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Elizabeth Find M.D.: Diagnosis Mystery
Nachlese
Herausgeber:BigFish Games
Entwickler:ValuSoft/Gunnar Games

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Autor: Claudia K.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht über Krankenhaus bedingte Infektionen gesehen. Nach Elisabeth Find MD: Diagonosis Mystery weiss ich: Wir brauchen uns in Europa wirklich keine Sorgen zu machen... Es sind die Amerikaner, die ein echtes Problem haben.
Aber fangen wir von vorne an. Wer House schon einmal im Fernseh gesehen hat, kennt das System, dem dieses Spiel wohl zu Grunde liegen soll: Eine Gruppe von Spezialisten übernimmt Fälle, die aus irgendwelchen Gründen nicht so einfach zu lösen sind. Um Ursachenforschung zu betreiben, muss man da dann auch schon mal zu dem Patienten nach Hause oder sonst wo Untersuchungen in seinem Umfeld anstellen.

Du spielst als Elisabeth Find, M.D. (Medical Doctor (medizinischer Doktor)). In wie fern Du jetzt spezialisiert bist, lässt sich nicht ersehen. Deine Kollegen allerdings sind alle in irgendeinem Hauptgebiet zu Hause: Immunologie, Onkologie etc. Du wirst ihre Namen und das Spezialgebiet schnell kennenlernen. Zumindest, wenn Du das Spiel mehrmals schließt. Denn anders, als bei anderen Spielen, kann man hier das Intro nicht überspringen. Bei jedem Start des Spieles bekommst Du eine erneute Vorstellung der lieben Kollegen. Mehr als lästig und so völlig unnötig, weil es absolut nichts mit dem Spiel zu tun hat.

Das Spiel kommt mit einem Zeitmodus und einem Relaxmodus ohne Zeitvorgabe. Du musst am Anfang wählen, ob Du mit oder ohne Zeit spielen möchtest, später gibt es keine Möglichkeit, diese Auswahl rückgängig zu machen. Spielst Du im Zeitmodus und klickst zu oft, zu schnell oder scheinbar willkürlich, erhältst Du eine Zeitstrafe. Unschöner Weise auch dann, wenn ein Objekt nur an einem oder zwei Pixel wirklich klickbar ist.

Deine Aufgabe ist es, die mysteriösen Krankheiten von insgesamt drei Patienten in ca. 45 Level zu diagnostizieren. Dies tust Du, in dem Du an unterschiedlichen Orten Dinge suchst. Gesucht wird in verschiedenen Modi: Die normale Suchliste, die ab und an ein kleines Extra enthält, auf das ich noch zu sprechen komme. Dann gibt es Szenen in denen Du 10 gleiche Gegenstände zu suchen hast, suchen nach Umrissen, Unterschiede suchen, 2 Level mit suchen nach Audio-Hinweisen und das umgekehrte suchen: Du hast den Gegenstand und musst ihn entsprechend zurücklegen. Pro Fall gibt es um die 15 Level

Die Szenen sind mit Objekten überladen, was den roten Faden der Geschichte völlig ab adsurdum führt. Den Patienten findest Du in seinem Bett fast nur schwerlich. Das muss er sich ja auch mit Schweinen, Filmrollen, Schraubenziehern, Tausendfüsslern und diversem anderen Unsinn teilen. Das die Patienten da schwer krank sind, ist leicht zu verstehen. Bei dem ganzen Müll der dort rumliegt, würde jeder schwer krank werden.
In insgesamt 13 der Listen-Suchszenen findest Du rot geschriebene Objekte. Um diese Gegenstände von der Liste zu streichen, bedarf es einer Interaktion. Klicke dafür auf den Tab "Medical Bag" . Dort sind Bilder von verschiedenen medizinischen Utensilien wie z.B. Thermometer oder Stethoskop. Sollst Du jetzt die Temperatur von jemandem ermitteln, so klickst Du das Thermometer in der Leiste unten an und klickst dann auf den Kopf des Patienten. Das Thermometer wird dann selbstständig die Temperatur messen und Elisabeth gibt einen entsprechenden Kommentar ab. Meist ist sehr eindeutig was zu nehmen ist, Herzschlag = Stethoskop, Stablampe=Pupillen etc, nur bei den Proben wird es etwas anspruchsvoller, weil man nicht auf den ersten Blick weiss, ob sie jetzt mit der Petri - Schale, der Spritze oder dem Wattestäbchen genommen werden sollen. Alles in allem eine nette die Idee. Interaktionen sind ein schönes Extra in Wimmelbildspielen, aber leider ist die Ausführung an Langeweile grenzend. Warum es noch einen dritten Tab gibt, in dem eventuell gefundene Dokumente aufbewahrt werden, ist mir ein Rätsel geblieben, ich habe die Dokumente für nichts gebraucht und ihr Inhalt war auch nicht so wichtig, dass ich es hätte drei oder viel mal lesen wollen.

Bei jedem Patienten gibt es drei Minispiele zu absolvieren, deren Ablauf stets der selbe ist. Du musst die Blutgruppe ermitteln, Organe mit den zu ihn führenden Hauptvenen verbinden und gesunde Blutzellen einsammeln. Die Minispiele sind mäßig interessant. Bei dem Spiel mit den Organen weisst Du spätestens im dritten Fall auswendig, was wozu gehört. Diese Minispiele können nicht weggeklickt werden. Die Minispiele werden sehr ausführlich und meiner Ansicht nach sehr verwirrend beschrieben. Ich habe gemerkt: Wenn ich sie nur überfliege, um zu wissen worum es geht, ist es einfacher, selber auszuknoblen, was überhaupt gemacht werden soll. Trotzdem muss man sagen, dass bei dem Spiel mit der Blutgruppenbestimmung und auch die Sache mit den Organen die Informationen über Blutgruppen und MRI gut sind. Nur eben die Spielbeschreibung ist etwas umständlich.

Du hast einen Hinweis, der sich immer wieder selber auflädt, je öfter Du ihn in einem Level benutzt, desto länger braucht er zum aufladen. Er bietet keine Möglichkeit, ein spezifisches Objekt zu suchen, sondern zeigt ein sich auf der Liste befindliches Objekt willkürlich an.

Sehr gut sind die Grafiken, klar und deutlich. Einer der wenigen Pluspunkte in diesem Spiel. Auch der Sound ist nicht nervtötend, man sollte die Musik aber in den Optionen leiser stellen, wenn man die Audio-Hinweise hat, denn die eh teilweise schwer zu identifizierenden Geräusche gehen bei der normalen Einstellung schnell unter.

Allerdings sind die Objekte nicht nur wegen der guten Grafiken leicht zu finden, sondern weil sie völlig kreativlos bzw. mit niedrigen Produktionskosten, "versteckt" wurden. Es ist erheblich aufwendiger, Objekte an die Szenen anzupassen (nicht nur farblich), so dass man wirklich suchen und nicht nur den Blick darüber fliegen lassen muss.

Jeder Fall wird durch Kommentare weitergeführt, die erklären sollen, warum jetzt was getan wird. Dazu kommen persönliche Komplikationen im Leben einiger Mitglieder, die ebenfalls durchgehechelt oder neben dem eigentlichen Fall vertieft werden. Das führt zu einer ziemlichen Dialoglastigkeit, die nicht nur unnötig ist, sondern das Spiel zusätzlich als konfus und unfreiwillig komisch darstellt. So habe ich Tränen gelacht, als einer der Mediziner lang und breit erklärt, was für eine saubere Schule dies sei, er könne sich nicht vorstellen, dass irgendein Kind hier einer Gefahr ausgesetzt sei. Nicht? Naja, ich jedenfalls würde mein Kind nicht in eine Schule schicken, in der es den Klassenraum und Pausenhof mit Fliegen, Ungeziefer, rostigen Sägen, Speeren, Aligatoren, Schlangen und mehr teilen muss. Vielleicht sprach einfach nur das Glück aus ihm, dass keine automatischen Schusswaffen herumlagen. Der entsprechende Arzt bemängelt dann später, dass die Schule einen fast sterilen Eindruck macht.... Nunja, das erklärt zumindest, warum das Gesundheitswesen der Amis so angeschlagen ist. Auch das eine ärztin einen Lolly von der Matratze des zugemüllten Bett eines schwerkranken Kinds aufklaubt und diesen dem Kind dann als Belohnung für eine tapfer überstandene Blutabnahme überreicht, macht das Ganze zwar nicht besser, entbehrt aber nicht einer gewissen Komik. Es scheint, in Sachen Krankenhaus - Hygiene benötigt die USA dringend fachkundige Beratung. Ein anderes Beispiel macht ebenfalls deutlich, wie wenig bei diesem Spiel wirklich gedacht wurde: Im Text erklärt ein Bekannter des Patienten, befragt, ob dieser am Tag vor der Erkrankung ein auffälliges Verhalten gezeigt habe, dass er (der Patient) sich ständig gekratzt habe und davon sprach, dass ihn wohl ein Moskito gestochen habe. In der Folgeszene sucht man nach Hinweisen in der Wohnung des Patienten und es fällt einem ein auffälliger Moskito ins Auge. Aber: Der wird gar nicht beachtet. Viel mehr sind es dann Gartenhandschuhe, die zu Ziel führen (und glaubt mir, diese Erklärung und die Schlussfolgerung daraus machen noch viel viel weniger Sinn).

Im Grunde ist Elisabeth Finds M.D.: Diagnosis Mystery ein langweiliges Spiel. Es hat ein neues Thema in das Wimmelbildspiel - Genre gebracht, dass aber derartig schlecht umgesetzt, dass man meinen könnte, die Entwickler wollten verhindern, dass irgendwer je wieder ein Krankenhaus betritt (ich für meinen Teil werde bei der nächsten Amerikareise dafür Sorge tragen, stets in der Nähe eines europäischen Arztes zu sein ;) ). Es hat dann nicht mal zu einer Recherche in einem medizinischen Wörterbuch gereicht. Aus berufenem Munde habe ich mir sagen lassen, dass die Krankheiten im ersten und dritten Fall auch noch falsch geschrieben sind.

Trotz der Vielfalt der Suchmöglichkeit, der Abwechslung innerhalb der einzelnen Fälle ist man gelangweilt, weil das Spiel keinerlei Herausforderungen bietet. Auch die Interaktion ist so offensichtlich, dass man es auch hätte ersatzlos streichen können. Es hätte keinen Unterschied gemacht.
Die Dialoglastigkeit (und der damit verbundene Unsinn), das nervtötende Warten, dass das Intro am Anfang endlich durch ist (bei jedem Neustart), die Kreativlosigkeit beim verstecken der Objekte und die extrem kurze Spiellänge (ein erfahrener Spieler dürfte es in ca. 2Std. durch haben, trotz der hohen Levelanzahl) machen Elisabeth Finds M.D.: Diagnosis Mystery zu einem Spiel, dass man spielen kann, wenn man sonst nichts hat, aber es ist einfach, etwas besseres zu finden.

Eigentlich schade. Das Thema an sich, Krankenhaus/House/Spezialisten, die sich auf die Suche nach geheimnisvollen Krankheiten machen ist interessant. Vielleicht bekommen wir ja mehr von dieser Thematik. Aber dann von Entwicklern, die mit mehr Liebe zum Thema an die Sache heran gehen.

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