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Echoes of the Past: Das Königreich der Verzweiflung



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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Oreon


Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 19.08.2013
Deutsch (Sammler): 14.11.2013

Schlechtes Wimmelbild-Abenteuer mit guten Puzzles
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Ein ganz besonderer Fund zieht dich in einer Buchhandlung magisch an. Ein altes Buch voller Zaubersprüche wurde entdeckt und ausgestellt. Das Symbol auf dem Einband kommt dir bekannt vor und als du dich näherst, erkennst du: Es sieht aus wie das Medaillon, das du trägst. Doch dann geschieht das Unerwartete - ein starker Sog steigt aus dem Buch empor, zieht dich mit und bringt dich zu einer grausamen Hexe. Dein einziger Weg zurück ist das Buch mit seinen Medaillons, doch die Hexe zerstört es und verstreut die Medaillons über das gesamte Königreich.
Dein Ziel ist klar, du musst die Medaillons finden. Beschützt werden diese von Gefolgsleuten und ehemals guten Menschen, die die Hexe zu widerstandslosen Gesellen verwandelt hat. Zerstöre die Gefolgsleute und brich den Fluch der guten Menschen, um in die verschiedenen Welten des Königreiches zu gelangen und die Medaillons zu finden.

Und damit beginnt ein Spiel, das lang ist und zusätzliche Längen aufweist. Und letzteres ist wahrlich nichts, was man sich von einem unterhaltsamen Spiel wünscht. Beim Start hast du einen der drei Schwierigkeitsgrade gewählt, die du über die Optionen jederzeit ändern kannst. Zur Seite steht dir ein Tipp, der dir zeigt, was du wo übersehen hast und eine Karte mit Springfunktion. Und schon hier beginnt es: Denn nur im leichtesten Modus, bei dem alles glitzert und blinkt wie in einer Disco der 80iger Jahre, zeigt die Karte auch an, wo es aktuell etwas zu tun gibt. Da du aber viel hin- und her laufen musst, oft nicht klar ist, was du wo benutzen sollst und du in der Regel zig offene Baustellen hast, wird so schon der Normal-Modus zur Herausforderung. Das aber nicht im guten Sinne. Zumal es zwei Vorlieben des Entwicklers gibt: Du wirst eine Szene, ein Puzzle mehrmals aufsuchen, weil du immer nur ein benötigtes Teil findest - kaum hast du das eingesetzt, findest du heraus: Och, da gibbet ja noch mehr (besonders "begeistert" hat mich die Tatsache, dass ich lange und umständlich nach einem Schlüssel suchen musste, der mir dann eine Schublade geöffnet hat, in der sich ..... ein Schlüssel befand. Wer so wenig Fantasie hat, der sollte wirklich von solchen Spielen Abstand nehmen). Die andere Vorliebe: In ein und der gleichen Szene, zum Beispiel einem Puppenhaus, gibt es fünf oder sechs Dinge, die du benötigst. Du wirst einen Gegenstand finden, hin zum Puppenhaus, dort eine Belohnung für den Gegenstand kassieren, den du dann brauchst, um etwas anderes zu erledigen, was dir irgendwann wieder einen Gegenstand für das Puppenhaus bringt, was dir wieder eine Belohnung bringt und so weiter; bis dieses Puppenhaus endlich, endlich, endlich der Vergangenheit angehört. Was auch nicht erleichtert, denn man kann sich sicher sein: die nächste Szene dieser Art kommt bestimmt.

Manchmal gibt es Dinge, die werden "immer so gemacht" und das hat einen guten Grund. So ist das mit Texten, Menü und Inventar innerhalb eines Spieles. In so gut wie allen Spielen sind Inventar und Menü unten angesiedelt, Texte erscheinen oben.

Und weil Orneon in Echoes of the Past: Das Königreich der Verzweiflung an sich nicht viel Neues eingefallen ist, dachte man sich: Hey.... machen wir es nervig. Der Text, zum Beispiel bei Puzzlen, ist unten angesiedelt und erscheint, wenn man irgendwo klickt. Wer Fantasie hat, der weiß, was dir bei diesem Spiel immer wieder passiert: statt eine Szene zu verlassen, wird dir zum dritten Mal der Text angezeigt, der dich nicht weiter interessiert. Bis du aber endlich da, wo du hinwillst, kannst du ihn zumindest auswendig und Orneon kann problemlos behaupten, dass man ihren Texten erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt hat.
"Nett" auch das Inventar oben. Wer zu weit oben klickt, hat das Inventar offen und sofort einen Gegenstand an der Maus. Selten den, den man tatsächlich haben will, falls man das Inventar überhaupt öffnen wollte. Und so wird der ein oder andere Spieler mit der Zeit sicherlich sehr unmutig. Wie gesagt: was "immer so gemacht wird" wird halt manchmal deshalb so getan, weil es gut ist. Und das zu ändern, ist einfach nur nervig.

Wimmelbilder gibt es auch. Zweimal wirst du sie fast alle spielen und als ob das noch nicht genug ist; sie sind nicht sonderlich gut. Zum einen rein grafisch gesehen. Echoes of the Past: Das Königreich der Verzweiflung macht den Anschein, als habe man in den letzten drei bis fünf Jahren keinerlei Fortschritte in diesem Bereich gemacht. Grieselig, zum Teil unscharf und nicht sonderlich ansprechend. Besonders "attraktiv" ist ein Aquarell-Gemälde. Es hat definitiv seinen Grund, dass dieser Künstler nicht bekannter ist. Es ist scheußlich, schlecht und man kann die gesuchten Gegenstände zum Teil kaum erkennen. Das gilt aber für alle drei Wimmel-Varianten: Suche Anzahl X der gleichen Sache, Wortsuchliste und das "Stelle-zurück Inventar". Auch die Tatsache, dass in den Wimmelbildern immer wieder Dinge liegen, teilweise sogar auf deiner Liste stehen, die du benötigst, die du aber niemals bekommen wirst, weil sie halt irgendwo noch mal doppelt und dreifach versteckt liegen, macht nicht wirklich fröhlicher.

Die Geschichte ist nicht sonderlich gut erzählt, vieles macht keinen Sinn und eher wütend. Zum Beispiel, dass ich in einem Raum eine rostige Rüstung und ein rostiges Symbol habe. Das öl aber ist nur für die Rüstung, nicht für das Symbol, da reicht dann eine Bürste (die selbstverständlich erst umständlich gesucht werden muss). Oder zwei Stellen in einem Raum, wo ein Hammer gebraucht würde: einmal funktioniert es, die eine Stelle aber muss partout mit der Spitzhacke bearbeitet werden.

Warum bei einem solchen Spiel noch 2,5 Tassen? Nun ja, zum einen ist es lang (ca. 4,5 - 5 Stunden), was hier aber nicht wirklich zur Freude gereicht. Allerdings gibt es noch die Puzzles. Es gibt nichts Neues, aber alles Altbekannte wird mit wirklich tollen Varianten interessant präsentiert. Die Puzzles sind nicht sehr schwer, aber sie langweilen auch nicht. Da gibt es zum Beispiel eine "Malen nach Zahlen"-Variante, die viel Logik erfordert, Legepuzzles, Schiebepuzzles, die ganze Bandbreite findet sich in Echoes of the Past: Das Königreich der Verzweiflung. Und keines davon ist so einfach, wie es zu Beginn erscheint.

Doch der Rest versinkt mehr oder weniger im Elend. Zwar gibt es viele Orte, viel zu tun, einige kleine Details (z.B. ein Skelett, dass dir nur gegen Armreifen den Weg zum nächsten der fünf Orte im Königreich freimacht oder die Spiegel, durch die du zu verfluchten Personen gelangst), aber die ärgernisse überwiegen. Eine langweilige Geschichte, zahllose sich in die Länge ziehende Spielstrecken, schlechte Grafiken ohne Atmosphäre, all das überdeckt die Freude am nächsten gefundenen Ort. Die tragisch-depressiv-tragende Musik wird einen schon nach kurzer Zeit an den Rand einer Depression oder übler Gereiztheit bringen, weil es nur eine kurze Melodie ist, die sich dauerhaft wiederholt.

Nur die Sammleredition hat ein Ende, das dich wieder nach Hause bringt oder anders gesagt: Das Ziel, das du während des gesamten Spieles verfolgst, wird in der Normalversion nicht erreicht. Das ist bitter und schlecht! Das Bonusabenteuer bietet noch einmal ca. 1 Stunde, die Extras haben neben Skizzen, die Puzzles, die hier wiederholt werden können. Dazu gibt es ein Buch, in dem 15 im Spiel versteckte Flaschen bekannte Zaubersprüche repräsentieren sollen. Alles in allem: Bis auf die Puzzles ist die Sammleredition das Geld nicht wert. Das ganze Spiel nicht, trotz seiner Länge.

Und so bleibt: Wer sich die Normalversion kauft, um wirklich gut gemachte Puzzles zu spielen, der hat mit Echoes of the Past: Das Königreich der Verzweiflung einen Gewinner, muss aber das Drumherum in Kauf nehmen. Wer ein gutes Gesamtpaket sucht, der sollte auf ein anderes Spiel warten. Bei Teil 5 der Echoes of the Past Serie ist der Name Programm: Die Grafiken scheinen aus der Vergangenheit zu kommen und das Königreich versinkt gemeinsam mit dem Spieler in Verzweiflung, weil es diesem Entwickler ausgesetzt ist.


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