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Enchanted Kingdom: Dunkle Knospe


tassentassentassentassen/ tassentassentassen
Herausgeber:BigFish Games
Entwickler: Domini Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 04.07.2017


Geeignet für Anfänger,Trauerspiel für alte Hasen
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Eins gleich vorweg: Die erste Anzahl von Tassen gilt für Anfänger und Gelegenheitsspieler, die zweite für erfahrene Spieler mit Anspruch.

Im Kaiserreich Tar ist offenbar eine bedenkliche Infektion aufgetreten, die Menschen zu Bäumen mutieren lässt. Du als Meister-Heiler wirst herbei zitiert, um dem ein Ende zu bereiten.

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar. Leider verabsäumen es die Entwickler uns auch hier wieder, die Einblendung von Aufgaben bzw. deren Erledigung abzustellen.

Die Grafik gefällt nicht jedem, da die Farbtöne lila und grün stark betont sind. Offenbar ist das zur Zeit die große Mode. Ansonsten sind die Szenen gut gezeichnet.

Es stehen die aktuell gebräuchlichen Hilfen zur Verfügung, nämlich eine Karte mit Transportfunktion, die auch Szenen mit gegenwärtig zu erledigenden Aufgaben anzeigt, sofern nicht im Modus abgewählt, und natürlich der Tipp.

Eine Stärke des Spiels stellen die Wimmelbilder dar. Sie sind vielfältig und umfassen Suchlisten als Text oder Umriss, dazu solche mit Zurücklegen, Paare suchen und mehr. Teilweise sind Minispiele eingebaut, ebenso Interaktionen. Sie sind gut zu bewältigen, ohne dabei allzu leicht zu sein.

Bei den Minispielen werden sich die Geister scheiden. Es gibt sehr viele davon, fast alle in zwei Varianten: leicht und schwer. Wer kein Freund von Minispielen ist, wird hier keine große Freude haben. Aber immerhin lassen sich alle überspringen und auch zurück setzen. Es kommen viele alte Bekannte vor, wie Bilder durch Vertauschen von Teilen zusammen zu setzen, Rohrrätsel, Balken verschieben und auch die langsam nicht mehr spannenden Türme von Hanoi. Aber auch selten gesehene Varianten sind vertreten. Der Schwierigkeitsgrad reicht meist von leicht bis mittelschwer, wobei namentlich im schweren Modus auch ein paar Kopfnüsse vorkommen – hier ist Geduld bzw. Strategie gefragt. Ein Minispiel wird in jedem Kapitel wiederholt, es müssen Zutaten für einen Heiltrank in die richtigen Positionellen gebracht werden. Hier ist sinnloses Raten angesagt, was vielleicht ein- oder maximal zweimal hingenommen werden kann, aber nicht sechsmal. Und ausgerechnet diese Zumutungen können nicht übersprungen werden. Ein Webfehler ist den Entwicklern hier unterlaufen: Wir brauchen für jeden Heiltrank ein Rezept. Aber in der zweiten Hälfte des Spiels finden wir mehrmals bereits eine Zutat, wenn wir das Rezept noch gar nicht haben, nicht einmal den zu behandelnden Infizierten gefunden.

Bis hier hin ist alles eigentlich durchaus gefällig, aber die Katastrophe kommt im Abenteuerteil. Es ist ein Trauerspiel (um den Ausdruck Unverschämtheit zu vermeiden), wie wenig Abwechslung oder gar Einfallsreichtum angeboten wird. Es wimmelt von den sattsam bekannten Standardaufgaben: Embleme suchen und einsetzen, Nähte aufschneiden, Feuer löschen, Spinnweben und Schmutz entfernen, stumpfe Messer schärfen, Wachs schmelzen. Dafür werden pausenlos dieselben Gegenstände verwendet: Unmengen von Schlüsseln und ähnlichem, Embleme, Runen, etliche Staubwedel, mehrere Zepter: Die Liste ist endlos. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, wird schon wieder Rost mit Öl entfernt. Die Entwickler betonen dabei, dass sie es ernst meinen, denn wir haben diesen Unsinn mehrmals durchzuführen. Sicherheitshalber im Bonuskapitel gleich noch weitere zweimal. Dazu kommen (in der deutschen Fassung) schlechte Bezeichner. Zumindest mich stört es doch sehr, wenn beispielsweise ein Stempel auf einen entsprechenden Halter gesetzt werden muss, und vorher wie nachher Stempel heißt. Ähnliches kommt mehrfach vor. Und wenn die Magier aufgefordert werden, mit ihren Besen abzufliegen, dann aber lieber Drachen nehmen, staunen wir schon kaum noch.

Die Geschichte selbst ist ganz ordentlich erzählt, enthält aber auch keinerlei Überraschungen. Sie ist sehr linear. Der Erzählfluss wird durch dreierlei Elemente gestört: Viele Videosequenzen (die sich aber meist abbrechen lassen, Dialoge, die nur stückweise voran kommen und durch Lauftext verzögert werden sowie vor allem die nervtötenden Banner, die von einer neuen Aufgabe bzw. der Erledigung einer alten künden. Während sie gezeigt sind, können wir nichts tun, sie müssen durch einen Klick zur Kenntnis genommen werden, erst dann geht es weiter.
Das Ende kommt nach einer befriedigend langen Spieldauer und kündet von einer Fortsetzung.

Die Sammlerausgabe ist definitiv nicht zu empfehlen. Sie enthält neben dem Handbuch (das im übrigen mindestens einen Fehler enthält) und dem Bonuskapitel jede Menge Suchobjekte (allerdings keine der beliebten Chamäleonobjekte) und den üblichen Kram wie Auszeichnungen. Weder Minispiele, noch Wimmelbilder können nach gespielt werden.

Fazit:
Wir haben hier ein stark minispiellastiges Wimmelbild-Abenteuer mit gelungenen Wimmelbildern. Anfänger und solche Spieler, die es nicht stört, im wesentlichen dasselbe Spiel immer wieder aufs neue zu spielen, werden es genießen können. Alle anderen dürften keine rechte Freude daran haben.