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Faded Reality


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Herausgeber: Puzzle Lab
Entwickler: Puzzle Lab

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Autor: Gyanda J.
Datum: 19.06.2010
deutsche Version: 25.07.2010

"Faded Reality" ist das erste Wimmelbildspiel der Entwicklerschmiede Puzzle Lab und wie jeder Erstling hat es seine Schwächen aber auch Stärken. Zu den Stärken gehören unbedingt die sehr ästhetischen Grafiken, die liebevoll gezeichnet sind, die innovativen Spielideen und die immens spannende und gruselige Geschichte des Abenteuers. Monica Dip, eine junge Frau, erwacht aus der Narkose. Ihr wurde die Augenhornhaut eines Unfalltoten transplantiert, so dass sie nun wieder sehen kann. Kurz nach der erfolgreichen Transplantation jedoch beginnen sie düstere Visionen heimzusuchen. Sie befürchtet durch die Augen ihres Organspenders etwas zu sehen, das jener erlebt hatte.

Das Spiel beginnt, indem man die Autoschlüssel sucht, damit sie die Orte ihrer Visionen aufsuchen kann. Es folgt eine sehr idyllisch wirkende Wimmelbildszene. Man überblickt sanfte Felder, ein paar Häuser eines englisch anmutenden Dorfes, Blätter fallen. Kein Grund zur Panik. Monicas Visionen aber sind beunruhigend, haben mit Menschen zu tun, die verschwunden sind. Im Lauf der Geschichte stellt sich heraus, dass alle ermordet worden sind, alle Organmutationen hatten, und alle im Jahr 1995 Patient im St. Rose-Krankenhaus gewesen waren. (Achtung: die Wimmelbildszenen sind überhaupt nicht blutig oder grausam, sondern im Gegenteil, oft sehr idyllisch.)

Alle Opfer werden mit Namen und Beruf vorgestellt. Jeder von ihnen hatte eine besondere Fähigkeit aufgrund der Organmutationen. So wird von einem Japanologen berichtet, der einen ausgeprägten Buckel hatte, von dem er behauptete, es seien zusammengefaltete Flügel darin versteckt. Ein berühmter Taucher, der viele versunkene Schätze geborgen hatte, behauptete, dass er unter Wasser ohne Sauerstoff-Flasche atmen könne. Ein anderes Opfer hatte behauptet, fliegen zu können und mit Vögeln sprechen zu können. Mit zunehmendem Entsetzen folgt Monica den verschiedenen Visionen wobei ihr bis kurz vor Schluss nicht klar ist, ob die Morde von ihrem Spender begangen wurden, oder ob er dabei war, diese Verbrechen aufzuklären, als er einem Autounfall zum Opfer fiel.

In den Wimmelbildszenen kommt ein neues Spielprinzip zum Einsatz. Es müssen nicht nur Gegenstände gefunden werden, sondern auch Buchstaben. Diese Buchstaben werden später noch benötigt. Obwohl man sie meist von Anfang an deutlich im Bild sieht, kann man sie nicht einfach anklicken, sondern muss warten, bis sie in der Liste der zu suchenden Gegenstände angezeigt werden. Die Liste der zu suchenden Gegenstände befindet sich unten am Bildrand und zeigt weiß unterlegte Begriffe an diese sind sofort im Spiel zu finden und grau unterlegte. Die kann man erst finden, wenn man die richtigen Buchstaben beim richtigen Objekt im Textfeld einfügt. Also z.B. man findet das "A", das in dem Wort "BAG" (Tasche) fehlt, fügt es im Textfeld ein, die Tasche verschwindet und darunter liegt ein Gegenstand, der auf der Suchliste grau unterlegt war. Vertrackterweise findet man die Buchstaben nicht unbedingt in der Szene, in der sie gebraucht werden, sondern auch möglicherweise erst in einer Anschluss-Szene, man muss danach also noch mal zurück, um auch hier alle Suchitems abhaken zu können.

In jeder Suchsequenz des Spiels gibt es eine offen einsehbare Wimmelbildszene, und eine, zu der man erst Zugang erhält, wenn man ein Minispiel gelöst hat. Man muss verschiedenfarbige Dreiecke und Vierecke zusammen sortieren. Das klingt erst mal nicht so spannend, aber die Farben der Dreiecke und Vierecke sind so schön, dass mir diese Bilder sehr viel Freude machten. Wie überhaupt die grafischen Darstellungen des Spiels sehr schön sind und stark mit der düsteren Geschichte kontrastieren. Man findet nirgendwo Blutlachen oder sonstige Relikte der Morde. Um eine Szene abzuschließen, muss man in einem Textpuzzle herausfinden, wo man in der jeweiligen Szene nach Hinweisen suchen soll. Da diese Texte meist mit "auf, unter, neben" etc. beginnen und von einem "the" gefolgt werden, ist es nicht all zu schwer, diese Aufgabe zu erfüllen. Wenn man dann am angegebenen Ort nachsieht, findet man Notizzettel, die einem weitere Details der Geschichte enthüllen.

Die Hinweisfunktion des Spiels lädt sich sehr schnell wieder auf und steht grenzenlos zur Verfügung, so dass auch Menschen, die Englisch nicht so gut können, ihre Freude an dem Spiel haben können.

Um zur neuen Szene zu gelangen muss man wieder ein Minispiel lösen, man muss ein Bild mittels verschiedener Lampen ausleuchten. Das klingt ganz einfach, ist aber doch einigermaßen herausfordernd. Nimmt man eine Lampe von einem Ort weg, wird der ganze Fleck wieder dunkel und man muss erst durch eine andere Beleuchtung den Ort wiederfinden, an dem man die Lampe aufgehängt hatte. Hier funktioniert auch die Hinweisfunktion nicht, man muss selbst kreativ puzzlen.

Einen wesentlichen Nachteil hat das Spiel auch, leider. Wenn man das Spiel verlassen möchte, kommt immer die Warnung "your game won't be saved" (Ihr Spielstand wird nicht gespeichert), aber das ist nicht wahr. Der Spielestand wird sehr wohl gespeichert, allerdings nur, falls man gerade am Ende eines Levels war. Unterbricht man mitten im Level muss man beim folgenden Start wieder am Anfang des Levels beginnen.

Das Ende des Spiels kommt relativ unvermittelt und die Auflösung der Geschichte ist nicht wirklich befriedigend. Aber das ist sie meiner Erfahrung nach bei vielen anderen Wimmelbildspielen oft auch nicht. Ehrlich gesagt, hoffe ich noch darauf, dass das Spiel nur deshalb so aufhört, weil Puzzlelab insgeheim schon an einer Fortsetzung der Geschichte arbeitet, die noch spannender und noch geheimnisvoller sein wird als es "Faded Reality" schon ist.

Mir hat das Spiel alles in allem sehr gut gefallen. Die Wimmelbildszenen sind optisch so liebevoll gemacht, dass ich oft innegehalten habe beim Suchen und einfach nur geschaut habe. Die Idee mit den Buchstaben hat mir sehr gefallen. Das Minispiel mit den bunten Dreiecken und Vierecken ist eine wahre Pracht für die Augen. Selbst das Geräusch, wenn man einen Gegenstand gefunden hat, ist wirklich schön und mit Bedacht gewählt. Die Begleitmusik zum Spiel ist ideal um eine Atmosphäre von Unwirklichkeit, Traum, Vision zu kreieren. Alles fühlt sich ein bisschen wie in einem Traum an und so ergeht es ja auch der Heldin des Spiels wirklich, sie fühlt sich ja in einer Art Traum und hat Visionen. Auch die Geschichte fand ich sehr faszinierend erzählt, wie ich überhaupt das Gefühl habe, dass Sich-Einlassen-Können auf diese Traumwelt der Schlüssel dazu ist, ob einem das Spiel gefallen wird oder nicht. Schade ist, dass man das Spiel nicht zwischenspeichern kann, es sei denn am Levelende und dass das Ende nicht wirklich detektivisch aufgelöst wird.

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