Eventide: Slawische Fabel


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Herausgeber: Artifex Mundi
Entwickler: The House of Fables

Downloald (Sammler): Deutschland-Spielt
Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.com
Download (Sammler): Artifex Mundi

Autor: Claudia K.
Datum: 25.11.2015
Deutsch (Sammler): 18.02.2016


Slawische Mythologie in gefälliger Geschichte und angenehmen Spiel verpackt
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Als dich ein Brief deiner Großmutter erreicht, mit der Bitte zu ihr zu kommen und eine seltene Pflanze zu retten, machst du dich sofort auf den Weg. Der gesamte Gedenkpark, den sie führt, sei von dieser Pflanze abhängig. Doch schon denen Ankunft in Moorland gestaltet sich dramatisch, als du von einem riesigen Flügelwesen angegriffen wirst. Kurz darauf wird die Großmutter entführt und du erfährst, wer hinter all dem steckt. Wirst du deine Großmutter, die Pflanze, den Park und seine Bewohner vor der Gier nach Unsterblichkeit retten können?

Drei Modi stehen dir zur Auswahl, außerdem gibt es eine Karte als Hilfsmittel - die aber hat ihre Tücken. Je nach Moduswahl zeigt sie zwar, wo es etwas zu tun gibt, doch angezeigt wird nur ein Hauptort, nicht die zusätzlichen Plätze und Räume, die es dort noch zu entdecken gibt. Der Tipp wird dich aber in die richtige Richtung führen, wenn du nicht weißt, wohin. Einen "niedlichen" oder "magischen" Helfer auf Dauer hast du nicht. Ein Messer wird dich allerdings über lange Zeit "begleiten" und auch anderes verschwindet nicht sofort, obowhl du es kurz danach wieder benötigst.

Bei den Wimmelbildern finden wir in Eventide: Slawische Fabel Einzelteilsuchen im Umriss-Modus, ebenfalls im Umriss-Modus Puzzleszene und Wortsuchlisten - alle Varianten verfügunen über Interaktionen. Grafisch durchaus ansprechend, sind sie nicht allzu schwer, schon weil sie nicht im allbekannten Vollchaos versinken. Die Puzzles sind ebenfalls in der Kategorie "nicht allzu schwer" angesiedelt. Es sind alte Bekannte, die uns begrüßen, machen größtenteils Sinn und die einzelnen Puzzles passen an die Orte, an denen sie stattfinden.

Im Bereich Schwierigkeitsgrad ist "The House of Fables" wahrlich kein Risiko eingegangen und doch erscheint es hier nicht herablassend, wie wir es in der letzten Zeit oft erlebt haben. Vielleicht liegt es daran, dass die Bilder, die uns geboten werden, immer das aktuelle Geschehen und den Charakter der Geschichte unterstützen. Sie mögen nicht perfekt sein, sind aber atmosphärisch.

Geschichtlich erfährst du nach und nach mehr von dem, was Baba, wie deine Großmutter genannt wird, wirklich tut. Und warum die Pflanze, die du retten solltest, so immens wichtig ist. Die Bewohner des Parks, ganz besondere Schnitzkünstler, sind hinreissend und einer von ihnen, Lilacus, wird dich gar einige Zeit begleiten. Notizen und Wimmelbilder erzählen mehr von der slawischen Geschichte und deren Mythologien. Bisher haben wir davon in Spielen noch nicht viel gesehen, höchstens im Zusammenhang mit Vampiren, von daher ist der Ansatz auf jeden Fall ein Neuer, auch wenn die grundsätzliche Geschichte "ein dir lieber Mensch wird entführt" und der Kampf zwischen Gut und Böse sich nahtlos an das "übliche" anpasst, angefangen mit dem Unfall zu Beginn des Spieles.

In der Sammleredition suchst du zusätzlich noch 30 Karten, das (kurze) Bonus-Spiel erzählt eine Geschichte, die einige Zeit vor den Hauptereignissen stattgefunden hat. Die gefundenen Karten können in den Auszeichnungen (auch schon während des Spieles) angeklickt werden. Jede zeigt dir eine mythische Gestalt und erklärt, welche Bedeutung die Kreatur hat. Dazu gibt es eben die Auszeichnung, außerdem die Videoeinspieler, Konzeptkunst, Hintergründe und Musik. Die Wimmelbilder können erneut gespielt werden.

Spielerisch gibt Eventide: Slawische Fabel Raum zum Entdecken, du wirst nur begrenzt ans Händchen genommen. Es empfiehlt sich, die nicht ausschaltbaren Hilfstexte zu ignorieren, dann bleibt ausreichend Raum, um die Geschichte selbst zu erleben. Es dauert, bis jeder Ort vollständig abgearbeitet ist, doch es wird nicht das Gefühl vermittelt, dass man damit einfach nur Zeit schinden möchte. Und obwohl durchaus spannend, ist es ein ruhiger, meist unaufgeregter Ablauf. Die Spielzeit liegt im oberen Standardbereich und das Finale ist ein wirkliches Ende.

Es ist gerade das Unaufgeregte, das bei Eventide: Slawische Fabel zum Tragen kommt. Es stellt spielerisch immer wieder die Frage, ob wir solche Traditionen und Mythologien heute, in unserer technischen, schnellen Welt noch wollen. Und ganz nebenbei können wir noch darüber nachdenken, ob "man" sich entwickeln kann oder ob die "wahre Natur" immer vordergründig bleibt. In unseren aktuellen Zeiten eine Frage, die uns auf die ein oder andere Art fast täglich beschäftigt.

"The House of Fables" hat kein absolutes Topspiel abgeliefert. Dafür ist es zu einfach gestrickt, in den Bereichen Wimmelbild und Puzzles. Doch man sieht und fühlt die liebevollen Details und die Tatsache, dass man den Spieler spielen lässt, ihm nicht alles abnimmt und vorschreibt, spricht ebenfalls für Eventide: Slawische Fabel. Grafisch und musikalisch wird die Atmosphäre unterstützt und ergibt ein Gesamtpaket, das in der Normalversion eine Bereicherung für jedes Wimmelbild-Regal ist.