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Karla Robbins: Im Netz der Täuschung
(Entwined: Strings of Deception)

tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Urchin Games

Download: BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 12.03.2012
Deutsch: 21.05.2012


Ein Mord ist geschehen und du wirst, offensichtlich noch am Tag des Mordes, von der Polizei beauftragt, die Ermittlungen aufzunehmen. Also machst du dich auf zum Herrenhaus. Dort erwarten dich mehrere Verdächtige, mit denen du sprichst.

Tja, es ist nicht leicht, hier viel zur Geschichte zu sagen. Einer ist tot, es gibt Verdächtige, du suchst nach Hinweisen und Beweisen. Im Verlauf des Spieles stellt sich dann heraus, dass sowohl die Polizei als auch du (und du gleich mehrere Male) die Mordwaffe übersehen habt. Und irgendwie verliert man spätestens dann jegliches Interesse an einer Story, die an eine schlechten Krimi erinnert.

Für die 2,5 bis maximal 3 Stunden Spielzeit hast du zu Beginn des Spieles eine Modiwahl. Ladezeiten von Tipp und Überspringfunktion sind im Expertenmodus verlängert, Dinge die man für Auszeichnungen finden muss, sind (angeblich) schwerer auszumachen. Der Tipp, der dir in Wimmelbildern anhand eines Fotos zeigt, wo ein gesuchter Gegenstand liegt, ist außerhalb eine Art Texthinweis.

Was immer du zu tun hast, wird als Aufgabe gespeichert. Benötigst du einen Tipp, was als Nächstes zu tun ist, wo du etwas Wichtiges findest, dann wird der Tipp dir in Karla Robbins: Im Netz der Täuschung (Entwined: Strings of Deception) zu jeder Aufgabe eine ausführliche Beschreibung liefern. Und zwar was du zu tun hast, wo du es zu tun hast, was du vorher machen musst. Dieser Tipp ist ein echter Spaßverderber und sollte nur eingesetzt werden, wenn es unbedingt notwendig ist.

Die Grafiken im Spiel sind zwar eher leblos, langweilig, aber gut. Du wirst auch in den überfüllten Wimmelbildszenen selten Schwierigkeiten etwas zu erkennen. Fast alles ist klar und deutlich, es gibt keine dunkle Ecken. Die Puzzle sind leicht bis leicht anspruchsvoll, bieten aber keine wirkliche Herausforderung und sind weder innovativ noch kreativ. Es gibt nichts, was wir nicht schon gesehen haben. Dazu kommt, dass die manchmal schlechte Erklärung nervig ist. Wenn man gesagt bekommt, dass ein Gewicht für ein Puzzle fehlt, dann fehlt in der Regel eines. Nicht vier.

Die beigelegte Karte in Karla Robbins: Im Netz der Täuschung (Entwined: Strings of Deception) ist eher nutzlos. Sie zeigt dir die Räume an, ansonsten aber hat sie keine weitere Bedeutung. Dass dann auch noch Tipp und Karte an mindestens zwei Stellen unterschiedliche Bezeichnungen für eine Raum benutzen, macht die Sache auch nicht besser. Und auch dass du zwar 17 Fingerabdrücke suchen sollst, ein Puzzle mit den Fingerabdrücken der Verdächtigen aber lösen kannst, ohne alle zu haben, trägt nicht unbedingt zur Freude bei. Ebensowenig die Tatsachen, dass manche Dinge sehr genau angeklickt werden müssen, weil sie sonst nicht reagieren oder du bei den Fingerabrücken mal eine Nahansicht wieder öffenen kannst, um den Fingerabdruck später zu holen, mal nicht.

Und die Geschichte, in der mit Gewalt jeder als verdächtig hingestellt wird, macht es zum Ende hin nur noch schlimmer. Wer der Mörder ist, weiß jeder krimierfahrene Spieler eigentlich nach dessen ersten Auftreten. Alles andere wird nicht aufgeklärt, sämtliche Nebenstränge bleiben nebulös. Die wenigen interessanten Aspekte des Spieles sind nur dazu da, das Spiel zu verlängern. Auch gibt es offensichtlich technische Schwierigkeiten. An einigen Stellen kann man, hat man Dinge nicht in der gewollten Reihenfolge erledigt, so hängenbleiben, dass man neu starten muss.

Karla Robbins: Im Netz der Täuschung (Entwined: Strings of Deception) ist ein unterdurchschnittliches Spiel, dessen einzige Pluspunkte in dem netten Wimmelbild-Tipp mit Foto und den deutlichen Grafiken liegt. Aber: Da wo der Tipp wirklich nötig sein könnte, versagt er, bzw. ist viel zu ausführlich und die Grafiken sind halt nicht sehr lebendig. Ein Probedownload ist unbedingt empfehlenswert. Das Spiel ist kurz, man erkennt schon in der Probezeit, wo der Entwickler Zeit schindet, es ist also eigentlich noch kürzer. Wem es nur darum geht, Puzzle zu lösen und Objekte zu suchen, wer keine Atmosphäre oder Geschichte braucht, der mag mit diesem Spiel gut bedient sein. Vielleicht. Denn auch in dem Sektor gibt es Besseres.

 


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