hauptspiels ausgelöst wurden. Zeitlich gerade noch angemessen, ist es aber trotzdem kein Grund, Geld für die Sammleredition auszugeben.

Fear for Sale: City of the Past ist eines der besseren Spiele von Elefun Games, wenn auch nicht das Beste der Fear for Sale - Serie. Im letzten Drittel lässt es sehr nach, aber die Geschichte ist spannend, das Spiel trotz einiger Längen abwechslungsreich und recht gut gemacht; die Spielzeit ist ebenfalls im oberen Durchschnittsbereich. Die Probezeit gibt einen guten Eindruck von einem Großteil des Spieles; das Positive geht über die Probestunde hinaus.