Edge of Reality: Der Ring des Schicksals


tassentassentassentassen
Herausgeber: NAME HERE
Entwickler: 4 Friends Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 22.09.2016


Gute Spielzeit, die durch knifflige Puzzles getragen wird
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Als du mit deinem Hund "Ice" unterwegs bist, wird dieser plötzlich unruhig. Wenig ahnst du, dass Ice nicht nur ein normaler Findling aus dem Tierheim ist, sondern dass eher er dich ausgesucht hat. Für eine ganz besondere Mission. Als du einen Ring findest und ihn überstreifst, landest du in Agora, einer magischen Welt, die von Schatten des Labyrinths bedroht wird. Nur wenn du die magischen Fähigkeiten des Rings erlernen kannst, wirst du Agora retten können.

Vier Modi stehen zur Verfügung, die individuellen Auswahlmöglichkeiten bei Modus 4 sind ausreichend. Die Karte zeigt die notwendigen Informationen und dient, im Gegensatz zum Tipp, auch Schnelltransport. Der Tipp dagegen wird als Richtungsanzeiger eingesetzt und zeigt sich in jeder Funktion als nur bedingt hilfreich. Fragt man nach dem Weg, wird er gern auch Dinge anzeigen, die noch nicht erledigt werden können oder dich weit führen, obwohl bereits in der nächsten Szene etwas zu erledigen war.
Als Helfer kann man Hund Ice nicht bezeichnen, ab und an steht er an bestimmten Stellen, damit du darauf aufmerksam wirst und einige wenige Male wird er auch etwas holen oder ausgraben. Doch die scheinbar wichtige Rolle, die ihm in der ersten halben Stunde zugesprochen wird, verliert er schnell. Einen Großteil des Spieles ist er eh nicht da. Auffällig ist, wie plump Ice sich bewegt und oft auch aussieht.
Der Ring des Schicksals wird dich im Laufe des Spieles mit fünf verschiedenen Fähigkeiten ausstatten. Die meisten werden nur selten überhaupt genutzt; die Nutzung selbst ist mit einem Minispiel verknüpft, jede Fähigkeit mit einem eigenen.

Sehr schön gemacht ist das erste Wimmelbild - gesucht werden Einzelteile nach Umrissen, erschwert durch viele Interaktionen. Wimmelbild Nr.2 ist ein Text, dessen farblich abgehobene Worte gesucht werden müssen. Als drittes folgt eine Wortsuchliste mit Interaktionen. Kurz danach dürfte die Demozeit abgelaufen sein und es folgen ausschließlich Wortsuchliste mit mehr oder meist wenigen 1-Klick Interaktionen. Ab Mitte des Spieles werden die Szenen oft zweimal bespielt, gern auch kurz hintereinander.

Besser gemacht sind definitiv die Puzzles. Hier finden sich viele alte Bekannte in einem wirklich neuen neuen Ansatz, die gerade für Freunde kniffliger Aufgaben wie geschaffen sind. Weniger anspruchsvoll sind die Ringpuzzles und einige andere Varianten im Spiel, aber immerhin; in Edge of Reality: Der Ring des Schicksals haben 4 Friend Games nicht nur derer gedacht, die Puzzles nicht gern spielen.

Der Abenteuerteil ist oftmals ärgerlich im Sinne von: Wieso nicht? Du brauchst Dinge und siehst Passendes herumliegen, kannst es aber nicht nehmen. Du hast Dinge im Inventar, die du für eine Aufgabe benutzen könntest, aber nein, du musst erst eine bestimmte Sache kompliziert und gern mit einem Hin- und Herlaufen finden. Sich in einer magischen Welt zu befinden, heißt bei 4Friend Games eben nicht, phantasievoll zu denken, sondern nur stur das Gehirn auszuschalten. Das Portalthema bezieht sich nur darauf, von einem Kapitel ins nächste zu gelangen, besonders enttäuschend wird das zum Ende des Spieles, wenn du gleich vier Portale erschaffen musst.

Grafisch ist Edge of Reality: Der Ring des Schicksals nicht schlecht, aber auch kein Highlight. Zu real ist die magische Welt, zu wenig kreativ, zu wenig phantasievoll. Bei den Übergängen von Szenen gibt es immer wieder mal Ruckler, die Bewegungen von Ice sind plump, die Musik erinnert eher an eine anspruchslose Sitcom denn an ein Abenteuer, dessen Ausgang das Überleben einer ganzen Welt beeinflussen wird. Wie immer wurden die Charaktere deutlich ihrer Position nach gestaltet, böse muss böse aussehen, gut muss gut aussehen. Die Spielzeit ist gut, aber nur, wenn man die kniffligen Puzzles nicht überspringt.

In der Sammleredition suchst du pro Szene zwei Drachen, die teilweise eher aussehen wie Fische. Sie sind oftmals sehr durchsichtig und können dann nur mit sorgfältigem Abklicken der gesamten Szene gefunden werden. Wer links oben den kleinen Edelstein anklickt, kann sehen, ob und wenn ja wie viele Drachen in der jeweiligen Szene noch vorhanden sind. Nach Abschluss des Bonuskapitels können eventuell übersehene Drachen noch nachträglich gesucht werden. Sind alle Drachen da, gibt es ein sehr großes Wimmelbild als Extraspiel. Das Bonusspiel entspricht ganz und gar dem Hauptspiel und erzählt die Geschichte des Magiers, lange bevor du nach Agora kommst. Einige Wimmelbilder und Puzzles können in den Extras nachgespielt werden, dazu gibt es die üblichen Verdächtigen, wie Auszeichnungen, Videos, Hintergründe, Konzeptkunst.

Neben der guten Spielzeit punktet 4Friends Games hier eigentlich nur mit Puzzles. Auffällig ist, dass das Spiel nach der Demozeit deutlich abfällt. Sowohl das von vielen sicherlich sehr beliebte Feature "Helfer Hund" als auch die ersten, Abwechslung versprechenden, Wimmelbildszene sind offensichtlich nur als Anreiz gedacht. Im Gesamtpaket zeigt das Spiel Schwächen, entspricht aber damit komplett dem Durchschnitt.
Edge of Reality: Der Ring des Schicksals ist der Beginn einer neuen Serie. Und das sollte die Hoffnung geben, dass es noch aufwärts geht. Leider hat uns die Erfahrung gezeigt, dass dies nur seltenst so ist. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Spielzeit sinkt und der Rest ebenfalls nicht besser wird. Aber wie der Volksmund so schön sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Teil 1 jedenfalls ist ein durchschnittliches Spiel. Die Sammleredition ist rausgeworfenes Geld, aber die Normalversion sicherlich zu empfehlen, solange man nicht die Erwartung hegt, dass die Demozeit einen Hinweis auf die Qualität der restlichen Spieles gibt.