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Enigmatis: Die Nebel von Ravenwood


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Herausgeber: BigFish Games.com
Entwickler: Artifex Mundi
Artifex Mundi gehört zu den wenigen, noch unabhängigen Entwicklern. Wer das Spiel also in englisch erweben möchte, der sollte zur Unterstützung einen Kauf auf der Artifex-Seite überlegen. Der Preis ist gleich, bezahlt werden kann mit Paypal oder Kreditkarte!
Download (Sammler): Artifex Mundi
Download Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Review also available in english

Autor: Elke M.
Datum: 28.09.2013
Deutsch (Normal): 24.01.2014

Spektakuläres Abenteuer mit mehr als nur einem WOW-Effekt
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Als Detektivin fahren wir gerade Richtung Westküste, in der Hoffnung, den Priester aus „Enigmatis: Die Seelen von Maple Creek“ ausfindig zu machen. Doch plötzlich müssen wir einer Nebelbank ausweichen und kommen vor dem Ravenwood Park zum Stehen. Dort erblicken wir ein Wohnmobil am Straßenrand, das ziemlich ramponiert aussieht, allerdings glauben wir nicht, dass es einen Unfall hatte. Als wir den Camper öffnen, finden wir darin ein ängstliches, kleines Mädchen, das sich versteckt hatte. Und ehe wir Beckys Vertrauen gewinnen können, werden wir von einem monströsen Raben attackiert. Wir werden bewusstlos, und als wir wieder erwachen, sind das Campingfahrzeug, unser Truck und vor allen Dingen das Kind verschwunden. Was war das? Wo sind Beckys Eltern? Werden wir das Mädchen wieder sehen?

Die Ereignisse überschlagen sich, bis wir den wunderschönen Ravenwood Park betreten, der Ruhe ausstrahlt und uns für kurze Zeit unsere Sorgen vergessen lässt. Ein paar Sonnenstrahlen blitzen durch die Bäume, Schmetterling fliegen durch die Luft, äste bewegen sich im Wind und das ein oder andere Tierchen kreuzt unseren Weg. Die momentane Atmosphäre wurde so detailgenau eingefangen, dass wir den Duft des Waldes förmlich riechen können. Bis in den letzten Winkel haben die Entwickler Szene um Szene ausgearbeitet, um uns tatsächlich den Eindruck zu vermitteln, sich mitten im Geschehen zu befinden. Dass die musikalische Untermalung und die Stimmen der Akteure perfekt dazu ausgewählt wurden, steht demnach außer Frage.

Bei den Schwierigkeitsgraden unterscheiden sich „Normal“ und „Fortgeschritten“ durch die Aufladezeiten der Tipp- und überspringenfunktion, dem Glitzern von aktiven Bereichen und Klickstrafen. Zusätzlich sind bei beiden Möglichkeiten die Bereiche in der Karte markiert, an denen noch etwas zu tun ist (allerdings nur die Gegend, nicht der exakte Ort. Den Rest müssen wir selbst finden oder uns vom Tipp helfen lassen). Im Modus „Experte“ sehen wir auf dem Plan nur unseren aktuellen Standort, dazu dauert es länger, bis wir Tipp und Skip nutzen können und das Funkeln entfällt komplett. Außerdem sind die Texthinweise im Spiel weniger direkt als bei den anderen beiden Optionen. Eine Transportfunktion beinhaltet die Karte in allen Fällen, auch können wir den Schwierigkeitsgrad über das Menü jederzeit wieder ändern.

Eine unserer wichtigsten Bekanntschaften im Spiel findet in einem unterirdischen Gewölbe statt. Was bei „Nightmares from the Deep“ die sprechende Schatztruhe war, wurde hier geschickt auf eine Kerkertüre projiziert. Besagte Türe ist nur mit Hilfe von bebilderten Metallplatten zu öffnen, und jedes Mal, wenn wir eine dieser Metallplatten finden, erzählt uns die Stimme des Gefangenen einen Teil der Geschichte weiter. Gegenüber seinem Verlies haben wir eine Tafel aufgebaut, auf der wir Beweise sammeln müssen. Ein Sägeblatt, das darin steckt, spiegelt die Augen des Eingeschlossenen wieder und wenn dies der Fall ist, sollten wir schnellsten direkt vor seine Zelle treten, da er uns dann Fragen beantwortet oder uns einen nützlichen Gegenstand durch den schmalen Schlitz reicht.

Zusätzlich erhalten wir wichtige Inventargegenstände über die Wimmelbilder. Drei verschiedene Variationen stehen für uns bereit. Entweder sind Umrisse dargestellt, aufgrund derer wir Objekte suchen müssen. Haben wir eine Sache gefunden, kann diese wiederum auf einen anderen Gegenstand angewendet werden, um so nach und nach alle Silhouetten freizuschalten bis nur noch ein Utensil übrig bleibt, das wir mitnehmen dürfen. Dann finden wir Wortsuchlisten vor, die Interaktionen beinhalten und manchmal sammeln wir zwar nur Fragmente eines Gegenstandes ein, aber auch da sind zusätzlich kleine Aufgaben von uns zu erledigen, um an die Einzelteile heran zu kommen. Die Wimmelbilder, bei denen wir nach Begriffen fahnden, werden meistens ein zweites Mal gespielt, aber in wohlwollenden Abständen und natürlich mit anderen Wörtern.

17 Rätsel lösen wir im Hauptteil. Keines von ihnen überstrapaziert unsere Geduld, haben wir sie doch alle schon mal irgendwo gesehen. Wir probieren uns an Vertretern verschiedenster Minispielarten und die meisten von ihnen lösen wir mit wenigen Klicks. Im Vergleich zum restlichen Spiel sind die Rätsel leider etwas auf der Strecke geblieben, was aber dem Gesamtpaket überhaupt nicht schadet, wirken sie doch eher als Entspannung bei diesen sonst so aufregenden Geschehnissen.

Obendrein strotzt „Enigmatis: Die Nebel von Ravenwood“ nur so vor guter Ideen. Als wir uns z.B. einmal in einer misslichen Lage befinden, in der wir uns nicht bewegen können, geben wir einer anderen Person Anweisungen, wie sie uns befreien kann. Und das alles aus der Perspektive des Spielers, sprich, wir sehen tatsächlich nur unsere Arme und Beine. Und auch als wir eine Laterne anzünden, blicken wir auf unseren eigenen Arm, der die Lampe vor uns herträgt. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Artifex Mundi auf den Gedanken gekommen sind, uns im Bonuskapitel ein Universal-Taschenmesser zur Verfügung zu stellen. Unglaublich praktisch, da wir uns so endlose sinnfreie Suchen nach Korkenziehern, Messern und sonstigem Equipment ersparen können.

Der Abschluss des Spiels nach ungefähr 5 Stunden ist fulminant, überraschend und so wie wir es uns schon viel öfter gewünscht hätten, zudem abgeschlossen, aber doch mit der kleinen Hoffnung auf einen weiteren Teil. Zusätzlich gehört noch eine Enzyklopädie mit wahren Fakten zum Normalpaket. Im Bonuskapitel bekommen wir ca. eine Stunde lang die Geschichte eines anderen Opfers erzählt. In der Sammleredition erscheinen uns ferner 30 Illusionen, wir können 35 Auszeichnungen erlangen, einige Wimmelbilder erneut spielen und haben Zugriff auf Konzeptkunst, Videosequenzen, Wallpapers und Musik. Besonderes Bonbon sind 30 weiße Schmetterlinge, die einzusammeln sind. Allerdings sind sie nicht nur willkürliche Sammelobjekte, sondern mit so viel hintergründiger Symbolik behaftet, die unserer Phantasie freien Lauf lässt, weil sie uns nicht auf dem Silbertablett serviert wird.

Nicht allen werden die vielen Zwischensequenzen und die Flut an Informationen bei „Enigmatis: Die Nebel von Ravenwood“ gefallen. Doch nur damit wird es zu einem Gesamtkunstwerk, das in seiner ganzen Komplexität ein mehr als großes Lob verdient. In jeder Sekunde ist zu erkennen wie viel Leidenschaft und Hingabe in diesem Spiel stecken. Jedoch sollten wir uns Zeit und Muse dafür nehmen, damit es seine ganze Wirkung entfalten kann. Und wer beim Spielen eine gute Tasse Kaffee trinkt, bekommt hiermit nicht nur den Kuchen dazu gereicht, sondern eine Torte, mit einer leckeren roten Kirsche oben drauf. Für uns gibt es kaum Zweifel. Mit "Enigmatis: Die Nebel von Ravenwood" haben wir das Spiel des Jahres 2013 vor uns liegen.


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